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Mit den neuen digitalen Workstations und der Verbesserung der
Abhörlautsprecher haben so genannte Nahfeld-Monitore ihren Einzug in
die Tonstudios gehalten.
Jahrelang ging alles gut, bis eines Tages...
Unter dem Begriff Abhören verbirgt sich die akustische Kontrolle
während der Filmmischung, wie sich denn die Kombination der verschiedenen
akustischen Elemente, O-Ton, Nur-Ton, Geräusche, Atmos und Musik anhört.
Früher gab es in den Mischstudios grundsätzlich große Studioboxen, so
genannte Din-Abhören. Diese gaben die Tonergebnisse möglichst linear also
unverfälscht wieder und bildeten alles, was sich im Ton befand (bzw. alle
enthaltenen Frequenzen) gleichmäßig ab.
In den letzten Jahren hat es sich in den kleineren Studios eingebürgert,
mit relativ kleinen Lautsprechern, so genannten Nahfeld-Monitoren die
Filmmischungen fürs Fernsehen zu machen. Diese haben den Vorteil, wenig
Platz im Studio zu verbrauchen und außerdem lassen sie besser erahnen, wie
das Ergebnis später auf dem heimischen Fernseher klingen wird. Ansonsten
hört man auf den großen, hochwertigen Boxen den wunderbarsten Tonmix und
staunt später am Fernseher, wie schäbig es ausgefallen ist.
Die Welt verändert sich. Mehr und mehr Menschen lassen sich dazu
verleiten, Surround-Systeme fürs Wohnzimmer zu kaufen. Und plötzlich kommt
es immer häufiger vor, dass man bei gewöhnlichen TV-Filmen ungewünschte
Störungen hat, besonders im Bassbereich rumpelt und blubbert es nur so.
Was ist geschehen? Nun, solange alle nur auf dem heimischen
Fernsehlautsprecher den Filmton hörten, entsprach es dem, was man auch auf
den Nahfeldboxen hörte. Ein Fernseher bildet Frequenzen unter 80 Hz kaum
mehr ab und die meisten Nahfeldboxen gehen bis etwa 70 Hz, von wenigen teuren
Ausnahmen mal abgesehen. Die TV-Sender senden effektiv jedoch Tonfrequenzen
zwischen 30Hz und 15kHz. Folglich steck im Signal mehr, als das, was aus dem
Fernsehlautsprecher kommt.
Und
nun kommen plötzlich diese Subwoofer, diese für die Tiefen spezialisierten
Lautsprecher in die Wohnzimmer und bilden tiefe Töne lautstark ab, von denen
Regisseur und Tonmeister in der Mischung vor ihren Nahfeld-Lautsprechern gar
keine Ahnung hatten.
Zu brummige Lkw die vorbeifahren, Windgeräusche, Körperschall von der
Tonangel u. v. a... Da hilft nur noch ein entsprechender Filmvorspann:
„Warning: This film contains explicit deep frequencies! Please switch
off your subwoofers!“
Achten Sie also bei der Mischung besser darauf, dass Sie mit richtigen
Boxen abhören, die auch Töne bei 30 Hz noch darstellen kann. So wie es
früher in jedem Mischatelier Pflicht und üblich war. Dann erleben Sie auch
bei „aufgerüstetem“ Fernsehton und DVD keine unangenehmen
Überraschungen. |