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Film im InternetEs wird unweigerlich kommen und gewiss die Medienwelt erheblich umgestalten: Filme bzw. TV-Programme werden über ein weltweites Netz verbreitet, das Internet. Eines der zahlreichen Nadelöhre auf dem Weg zu Internet-TV sind die Übertragungsbandbreiten. Momentan besitzt die Mehrheit der Internet-Anwender noch langsame Zugänge mit 56 k Modem. Die Verbreitung von DSL- Zugängen steigt jährlich um etwa 10 % und man geht von einer Umstellung fast aller Internet-Haushalte auf schnelle Zugänge in etwa 6 Jahren aus. Um die zu bewältigende Datenmenge Internet-gerecht zu reduzieren, werden verschiedene Techniken angewandt:
Download-TechnikenDaneben finden auch verschiedene Techniken Anwendung, um den Datenverbrauch des Tons so niedrig wie möglich zu halten.
Eine Möglichkeit ist, dass der Benutzer Videodateien downloadet, z.B. als
MPEG-1 oder in den verbreiteten AVI- oder QuickTime-Formaten. Da der Download lange dauert, selbst wenn man nur 2- oder 3-minütige Filme lädt, und diese zu allem Überfluss meist auch noch von schlechter Bildqualität sind, machen diese Lösungen bisher wenig Freude. Wo sich bisher noch durch die relativ geringe Übertragungsgeschwindigkeit winzige Datenmengen quälen und trotz starker Datenkompression nur qualitativ schlechte Bilder möglich sind, werden in naher Zukunft Programme in Sendequalität zu sehen sein. KompressionsverfahrenBereits jetzt gibt es einige Pilotprojekte, speziell für das Web entwickelte Miniserien zu präsentieren. Und alle größeren Softwareentwickler für nichtlineare Computerschnittplätze entwickeln Softwarelösungen, um moderne, qualitativ hochwertige Kompressionsverfahren in ihre Schnittlösungen zu integrieren. Vor allem aber soll gleichzeitig verhindert werden, dass die Filme auf Festplatte zwischengespeichert werden müssen bzw. können. Besonders die Inhaber der Filmrechte möchten dies verständlicherweise verhindern, denn ein akzeptabler Kopierschutz wäre so gar nicht denkbar. Über die grundsätzliche Realisierbarkeit eine „sicheren“ Kopierschutz bestehen zwar berechtigte Zweifel, aber die Industrie hat es bisher immer verstanden, es den Konsumenten schwer genug zu machen, damit sich die Anzahl illegaler (und auch legaler, privater) Kopien in Grenzen hält. Media-StreamingDie bisherige Lösung hierfür, die bei einer entsprechenden Internetanbindung auch das störende Herunterladen entfallen läßt heißt Streaming Video, oder auch Media-Streaming. Das ist die gleichzeitige Übertragung von Video, Ton und Daten in einem gleichmäßigen Datenstrom, der von einem Server abgegeben und beim User abgespielt wird. Man unterscheidet hier “Progressive Streaming“ und “Realtime Streaming“. Beim Progressive Streaming werden zunächst Daten auf den Computer downgeloaded. Ab einer bestimmten Datenmenge als Puffer beginnt der Player, das Video abzuspielen. Durch die zeitliche Verzögerung kann man nur Videos auf diese Weise übertragen, Life- Übertragungen sind nicht möglich. Beim Realtime Streaming haben wir es mit einer Übertragung in Echtzeit zu tun, ohne Vorlauf und Puffer. Hier sind die Ansprüche an den Übertragungsweg höher. ADSL und TDSL sind hier angesagt. Dann sind auch Life-Events (Konzerte, Ereignisse etc.) übertragbar. Wichtig hierfür sind vor allem Breitband-Netze und hochwertige Kompressionsverfahren, welche die Datenmengen reduzieren, ohne die Qualität sichtbar oder hörbar leiden zu lassen. Der von der Moving Pictures Expert Group entwickelte MPEG-4-Standard ist ein neues Kompressions- und Übertragungs-Verfahren, das Multimedia, besonders aber Video, durch Netze auch geringer Bandbreite schicken soll, aber gleichzeitig auch für künftige Breitband-Anwendungen geeignet ist. Erreicht wird dies, indem die Datenmenge variabel ist. Ein Film etwa kann also, abhängig vom empfangenden Netz, in unterschiedlichen Bandbreiten übertragen werden. Eine zukunftssichere Strategie, der auch andere Hersteller, wie z. B. Real Technologies, durch Eigenentwicklungen Rechnung tragen. Beispiel: Earthship.tv, Site vom Bruder (John-David) des Titanic Regisseurs James Cameron Der britische Sender Channel 4 sendet seit Ende Juni 2006 sein tägliches Programm auch via Internet, zunächst allerdings nur die Eigenproduktionen und nicht etwaige Serien, die angekauft wurden. Cannel 4 PlayerNicht immer sind die von den Betriebssystem-Herstellern mitgelieferten Player, in der Lage, die Codecs abzuspielen. Als besonders vielseitig und zudem offen in der Struktur gilt der M-Player, den man kostenlos downloaden kann. Download unter: M-Player Noch leistungsfähiger und ebenfalls frei ist der VLC Media-Player. Wenn ein Film nicht abgespielt werden kann, helfen Programme, herauszufinden, welcher Codec fehlt und wo man ihn beschaffen kann. Zu empfehlen ist GSpot. Ebenfalls sehr mächtig und vielseitig: FFDShow. (Zu allen Links gilt wie immer: MC haftet nicht für den Inhalt externer Seiten) Erfolg kann teuer werdenWer über das Web Streaming-Angebote vertreibt, bekommt ziemlich rasch ein weiteres Problem des Internets zu spüren: Jeder Kund stellt eine neue Internet-Verbindung zum Server dar, wenn also 500 Kunden einen Film anschauen, müssen 500 einzelne Verbindungen einzelner Rechner zum Server über das Internet hergestellt werden. Während dies für reine Textseiten noch handhabbar ist, entsteht bei Video und Audiodaten ein erheblicher Datenstrom. Damit das funktioniert muss kostspielige Hardware eingekauft und / oder beim Provider für den entsprechenden "Traffic" kräftig bezahlt werden. Neues Protokoll, neue MöglichkeitenEin besonderes Problem für die Übertragung von Filmen via Internet stellt das bisherige Protokoll dar, nach welchem Datenpakete vom Programmanbieter zum Kunden gelangen. Das aktuelle Internet-Protokoll stammt aus dem Jahre 1973 und war nicht ausgelegt auf die Übertragung von Filmen und Tönen. Die logische, der Bilderfolge eines Filmes entsprechende Datenübertragung kommt darin gar nicht vor. Bisher werden Daten ohne vorgeschriebene Reihenfolge über das Internet transportiert, ein Verfahren, welches man beim Aufbau beliebiger Webseiten beobachten kann. Mal ist der Text schon komplett und die Werbebanner auch, aber die einzelnen Fotos brauchen noch etwas länger. Für Filme oder Audiosignale ist es natürlich verheerend, wenn die Informationen nicht in der richtigen Reihenfolge und mit unterschiedlicher Verzögerung eintreffen. Verspätete Datenpakete sorgen für Verzögerungen, für das gefürchtete Stottern oder Aussetzen des Internetradios oder Videostreams. Momentan wird an einem neuen Standard gearbeitet, der neben der Erweiterung von möglichen IP-Adressen (begrenzt u.a. die Zahl der Domains) genau diese Probleme lösen soll und den Streaming-Media endgültig zum Durchbruch verhelfen soll. Das Protokoll heißt IPv6 und wird den einzelnen Datenpaketen im so genannten Header Prioritäten zuweisen. Damit erkennen die Router welche Daten bevorzugt transportiert werden müssen. So werden Streaming-Daten gegenüber normalen Webseiten-Informationen bevorzugt transportiert und die Wartezeiten für das Internet-Kino oder Fernsehen drastisch verringert. |
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