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Erbfeindschaft?
Gewiss, die Folgen mangelhafter Tonarbeit spürt man erst später im Schnitt und der Vertonung, aber sie sind nicht weniger gravierend als Schwächen bei Licht- und Bildgestaltung. Szenen, deren O-Ton wegen Störgeräuschen unbrauchbar ist, müssen aufwändig nachsynchronisiert und nachvertont werden. Bereits drei oder vier Tage zusätzlicher Nachbearbeitung können sehr teuer werden. Ton und LichtKooperation ist das Zauberwort, welches hilft, die Notwendigkeiten aller Abteilungen zu berücksichtigen. Das beginnt schon mit der Frage, wo sich der Tonangler (Boom Man) hinstellen kann. Eine ideale Position verhindert, dass Schatten von Angel oder Mikro im Bildausschnitt zu sehen sind. Kommt das Grundlicht eines Motivs von Oben, so ist die Position unterhalb des Scheinwerfers günstig. Die Schatten fallen dann auf den Boden und sind damit meist außerhalb des Bildausschnitts. Bei jedem zusätzlich eingerichteten Scheinwerfer sollte der Tonangler mit der Angel testen, ob neue Schatten entstehen, die im Bildausschnitt zu sehen wären.
Bei Dreharbeiten in Wohnungen und Stromversorgung vom draußen geparkten Aggregat sparen sich die Lichtleute gerne ein paar Kabellängen (Hauseingang, Treppenhaus, Flur) und führen die Kabel direkt durch die Fenster herein. Für den Ton hat das die fatale Folge, dass man die Fenster nicht schließen kann und damit möglicherweise Straßenlärm etc. das Nutzsignal überlagert. Planung des Lichts auch in Hinblick auf den Ton bedeutet zwar ein paar Verlängerungskabel mehr, aber das Ergebnis ist ein störungsfreies Tonsignal. Wichtig ist natürlich, dass der Tonmann frühzeitig vor dem Aufbau seine Wünsche äußert und nicht erst, wenn bereits alles eingerichtet ist. Nur-Töne sind wichtigFalls von dem Film ein IT-Band angefertigt werden soll und voraussichtlich kein Budget für Geräuschemacher zur Verfügung steht, empfiehlt es sich, von Szenen mit ausgeprägten Geräuschen (Schritte, Geschirrklappern, Türen etc.) Nur-Töne aufzunehmen, bei denen die Schauspieler alle Handlungen nur für den Ton noch einmal ohne Dialoge durchspielen. Es versteht sich von selbst, dass dann das Mikro auf die Geräuschquellen und nicht den (schweigenden) Mund des Darstellers ausgerichtet wird. Regie und Produktion sollten unmissverständlich zum Ausdruck bringen, dass sie auf hochwertige Nur-Töne und Atmos Wert legen, und dass das Team auch für diese Aufnahmen ohne laufende Kamera die erforderliche Ruhe einhält. Set-Verbot für StörerAuch wenn sie inzwischen zum Alltagsbild gehören: Mobiltelefone sollten auf jeden Fall, während gedreht wird, ausgeschaltet bleiben. Auch wenn man nicht mit ihnen telefoniert, erzeugen sie in Bereitschaftsbetrieb bereits Störungen in den Tonsignalen. Die guten alten Walkie-Talkies sind da viel produktionsfreundlicher: Sie können in der Regel leise gestellt oder, über Headset verkabelt, angelassen werden. |
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