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Erinnern Sie sich daran, als Sie das letzte Mal die Verkabelung der
Stereoanlage mit diversen Zuspielgeräten ändern mussten? Hinter die Anlage
krabbeln, die Kabel abziehen, umstecken, sich merken, was wohin gehört...
Ein vergleichsweise harmloses Unterfangen, wenn man die vielen Ein- und
Ausgänge, Sends und Effektwege professioneller Studiomischpulte
bedenkt. Und je nach Projekt, Aufgabe und Tongeber werden völlig
unterschiedliche Verbindungswege notwendig.
Damit man nicht ständig auf der Rückseite der Geräte-Racks im
Halbdunkel zwischen unzähligen Strippen Kabel umstecken muss, werden in
Studios die Ein- und Ausgänge aller Geräte auf Steckfelder (engl.: patch
bay) oder Kreuzschienen quasi nach vorne verlängert. Das tut man natürlich
nur mit den Geräten, die nicht ständig verbunden bleiben müssen.
Steckfelder
sind in der Regel 19 Zoll-Einschübe mit zahlreichen neben- und übereinander
angeordneten Buchsen auf der Vorder- und Rückseite. Die Buchsen gibt es in
unterschiedlichen Normen. Klinke, Cinch, XLR
oder auch Spezialstecker (Amphenol) sind verbreitet. Jede Buchse auf der
Frontplatte ist mit einer Buchse auf der Rückseite verbunden. Wird etwa ein
Ausgangskanal eines DAT-Recorders per Kabel mit der
Rückseite des Steckfelds verbunden, so liegt das Ausgangssignal auf der
entsprechenden Buchse der Vorderseite auf.
Will man das Signal auf einen Eingang des Mischpults legen, so verbindet
man die DAT-Buchse der Vorderseite mit der Mischpult-Buchse der Vorderseite,
indem man ein kurzes Kabel (mit entsprechenden Steckern) zwischen beiden
Buchsen verbindet. Diese Kabel sind gerade so lang wie nötig und werden
Patchkabel genannt.
Die Buchsen auf der Vorderseite der Steckfelder können andere sein als
die auf der Rückseite. Manche Steckfelder haben auf der Rückseite auch nur
Lötfahnen, an die man Kabel anlöten kann, an deren anderem
Ende
dann der passende Stecker für das anzuschließende Gerät sitzt. Steckfelder
haben den zusätzlichen Nutzen, dass beim Umstecken nicht die geräteeigenen
Stecker, die nicht immer sehr stabil sind, verwendet werden müssen.
Die Verbindung vom Gerät zum Steckfeld wird nur einmal gesteckt und
bleibt dann dauerhaft bestehen. Verbunden werden nur die Buchsen auf der
Vorderseite des Racks. Hier findet dann die mechanische Belastung und
Abnutzung statt. Deshalb ist auf hohe Qualität der Buchsen, Stecker und
Kabel zu achten. Sonst muss man ständig mit Wackelkontakten, Aussetzern,
Brummen, Kabelbrüchen und korrodierten Buchsen kämpfen.
Je
nach Auslegung des Studios ist auch auf die Zahl der Pole zu achten, die mit
einem Patchkabel verbunden werden können. Symmetrische
Signalübertragung benötigt drei Pole, sodass Cinchbuchsen als
Patchstecker ausscheiden. Stereoklinke, XLR oder auch Bantamstecker sind
geeignet. Aber auch exotische Normen bieten sich an, denn die Patchbuchsen
der Vorderseite werden nur untereinander, nicht aber mit anderen Geräten
verbunden.
Da Tonsignale auf ihrem Weg durchs Kabel nicht gerade besser werden,
sollten die rückseitigen Verbindungskabel mit den Geräten nur so lang wie
nötig sein. Wenn man hier sorgfältig arbeitet, können Steckfelder eine
Studioumgebung erheblich übersichtlicher und aufgeräumter machen. Zudem
spart man eine Menge Zeit.
Manche
Steckfelder haben Buchsen, die, falls keine Stecker eingesteckt sind, mit dem
jeweils in der darunter liegenden Steckerreihe verbunden sind. Bei
Mischpulten können Effektgeräte eingeschleift werden. Dazu wird das
Mischpultsignal nach außen auf eine Buchse gelegt, über eine Steckbrücke
mit einer Eingangbuchse verbunden und dann dem Summenverstärker des Mischers
zugeführt. Will man ein Effektgerät (z. B. Hall) dazwischen schalten,
unterbricht man die Steckbrücke und verbindet den Send mit dem Eingang des
Effektgeräts und dessen Ausgang wieder mit dem Return-Eingang des
Mischpults.
Legt man nun den Send auf eine Steckfeldbuchse und den Return auf eine
darunter liegende Buchse am Steckfeld, so verbindet das Steckfeld diese
beiden. Steckt man nun den Stecker eines Patchkabels in die Send-Buchse, um
diese mit dem Eingang eines Effektgeräts zu verbinden, wird die interne
Buchsen-Verbindung unterbrochen.
Im Prinzip handelt es sich um Variationen von Steckfeldern, bei denen aber
statt Patchkabeln Verbindungsstifte eingesetzt werden. Man muss sich so ein
Steckfeld wie ein Schachbrett vorstellen, bei dem an den horizontalen Linien
jeweils ein Ausgang, auf den vertikalen jeweils ein Eingang liegt. An dem
Kreuzpunkt, an dem man einen Aus- mit einem Eingang verbinden will, braucht
man nur einen Steckstift einzusetzen, um die Verbindung herzustellen.
Bekanntester Hersteller: Die schweizer Firma Ghilmetti.
Das beste Steckfeld nützt allerdings nur, wenn man seine Hausaufgaben
erledigt und die dort vorgesehenen Beschriftungsfelder mit eindeutigen
Bezeichnungen der Geräte versieht. Bei der Verteilung der Buchsen hilft es
ungemein, Logik walten zu lassen. Die Patchkabel sollten mechanisch und
elektrisch hochwertig sein, was man durchaus auch in Handarbeit erzielen
kann.
Inzwischen sind auch zahlreiche elektronische Steckfelder (Digital Audio
Patchbays) auf dem Markt. Diese müssen Sie nur einmal an alle Ein- und
Ausgänge verkabeln. Von da an werden alle Verbindungen bequem über
Raster-Potis oder Taster an der Frontseite eingestellt.
Mit dem Einzug der Computer in die Tonstudios kommen mehr und mehr auch
virtuelle Kreuzschienen zum Einsatz, bei denen die Verbindungen, das Patching
per Software gesteuert werden.
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