Die Einspielergebnisse von Kinofilmen sind eine harte Währung und entscheiden über Wohl und Wehe von Verleihern, Produzenten, Regisseuren und vielen Anderen. Was steckt dahinter, welche Bedeutung haben die Zahlen in Zeiten von Streaming Videos, BluRay & Co?

 

Der Begriff Box Office stammt ursprünglich von den kleinen Ticketverkaufsschaltern am Eingang der Kinos und in der Welt der Kinoverleihe und Kinobetreiber meint man die wöchentlichen Kartenverkäufe die ein Film erzielt. Besonders wichtig ist hier stets das so genannte Eröffnungswochenende, die allermeisten Filme sind hierzulande so programmiert, dass sie an einem Donnerstag erstmals in den Kinos gezeigt werden.

 

Sind die Zahlen an dem darauf folgenden Eröffnungwochenende schlecht, wird der Film bereits am nächsten Donnerstag gegen einen anderen Film ausgewechelt. Zu viele Filme wollen auf zu wenigen Leinwänden gezeigt werden, nur die Filme, die wirklich gut laufen und ein großes Publikum ansprechen, laufen über mehrere Wochen oder gar Monate.

 

Viel Werbung & PR = Viele Zuschauer?

Kino in Los Angeles (Foto: Lucy Allary)

 

Das ist natürlich kein Ausweis von Qualität, sondern oft nur ein Ergebnis erfolgreicher Werbe,- und Pressearbeit. Sogar Filme , die in den Filmkritiken durchweg schlecht wegkommen können auf diese Weise zu Kassenerfolgen werden. Da so etwas sehr viel Geld kostet, haben vor allem jene Filme erfolgreiche Eröffnungswochenden, für die viel Werbegeld investiert wurde. In den USA ist das oft genau so viel Geld, wie die Herstellungskosten des Filmes. Und das sind dann doch eher die massentauglichen Blockbuster, in künsterisch hochwertige Arthouse Filme wird kaum Werbebudget investiert. Die Verleiher machen mit den einzelnen Kinos oft sogar Vereinbarungen, ab welchen Verkaufszahlen der Film automatisch verlängert werden muss.

 

Arthouse Produkte könnten trotzdem kleine Erfolgsfilme werden, wenn sie wenigstens einige Wochen in den Kinos blieben, dann könnte sich herumsprechen, dass da ein guter Film läuft. Doch bis dahin ist längst ein anderer Film nachgerückt, mehr als ein, zwei Wochen halten sich Arthouse Filme deshalb selten in den Kinos.

 

Auch für Kinobetreiber, die in der Regel etwa die Hälfte der Ticketeinnahmen für sich behalten dürfen und die andere Hälfte an den Verleih überweisen, spielen wegen dieser Mechanismen natürlich lieber Filme, die massiv beworben werden, als Filme, von denen kaum Jemand etwas gehört hat. Auf diese Weise haben es Arthouse Filme wirklich schwer, ihr Publikum zu finden. Selbst Preisträger der goldenen Palme in Cannes können da in den deutschen Kinos auch schon mal unter 6000 Zuschauern landesweit bleiben.

 

Kino veredelt

Doch das ist für Verleiher oft nicht der wichtigste Markt. Oft vertreiben Sie auch die DVD, BluRay und Streamingrechte, welche durch einen selbst kleinen Kinostart durchaus in ihrem Wert steigen. Viele Filme erwirtschaften als Video sogar mehr Geld, als an den Kinokassen.

 

In Deutschland etwa findet man die aktuellen Kono-Einspielergebnisse in der Fachzeitschrift "Filmecho", sowie dem gebührendpflichtigen Online Auftritt der Zeitschrift. In England werden die Zahlen in "Screen International" und in den USA in "Variety" veröffentlicht.

 

Die Gesamteinspielergebnisse eines Filmes werden auch heran gezogen, wenn Produzenten etwa darüber nachdenken, mit den Regisseur-inn-en, Produzent-inn-en ein Nachfolgeprojekt zu verwirklichen.

 

Zahlenspiele

Weitere Zahlen werden auch auf der Seite der Filmförderungsanstalt, FFA veröffentlicht.

http://www.ffa.de/kinoergebnisse-uebersicht.html

 

Box Office: http://www.boxofficemojo.com/showdowns/

 

Einspielergebnisse und aber auch Bewertungen in Kurzform zeigt Rotten Tomatoes, die dafür viele Angriffe der Filmindustrie abbekommen haben.

https://www.rottentomatoes.com/browse/box-office/