Ich denke das man den mit Mehl ganz gut hinbekommt. Eventuell mit etwas
Ruß vermischen – Mehl überstrahlt sonst so leicht im Bild.
Christian Tauscher
Spinnweben
Es gibt ein für die Ausstattung nicht so pflegeleichtes
Verfahren: Man nimmt eine Cremedose (Handcreme), bohrt in den Rand ca. 10
kleine Löcher. Dann in die Mitte und Deckel der Dose ein Loch bohren. Die
Dose mit Mittelloch auf einem Bohrer (eine Nummer größer) in die
Bohrmaschine stecken und die Ränder zum Bohrer evtl. mit Heißkleber
abdichten. Dose mit durchsichtigem Klebstoff mit Lösungsmittel füllen,
mit Deckel verschließen. Bohrmaschine am gewünschten Motiv kurz anwerfen
und zu allen Seiten haben sich Spinnweben gebildet. Aber bitte nicht für
die Szene im Barockzimmer mit dem echtem Orientteppich verwenden.
Movie-College-Team
Die Spinnweben sind fast 3 Meter lang geworden. Sieht richtig nach
Horror aus.
Ricky
Wenn das Budget niedrig ist, solltest du dich mal in
Scherzartikel-Läden umsehen, da gibt’s verschiedene
Spinnweben-Attrappen aus der Tüte oder Sprühdose. Inwiefern diese
realistisch aussehen hängt aber stark vom Produkt ab. Außerdem gibt es
'professionelle' Spinnweben-Maschinen, die mit einem Liquid wahrscheinlich
bessere Ergebnisse erzeugen als die Scherzartikel. Es gibt viele
Dienstleister, die Scheinwerfer, Nebel-, Wind- und eben auch
Spinnwebenmaschinen verleihen. Erkundige dich mal bei einem in deiner
Nähe und entscheide dann selbst, ob es den Preis wert ist.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Folien, die Reflektionen von
Scheinwerfern auf Fensterscheiben wegnehmen, gibt es nicht. Man kann
manchmal mit einem Polfilter Reflektionen wegbekommen, oder, was noch
cleverer ist, so ausleuchten, dass sich einfach kein Scheinwerfer im
Fenster spiegelt.
Etwas anderes ist es mit Reflektionen auf glänzenden Gegenständen
etc. Da hilft in der Tat Mattspray, auch Dulling-Spray genannt. Das gibt
es von den Filter-Herstellern (z. B. Lee und Rosco). Die diversen
Filmgeräteverleiher verkaufen so etwas.
Vieles was wir in neueren Filmen sehen, hat nie real existiert,
sondern wurde in virtueller Form in den Film eingefügt; das
funktioniert sicher auch für Leichenteile. Welche Programme man dazu
braucht, weiß ich leider nicht genau. Diese Methode dauert vermutlich
länger als es handwerklich zu machen, wenn es realistisch aussehen
soll, und kann womöglich teurer sein.
Handwerklich.
„Splatter – The Architects of Fear“ ist ein Film von 1986 der
an Beispielen erklärt, wie man damals verschiedene (billige!)
Horrorfilm-spezifische Special-FX gemacht hat. Eine kurze Information
über den Film steht Du unter www.geocities.com/vidgrave/s/splatter.html.
Ich weiß nicht, ob der Film zur Zeit noch erhältlich ist; er ist
nicht sehr bekannt. Daher nachfolgend eine Beschreibung der Lektion
über das Anfertigen künstlicher Leichenteile:
Auf das Körperteil das man nachbilden will (wenn es einem
bestimmten Charakter im Film gehört, muss die darstellende Person
dafür stillhalten) wird eine Untergrundmasse, genannt „Alginat“
aufgetragen. Es ist die gleiche Substanze die benutzt wird um
Zahnabdrücke zu machen. Es ist am besten, die Abdrücke von der „Vorder-“
und der „Rückseite“ des Körperteils nacheinander zu machen, um
wirklich zwei Hälften zu haben, sonst muss man die feste Form später
am Körper aufschneiden.
Stofftücher (dünne Handtücher) auf das noch nasse Alginate
auftragen und glätten.
Gipstücher bzw. -bandagen werden auf die Handtücher aufgetragen
und den Konturen des Körperteils angepasst. Es heißt, die
Gipsbandagen haften nicht auf dem Alginate, aber die Handtücher
haften auf dem Alginate und die Gipsbandagen haften auf den
Handtüchern.
Der Auftrag auf dem Körperteil muss trocknen und fest werden
(stillhalten!) und kann dann vorsichtig vom Körper abgenommen werden.
Man hat dann einen Abdruck von einer Seite des Körperteils und kann
von der anderen Seite auf die gleiche Weise eine Form machen.
Das Alginat und die Handtücher werden entfernt und die Gipsform
kann mit weiteren Gipsbandagen (an der Außenseite auftragen)
verstärkt werden. Die Innenseite wird von Unebenheiten befreit.
Die beiden fertigen Hälften der Form dicht zusammenfügen.
Die Innenseite der Form wird mit einer flüssigen Gummi/Latex-Masse
eingestrichen.
Wenn die eingestrichene Masse fest geworden ist, kann man sie aus
der Gipsform ziehen (vielleicht muss man auch die Form aufbrechen).
Nun kann man das nachgebildete Körperteil entsprechend bemalen und
füllen!
In dem (Lehr-) Film sah das Resultat nicht gerade sehr naturalistisch
aus, fand ich; aber ich denke es hängt wesentlich von der Füllung ab.
Empfohlen werden vom Metzger besorgte Schweineeingeweide und Filmblut für
Brust- und Bauchbereich und das Applizieren von Schläuchen um die Adern
zu simulieren, die leicht aus dem Stumpf eines abgetrennten Körperteils
ragen; das Filmblut wird dann (wenn es in der Szene angebracht ist) im
Rhythmus des Herzschlages durch die Schläuche gepumpt. Vielleicht
verleihen Schulen oder medizinische oder biologische Fakultäten einer Uni
Teile künstlicher Skelette, die man als Füllung z. B. eines
künstlichen Arms einbringen kannst.
Programme in Filmen können einfach in Authoring-Programmen
wie Director von Macromedia entwickelt werden. Sollen aber komplexe Daten
präsentiert werden (3D Animation u.ä.), werden diese in Programmen
vorberechnet (3D Programme, wie sie auch für die Animation von Effekten
genutzt weden) und später eingefügt. Am Set ist es immer wichtig, total
Idiotensichere Progamme zu haben, so dass die Akteure nur auf eine Taste
drücken müssen, wenn es im Skript vorgesehen ist, damit etwas passiert.
Die spektakulären Mission Impossible-Notebooks bzw. deren Programme
wurden meist von Designern gestaltet (Erstellung der Grafiken, etc) und
dann von Multimedia-Spezies oder Programmieren umgesetzt. Allerdings sind
die Programme in Filmen wie alles andere auch nur Fassade...
JR
Für die Darstellung „unrealistischer“ Benutzeroberflächen (ist
schon schlimm, was man da an entsprechenden Umsetzungen selbst in großen
Kinofilmen zum Teil sieht) wäre Macromedia Flash vielleicht von Nutzen.
Es ist wichtig, auch die Nichtraucher unter den
Schauspielern zu respektieren, aber bei Szenen in denen sie selbst rauchen
sollen, wird es schwer. Man kann aber den „Opfern“ einiges ersparen,
wenn man mit einer Imkerpfeife und Pfeifentabak den Raum oder das Lokal je
nach Motiv einqualmt, dann sieht es sehr verraucht aus, ohne dass die
Schauspieler rauchen mussten.
Movie-College-Team
Hartschaum-Spray für Kulissen ?
PU-Schaum gibt es in jedem Baumarkt. Er ist nicht schlecht,
aber teuer wenn man mehr davon braucht. Mann kann auch aus Styropor die
groben Formen herausschnitzen und danach die Skulptur mit Kunstharzmatten
überziehen. Das wird hart wie Stein. Die Feinheiten kann man mit Gips
oder ähnlichem nachmodellieren und fertig ist die Skulptur. Sie ist
leicht und man kann sie lange einsetzen, wenn der Gips von
gelegentlich ausgebessert wird.
Alex Lindtner
Kulissen werden am Theater folgendermaßen gebaut: Für größere
Objekte wird zunächst einmal ein grobes Holzgerüst konstruiert. Danach
werden Styroporplatten darauf geklebt. Aus den Styroporplatten wird dann
die grobe Form herausgearbeitet, kleinere Korrekturen kann man dann noch
mit PU-Schaum machen. Zuletzt wird die ganze Sache noch mit Stoff und
leicht verdünntem Holzleim überzogen (also quasi laminiert), der nach
ein Paar Stunden transparent aushärtet. Die Sache mit dem Holzleim/Stoff
hat gegenüber der Methode mit den Kunstharzmatten den Vorteil, dass es
weniger Stinkt, billiger ist, die Verarbeitung wesentlich einfacher ist
und dass es keine gesundheitlichen Bedenken gibt.
Es gibt verschiedene Fertigprodukte, die alle mehr oder
weniger auf Glyzerin oder Gelatine basieren im Maskenbedarf. Die Lösung
mit Gelatine ist haut- und augenfreundlicher. Wenn man normale Gelatine
(z. B. Tortenguss) stärker verdünnt als im Rezept empfohlen, sodass
die Flüssigkeit nur minimal zäher ist als Wasser, dann stimmt es.
Movie-College-Team
Die Schauspieler/innen waren sicher alle schon einmal traurig in ihrem
Leben. Dann können sie auch echte Tränen vor der Kamera weinen.
Du mußt ihnen nur eine Minute Zeit geben, sich auf die Szene
einzustimmen. Beim Schauspielen geht es nicht um Vortäuschung und
Simulation von Emotion, sondern um das erinnern der Stimuli in der die
Emotionen (irgendwann einmal) gefühlt wurden. Das löst dann vor der
Kamera die Emotion real aus und es ist glaubhaft und echt.