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Die optische Aufnahmeachse der Kamera bezieht sich auf Beleuchtung,
Auflösung und die Positionierung der Darsteller innerhalb der Szene.
Was aber gerne übersehen wird, ist, dass es die Aufgabe des
Filmtonmeisters ist, genau diese Perspektive auch akustisch nachzubilden oder
die Grundlagen zu schaffen, diese Perspektive in der Tonmischung
nachzubilden.
Wie macht sich akustische Perspektive überhaupt bemerkbar? – Wenn wir
akustisch nahe am Tonereignis sind, so bedeutet dies, dass der Anteil von
direktem Ton deutlich höher ist als der Anteil seiner Reflektionen (Hall/Echo).
Akustische Distanz vom Tonereignis bedeutet folglich, dass der Anteil an
Reflektionen im Verhältnis höher ist. Bei Außenaufnahmen in freier Natur
kann es sein, dass so gut wie keine Reflektionen vorkommen. Das ist die
Ausnahme von der Regel.
Die Lösung, akustische Perspektive in der Mischung nachzubilden, ist
vermutlich die optimale, da damit die Möglichkeiten der Gestaltung größer
sind, als wenn man bereits bei der Aufnahme versuchen würde, Distanz,
Raumgefühl etc. abzubilden.
Allein der Umstand, dass der Tonmeister die Aufnahme am Drehort nur über
Kopfhörer kontrolliert, erschwert bereits jede auf die spätere Wiedergabe
(Kino, TV) bezogene Beurteilung der akustischen Perspektive. Diese kann man
nur in der Bearbeitung und Mischung über passende
Abhörmonitore richtig überwachen.
Daher ist der Filmtonmeister in der Regel bemüht, die Stimmen möglichst
sauber isoliert und mit hohem Nutzsignal aufzuzeichnen und die
Geräusche und Atmos gegebenenfalls auf eine separate Spur zu legen. |