Es gibt einige Stichworte, bei deren Klang erfahrene
Produzenten und deren Produktionsleiter Gänsehaut bekommen
Tiere
Auch viele Schauspieler fürchten Szenen oder gar Filme, in denen sie
neben Tieren spielen. Zu groß ist einfach die Attraktivität, da kann sich
der erwachsene Schauspieler noch so sehr bemühen, die Aufmerksamkeit der
Zuschauer wird auf jeden Fall beim tierischen oder dem jungen Spielpartner
liegen.
Regisseure und Produktionsleiter denken dreimal nach, bevor sie Szenen mit
Kindern oder Tieren einplanen. Während bei Kindern vor allem die reduzierten
Arbeitszeiten für Kinder (5 Std. am Drehort, davon maximal 3 Std.
Drehzeit pro Tag) die Planung erschweren, liegt es bei Tieren an deren
mangelndem Willen, Regieanweisungen zu folgen.
Die „einfache“ Lösung
Immer wieder sind Filmteams ganze Tage damit beschäftigt so banale
Szenen, wie eine Katze die zum Darsteller A tapst und sich mal eben
streicheln lässt zu drehen. Und immer wieder fallen die Planungsstäbe der
Teams auf scheinbar simple Lösungen herein.
Die Freundin der Maskenbildnerin hat genau so eine Katze wie gewünscht
und die ist so zahm, dass sie sich von jedem streicheln lässt... Der Nachbar
vom Aufnahmeleiter hat eine total süße Katze, die sogar kleine akrobatische
Kunsttücke kann...
Gemach, gemach! Ergebnis derartiger Eigenlösungen in 90% aller Fälle
Team liegt lockend und mit allen Köstlichkeiten der Tierfutterindustrie
ausgestattet am Set und versucht zum 76 ten Male die Katze dazu zu bringen,
doch zum Darsteller im Bild zu tapsen, statt wahlweise zu ihrem „Frauchen“
oder dem Kameraassistenten, dessen Schuhe eine nicht nachvollziehbare
Anziehung auf das Tier zu haben scheinen.
Außerdem rennt die Katze viel zu schnell, das passt dem Kameramann gar
nicht. Der eilig herbeigeholte Tierarzt der dem Tier ein Beruhigungsmittel
verabreicht (wie tierlieb!), bewirkt tatsächlich, dass das Tier langsamer
zu ihrem Frauchen oder den Schuhen des Kameraassistenten tapst. Den
Hauptdarsteller lässt das niedliche Tierchen nach wie vor unbeachtet links
liegen.
Variante II
Der große, bedrohliche Schäferhund, der den Einbrecher-Darsteller beim
Einbruch in die Villa stellen soll ist das Haustier des Baubühnen-Mannes.
Doch so sehr der „Einbrecher“ sich auch bemüht, ängstlich und
erschreckt zu wirken, da der Schäferhund ihn ständig nur freundlich
beschnuppert, gelingt die Szene einfach nicht.
Selbst Tiere, die „normalerweise“ auf alle Anordnungen ihrer Eigner
reagieren, verändern vor der Kamera, insbesondere vor einem Filmteam, ihr
Verhalten.
(Von Menschen hört man ab und zu Ähnliches).
Was kann man tun? – Nun bei Goldfischen oder Pferden, die am Zügel
durchs Bild geführt werden sollen oder gar nur in der Box stehen, sind keine
besonderen Probleme zu erwarten. Auch Spinnen, Goldhamster oder
Meerschweinchen im Terrarium stellen das Team nicht vor unlösbare Probleme.
Mit Profis arbeiten
Tiere, insbesondere Katzen und Hunde, wenn sie denn unbedingt in Szenen
vorkommen müssen, sollten sobald sie auch nur die geringste „Aufgabe“ zu
bewältigen haben, ausschließlich dressierte Tiere sein.
Es gibt diverse Tier-Service Firmen die eine große Bandbreite auch
exotischer Tiere für alle Aufgabengebiete trainiert haben. Manchmal, wenn
ein Tier innerhalb eines Filmes besonders viele unterschiedliche Aufgaben
übernehmen muss, werden auch zwei ähnliche Tiere eingesetzt, die
unterschiedliche Fähigkeiten andressiert bekommen haben.
Wenn in einem Film Tierbabys eine wichtige Rolle spielen, kann es
sein, dass wegen des raschen Wachstums mehrere ähnliche Tierbabys während
der Drehzeit mitspielen.
Mag sein, dass man den Hund des Baubühnen-Mannes kostenfrei bekommen
kann, wohingegen das trainierte Tier schon mal 500,- Euro am Tag (inkl.
Trainer) kosten kann. Bedenkt man aber, was so ein ruinierter Drehtag inklusive
aller Teamgehälter kostet, ist dieses Geld nicht schlecht investiert.