Die Geräte-Branche spürt Rückenwind nicht nur wegen der für
High-Definition Fernsehen erforderlichen Kameras, sondern auch wegen der
notwendigen Schnittgeräte.
Auch hier bietet HDV preisgünstige Alternativen zu den noch sehr
teuren professionellen High-Definition Formaten. Gleich vorab- der
Speicherbedarf steigt enorm, es macht also durchaus Sinn, HD erstmal im
Offline-Modus zu bearbeiten und erst später die verwendeten Takes in
voller Qualität ein zu digitalisieren. Hier zeigen sich manche
Schnittsysteme aber noch inkompatibel mit dem Timecode von HDV.
Insbesondere für die Postproduktion ist es auch wichtig zu wissen,
dass unter MPEG nicht alle Bilder komplett aufgezeichnet werden, also
I-Frames sind. Will man an einem Bild schneiden, welches kein I-Frame ist,
muss der Computer erst aus diesem eines berechnen. Das kostet
Rechenleistung und Zeit. Speziell wenn man verschiedene Varianten
ausprobieren oder Schnittpunkte trimmen will, spürt man das.
Die Leistung der Computer auf denen HDV bearbeitet wird, kann gar nicht
hoch genug sein, Dual-Prozessoren und Raid-Festplattensysteme sind
durchaus sinnvoll.
Final Cut Pro HD
Das populärste Schnittprogramm auf dem Apple/Mac, Final Cut ist
inzwischen in einer HD- Version auf dem Markt und benötigt, ähnlich
wie die bisherige Standard-Version Final Cut 4, einen schnellen Rechner
um mit der Datenmenge zurecht zu kommen. Ein Dual-Prozessor G5 sollte es
schon sein und dann ist Echtzeitbetrieb weitgehend möglich, nur bei
Effekten zeigt das System Grenzen.
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Profi-Variante: Panasonic-
High-Definition Schnittrekorder AJ HD 1700 |
Standardmäßig beherrscht das Programm allerdings nur das DVCPRO HD
Format, kann also von einer Panasonic Kamera über die FireWire
ohne Zusatzhardware digitalisiert werden. Will man etwa HDV von Sony
einlesen, bietet das Menü standardmäßig keine Möglichkeit. Hier wird
Zusatzsoftware benötigt.
Beim Einspielen in das System wird das HDV-Format in den Quicktime
"Apple Intermediate Codec" umgewandelt, welcher im Gegensatz
zum MPEG Format ausschließlich volle I-Frames verwendet. Das ist
wichtig um jedes Bild schneiden zu können. Später, wenn man den
fertigen Film wieder auf den Rekorder ausspielen will, muss dann aus dem
"Apple Intermediate Codec" wieder in MPEG encodiert
werden, das benötigt dann wieder einige Rechenzeit.
Zusammen mit den der Software beiliegenden Zusatzprogrammen etwa
Soundtrack (Musik zum Film, auf einfache Weise mit hochwertigen Samples
selbst zusammenstellen) oder LiveType (Schriftanimation für Titel
aller Art) verfügt man so über ein vollwertiges preisgünstiges
Produktionssystem, welches vor den Mitanbietern was HDV angeht, einen
deutlichen zeitlichen Vorsprung hat.
Final Cut Pro 5
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Geballtes Paket mit HD-Postproduktions-
Programmen |
HD war das Thema auf der NAB 2005 und auch Apple, einer der Vorreiter
im HD Editing überrascht mit einem neuen Final-Cut Studio Paket.
Das Paket beinhaltet die neue Final Cut Pro 5 Version, die im
Gegensatz zu Final Cut4 HD nun auch tatsächlich in der Lage ist, HDV
Signale einzulesen und zu bearbeiten. Es kann HD auch unkomprimiert
bearbeiten, eine entsprechende Rechenleistung des Computers (G5
Dual-Prozessor) vorausgesetzt.
Dazu erhält der Kunde zusätzlich
Soundtrack Pro, ein Programm für die Tonbearbeitung und Musikproduktion
mit Hilfe der überaus praktischen Apple-Loops, einer Sammlung von
Samples die sich kinderleicht zu Musiktiteln kombinieren lassen.
Mit im Paket findet sich Motion 2, ein professionelles
Animationsprogramm, sowie DVD Studio Pro 4, ein amtliches Authoring
Programm, welches in Verbindung mit dem neuen Betriebssystem Mac OS X
v10.4 "Tiger" und dem Mediaplayer QuickTime 7 mit
H.264-Unterstützung auch DVDs in High Definition ermöglicht.
Final Cut Express HD
Für Sparsame ist auch eine preiswerte Version auf dem Markt, Final
Cut Express HD, sie verzichtet auch einige Features der Pro Version, wie
die 3 Layer Farbkorrektur oder das Vectorskop, ist aber im Gegensatz zu
FC Pro4 HD bereits absolut HD-tauglich auch für HDV ohne zusätzliche
Software.
Adobe Premiere Pro
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Premiere |
Auch das inzwischen erwachsen gewordene Premiere kann man, in der
Version 1.5 bereits für HDV nutzen, allerdings nicht direkt, sondern
über den Umweg eines Hilfsprogramms wie jenes von Main-Concept, welches
den Import des Materials per Plug-in ermöglicht.
Das Plug-in erlaubt die Bearbeitung von HDV-Material, und erlaubt
auch die Steuerung der HDV-Kameras wie die HDR-Z1 und die HDR-FX1.
Ähnlich wie andere
hochwertige, professionelle Schnittprogramme, ist auch dieses recht anspruchsvoll,
ja sogar etwas anspruchsvoller, was
Prozessorleistung und Arbeitsspeicher angeht. Auch was das
Betriebssystem angeht, erfordert das Programm Windows XP, frühere wie
2000 oder NT werden nicht unterstützt.
Ein 3 GHz Rechner ist also mehr als sinnvoll und natürlich Festplattenspeicher satt. Die Echtzeitleistungen
können auch nur auf üppig ausgestatteten Rechnern erreicht werden, ist
der Prozessor zu schwach, sind ruckelnde Bilder die Folge. Stimmen die
Hardwareanforderungen, erlaubt das Programm komfortables HD-Editing.
Avid Xpress DV
Leider bietet erst die teurere Version XPress Pro 5 die Möglichkeit,
HDV- Aufnahmen zu bearbeiten, hier ist im Vergleich zu den Mitanbietern eine gewisse Toleranz
gegenüber nicht absolut neuester Hardware vorhanden. Das Programm
läuft interessanterweise entweder unter MAC OS X oder Windows XP.
EDIUS Pro 3
Das Schnittprogramm von Canopus ist ebenfalls HD-Fähig und kann HD
und SD (Standard Definition, also normales 4:3 Video) problemlos auf der
Timeline miteinander mischen. Es kann HDV capturen, benötigt dafür
aber einen OHCI FireWire Controller bzw. eine EDIUS NX Steckkarte und
das Hilfsprogramm MPEG-Capture.
Probleme macht derzeit auch noch die Übernahme der
Timecode-Information beim Batch-Capturen. Die funktioniert nur
fehlerhaft. Man kann das Material nur frei einspielen, damit entfällt
die Möglichkeit, nachträglich Material nochmals etwa mit längerem
Vor- oder Nachlauf einzuspielen. Man muss in einem solchen Fall den
betreffenden Take komplett neu benennen und als neues File in den
bestehenden Schnitt einfügen.
Um die Rechenzeiten durch das nachberechnen von I-Frames zu
vermeiden, kann man das Material auch statt im HDV in einem eigenen
EDIUS-Format einspielen, bei dem alle Bilder I-Frames sind. Damit wird
der Schnitt komfortabler, allerdings erhöht sich auch die Datenmenge
auf der Festplatte um den Faktor 3.