Von Werbung im herkömmlichen Sinn erwarten wir bestimmte Wirkungen:
Sie richtet sich an den potenziellen Käufer und will diesen möglichst
ohne Streuverluste und sofort erreichen,
sie macht deutliche und positive Aussagen über die Eigenschaften des
Produkts,
sie zielt auf sofortigen Erfolg, d. h. sie will den potenziellen
Kunden bewegen, in Kürze das Produkt im Handel nachzufragen und es zu
kaufen,
sie kostet Geld für Zeitungsanzeigen, Kino- und TV-Spots,
Radioschaltungen, Hauswurfsendungen, Plakatierung, Poster, etc.
sie setzt nicht unbedingt Markenimage voraus, sondern kreiert es und
liefert dazu Produktinformationen.
James Bond Films (c) 1962-2001 Danjaq, LLC and
United Artists Corporation. (c) 2001 MGM Home Entertainment Inc. All
Rights Reserved.
All dies kann Product placement in TV und Kino nicht, denn:
die Zielgruppe der Käufer eines bestimmten Produkts ist nicht eindeutig
zu erreichen. Das Kinopublikum beginnt im Durchschnitt bei 6 und
endet bei 30 Jahren. Diese Zielgruppe ist nur für bestimmte Produkte
interessant, aber generell zu einseitig.
Das TV-Publikum
beginnt bei 3 und endet vielleicht bei 90 Jahren,
also ergeben sich enorme Streuverluste. Denn die Chancen, dass die
Zielgruppe einer bestimmten TV-Sendung der Käufergruppe eines bestimmten
Produkts gleicht, sind relativ klein und es dürfte sehr schwer sein, dann
genau in dieser TV-Sendung das bestimmte Produkt zu platzieren.
beim PP können keine deutlichen, geschweige denn nur positiven Aussagen
in der Filmszene gemacht werden. Das Produkt wird lediglich in seinem
natürlichen Umfeld gezeigt ohne jegliche Bewertung, Ansprache und
Botschaft,
die Darstellung des Produkts durch PP in Film und TV ist nicht
kurzfristig möglich!
Zwischen dem Entschluss PP zu betreiben und der tatsächlichen
PP-Präsenz in den Film-Medien liegt die Zeitspanne, die man für die Suche
nach einem geeigneten Sendeplatz braucht und die für die Produktion des
Films selbst erforderlich ist, also eventuell ein dreiviertel Jahr, sodass
das Produkt wahrscheinlich zu spät im Film zur Geltung kommt.
PP bedingt ein Produktimage, ohne das es den Charakter einer Rolle oder
das historische Umfeld der Filmszene nicht unterstreichen kann. Dies ist
die für den Filmproduzenten vordergründig wichtigste Produkteigenschaft,
wenn er sorgfältige Requisitenbeschaffung betreibt und nicht mit den
gesetzlichen Regelungen in Konflikt kommen will (Pos.10).
PP kann durchaus auch ohne Geldtransfer abgewickelt werden.
PP ist also kein typisches Werbe-Instrument. Es erreicht in seinen
Möglichkeiten auf keinen Fall die Aussagevielfalt einer Anzeige oder eines
Werbespots. PP ist eher ein image-erhaltendes Instrument, bei dem das
gezeigte Produkt bereits Image besitzen muss und es nicht erst durch PP
erwirbt.