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Mischpulte sind nicht nur in jedem Tonstudio zu finden, auch an
Video-Schnittplätzen oder in der Regie von TV-Studios kommen sie zum
Einsatz. Außerdem besitzen Programme für die Ton-Postproduktion
Benutzeroberflächen, die Mischpulten nachempfunden sind und die meisten der
hier beschriebenen Funktionen aufweisen.
Mischpulte dienen primär dazu, mehrere Tonsignale zusammenzuführen. In Film-
und Videotonmischungen werden zahlreiche Tonspuren synchron zum Bild
zusammengeführt. Die Kanalzüge sind dabei die Eingänge für die
unterschiedlichen Quellen, wo auch gleichzeitig jedes Signal bearbeitet und
der Pegel eingestellt werden kann.
Daneben sind viele Mischpulte auf die Tonaufzeichnung mit
Mehrspur-Aufnahmegeräten ausgelegt, was Subgruppen (Busse) erfordert. Oder
sie dienen der Beschallung von Räumen und sind mit einem eingebauten
Verstärker ausgerüstet.
Anordnung und Anzahl von Kanälen, Bussen, Equalizern und Effektwegen sind
von Modell zu Modell verschieden. Es können auch Elemente vorhanden sein
(z. B. eingebaute Effektgeräte, Talkback...), die hier nicht
beschrieben werden, da sie für einfache Anwendungen nicht entscheidend sind.
Hier soll nur die grundsätzliche Funktionsweise von Mischpulten erklärt
werden, ohne auf die unterschiedlichen Bauformen und Typen einzugehen.
Meist gibt es sowohl ein Mikrofon- als auch einen Line-Eingang (XLR-Stecker
für Mikrofone, Stereo-Klinke für symmetrische
Line-Signale, Mono-Klinke bei unsymmetrischen Line-Eingängen) für die
ersten (4-x) Kanäle. Darüber hinaus können weitere Kanäle vorhanden sein,
die nur für Line-Signale ausgelegt sind, also nur Klinken-Eingänge
besitzen.
Pad:
Pegelabschwächung (z. B. -20 dB) für zu hohe Eingangspegel, die
trotz heruntergeregeltem Input-Gain übersteuern.
Input-Gain:
Regelt den Pegel des Eingangssignals, welches so hoch wie möglich
Ausgesteuert werden sollte, ohne zu übersteuern. Oft sind noch LEDs
angebracht, die Übersteuerung anzeigen.
Insert Send/Return:
Kombinierter Ein- und Ausgang (Stereo Klinke), über den Effektgeräte,
die das gesamte Eingangssignal bearbeiten sollen, zwischengeschaltet
(eingeschliffen) werden können.
Equalizer:
Je nach Art des Mischpults sind hier unterschiedlich viele Regler
angebracht. Bei einfachen Pulten gibt es nur je einen Regler für Höhen und
Bässe.
Aux-Send:
Diese Regler sind in unterschiedlicher Anzahl vorhanden und können auch
als Monitor oder Effect benannt sein. Dies sind Abzweigungen, bei denen das
Signal zusätzlich (es fließt trotzdem mit dem selben Pegel weiter durch den
Kanalzug) auf eine extra Leitung gelegt werden kann, die dann an der
Mischpultrückseite in einem Stecker namens Aux (1-x) Send mündet (mehr
unter Aux Send/Return).
Signalfluss (Routing):
Die meisten Mischpulte besitzen so genannte Busse, die zwischen
Kanalzügen und Stereosumme liegen. Die Kanäle werden erst auf die Busse
gemischt und dann auf die Stereosumme. Mit den Tasten legt man fest, auf
welche Busse man das Signal legt (mehr dazu unter Busse).
Balance (Pan/Panorama):
Regelt das Lautstärkenverhältnis zwischen linkem und rechtem Stereokanal
und bestimmt damit, wo das Signal zwischen den beiden Lautsprechern
wahrgenommen wird.
Stumm (Mute) und Solo:
Mit der Stumm-Taste kann man einen Kanal stumm schalten (= ausschalten),
mit der Solo-Taste kann man den Kanal alleine hören, während die anderen
stummgeschaltet werden.
Fader:
Mit dem Schieberegler wird die Lautstärke eingestellt, mit der das Signal
entsprechend dem Signalfluss weiter geleitet wird.
Die Aux-Wege kann man verwenden, um Effektgeräte zu beschicken,
Monitor-Mischungen für die Musiker oder Sprecher auf deren Kopfhörer zu
legen oder einfach nur als zusätzlichen Ausgang. Jeder Kanalzug hat einen
Regler pro Aux-Weg, so dass es möglich ist die Signale beliebiger Kanäle
mit beliebigem Pegel auf einen Aux-Weg zu mischen. Das eignet sich für
Effekte, die man gleichzeitig für mehrere Kanäle verwenden möchte und die
anteilig (zusätzlich zum Originalsignal) zugemischt werden. Pro Aux-Weg gibt
es eine Ausgangs- (Send) und eine Eingangs- (Return) Buchse. Die Aux-Return
Eingänge haben nochmals Regler für den Eingangspegel (des bearbeiteten
Signals), die sich meistens oben rechts, über den Bussen befinden.
Die Busse sehen aus wie reduzierte Kanalzüge, mit Fader, Solo und
Stumm-Taste und Balanceregler, sind aber Ausgänge, an die
Mehrspur-Aufnahmegeräte angeschlossen werden können. Für jeden Kanal
z. B. einer 16-Spur-Bandmaschine braucht man einen getrennt regelbaren
Ausgang am Mischpult. Mit Tastern kann man im Kanalzug festlegen, auf welche
Busse der Kanal gemischt wird und damit, auf welche Spuren des
Aufnahmegeräts das Signal aufgezeichnet wird. Will man Kanal 3 auf den Bus 7
legen, drückt man im Kanalzug 3 die Taste „7-8“ und dreht den
Balance-Regler ganz nach links. Ganz rechts würde man Bus 8 beschicken, in
der Mitte Bus 7 und 8.
Letztendlich laufen alle Kanäle über die Busse auf einen Stereokanal,
die Summe, wo die Gesamtlautstärke der Mischung eingestellt werden kann. Je
nach Ausführung stehen verschiedene Ausgänge zur Verfügung: hier werden
die Abhöranlage, Kopfhörer, ggf. Aufnahmegeräte angeschlossen.
Die Signalverarbeitung bei digitalen Mischpulten weicht in einigen Punkten
von den analogen Geräten ab: Effekte, Filter und der Signalfluss werden hier
über eine LCD-Anzeige eingestellt. So besteht jeder Kanalzug nur noch aus
wenigen Reglern (Pad, Input-Gain, Balance, Stumm, Solo und Fader), was Platz
und Geld spart und auf Kosten der Übersichtlichkeit geht. |