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HDTV
Auch wenn die Abkürzung TV es erwarten lässt, zumindest hierzulande wird High-Definition, das Synonym für hochauflösendes, besseres Fernsehen, zumindest in der nächsten Zeit gerade im Fernsehen wohl kaum zu sehen sein. HD - Was man genau darunter versteht, darüber diskutieren diverse Kommissionen fieberhaft, fest steht, dass es vermutlich mit 1080 Zeilen, also etwa doppelt so vielen als das bisherige PAL oder SECAM, kommen wird. Auch das Höhen-Seitenverhältnis des HD Bildes ist gegenüber SD, Standard-Definition (=bisheriges Fernsehformat 4:3) verändert, es beträgt 16:9. Die erste echte HDTV- Empfangsmöglichkeit in Europa bietet der belgische Sender Euro 1080 über Satellit (Astra) und sendet in 1080i, also mit Halbbildern. Seit Mai 2006 sendet auch von Deutschland aus ein reiner HD-Fernsehsender über Satellit, ANIXE HD, ein privater Free-TV Anbieter, der über Astra zu empfangen ist und vornehmlich Spielfilme in HD ausstrahlt. Länder wie Japan, die USA, Südkorea, Brasilien, Mexico, Australien oder China haben was die Verbreitung von HDTV angeht, die Nase vorn. Dort gibt es bereits diverse Programme die in HD gesendet werden. In Japan gibt es schon viele Jahre HDTV Sendungen vor allem im Auftrag der NHK und immerhin über 6 Millionen HDTV-Geräte, in den USA ist das Standard-Fernsehen NTSC sichtbar schlechter als unser hiesiges PAL, also das Zuschauerinteresse an besseren Bildern viel höher. Bereits jetzt gibt es in den USA 40 HDTV-Kanäle. NormenUm zu erläutern, worin die qualitativen Unterschiede der neuen TV-Systeme bestehen, betrachten wir zunächst unser bisheriges Fernsehen. Wir haben es bei PAL mit 576 sichtbaren Zeilen (Bildhöhe) und ca, 720 sichtbaren Linien (Bildbreite) zu tun.
Ob es sich wieder wie bisher um ein Halbzeilen-Verfahren handeln soll, das wäre dann in HD 1080 Zeilen interlaced (1080/50i), oder aber um Vollbilder, das wäre dann 720 Zeilen progressiv (720/50p) ist noch nicht entschieden. Vermutlich werden die Sender- und die Empfänger so ausgelegt sein, dass man beide Formate wahlweise ausstrahlen bzw. empfangen kann. Eigentlich wäre ein Vollbild-Verfahren, also 720p für das menschliche Auge besser, andererseits bietet 1080i deutlich höhere Auflösung. Durch den Trick, jeweils nur ein halbes Bild zu übertragen, spart man bei 1080i Bandbreite. Tests haben aber ergeben, dass 720p subjektiv als genauso detailgenau empfunden wird wie 1080i bei dem man letztlich ja immer nur 540 Zeilen (pro Halbbild) gleichzeitig sieht. Um die Normendiskussion noch komplizierter zu machen, arbeiten zum Beispiel die meisten Flachbildschirme nach dem Computer-Standard (XGA) und 768 Zeilen. Projektoren wiederum arbeiten in der neuesten Generation wahlweise in 720 X 1280 oder in 1080 X 1920, das werden auch die Werte der HDTV Fernsehgeräte sein. ProduktionAuch wenn die Produkte noch nicht in HD beim Zuschauer ankommen, so haben fast alle TV-Sender hierzulande bereits Produktionen in HD aufgenommen. Gemeint sind damit nicht auf Film gedrehte, denn der bot diese Auflösung ab Super 16 aufwärts schon immer, sondern mit digitalen Videokameras aufgezeichnete Projekte. Wer jedoch meinen sollte, dass besonders aufwändige, hochwertige Themen in HD gedreht würden, der täuscht sich, es sind auch Sitcoms oder Reality-Formate, die mit der neuen Technik aufgenommen werden. Auch die olympischen Spiele in Athen boten teilweise Bilder in HD an, um den Weltmarkt bedienen zu können. So wird die Fußball WM 2006 komplett in HDTV produziert. Ob aber die Zuschauer hierzulande diese Qualität auch im Wohnzimmer werden betrachten können, ist fraglich. Dafür müssten Millionen Zuschauer ihre noch funktionierenden Fernseher wegschmeißen und sich teure neue Geräte kaufen, von denen noch niemand weiß, ob sie einer noch festzulegenden Norm entsprechen werden. Aus der Sicht von Produzenten, die ihre Produkte auch international anbieten wollen, führt nichts an HDTV vorbei. Entweder müssen sie klassisch auf Super 16 oder 35mm drehen, oder aber im Video-Bereich auf HD produzieren um international auch in Zukunft ihre Produkte verkaufen zu können. Hier wieder scheinen 24 Bilder/Sec also 24p für den internationalen Programmaustausch am geeignetsten zu sein, von 24 Bildern kann man relativ problemlos auf den US Standard von 30 TV-Bildern in der Sekund konvertieren. DistributionSo lange es fast keine Fernsehgeräte am Markt gibt, die HDTV abbilden können, weigern sich die TV-Sender weitgehend, darüber nachzudenken, HD an die Zuschauer weiterzuleiten. Dabei hat sich die Industrie noch nicht einmal geeinigt, in welcher Weise denn die Signale an die Zuschauer weitergeleitet werden sollen. Die Verbreitung von Fernsehgeräten für HD ist auch abhängig davon, für welche Norm sich nun die europäischen Länder entscheiden werden. Ungeklärt ist auch, ob es, wie in den USA ein radikaler Wandel zu HDTV wird oder ob, wie es sich viele TV Veranstalter wünschen, ein Übergang mit Zwischenschritt wird, über ein nochmals verbessertes PAL. In Zusammenhang mit einem solch gravierenden Schritt an Umstellung gibt es besonders in Europa einige Empfindlichkeiten. Schon einmal, Ende der 80er Jahre hatte Europa versucht mit D2Mac hochauflösendes Fernsehen in die Wohnzimmer zu bringen und ist grandios gescheitert. Milliarden wurden investiert bis man erkannte, dass dieses Verfahren nicht am Markt durchsetzbar war. Das lag vor allem an der analogen Technik, die enorme Bandbreite für die Übertragung brauchte und den fehlenden Flachbildschirmen. Entsprechende Fernseher wären schwer, mit relativ kleiner Diagonale und extrem teuer gewesen. Senderperspektive
Für die Programmveranstalter ist HD ein schwieriges Thema. Schließlich müssen sie in neue, teurere Geräte investieren ohne dass sie dafür vom Zuschauer mehr Geld erhalten werden. Auch erhöhen sich die Zuschauerzahlen durch eine mögliche Umstellung auf HDTV nicht. Wo man nicht einmal vor manchmal erschreckend schlechten Programminhalten zurückschreckt, ist die Bereitschaft, dem Zuschauer etwas Gutes zu tun, vermutlich nicht allzu hoch. AufnahmemöglichkeitFür den Heimgebrauch existiert neben dem Computer momentan nur ein einziger Standard um HDTV aufzuzeichnen, das D-VHS Format, welches spezielle Kassetten (D-Theater-Kassette) benötigt. Bisher existiert keine PAL-Version. Man kann jedoch davon ausgehen, dass nach Einführung der Blue-Ray DVDs mit höheren Aufnahmekapazitäten, die Heim-Aufzeichnung von HDTV auf DVDs erfolgen wird. Allerdings stehen dem noch die rigiden Copyright- Ängste der großen Studios entgegen, sie versuchen zu verhindern, dass der Heimanwender Filme in HD vom Fernseher digital auf DVD aufzeichnen kann. Alternative ComputerAuch wenn es die Fernsehindustrie gar nicht so gerne hört, praktisch jeder aktuelle Computerbildschirm kann HD darstellen und das in einer Brillanz, die manchen Fernseher alt aussehen lässt. So könnte es über digitale Satelliten-Empfänger Karten oder auch über HD-DVDs noch vor den Fernsehsendern zu einer weiten Verbreitung von HD-Inhalten auch bei uns kommen. Schon jetzt ist das Bild von einer Standard-DVD besser als das normale Fernsehbild. Eine HD-DVD vergrößert den Qualitätsabstand noch weiter. So existiert bereits der MS-Media-Player Standard WMV-HD (Windows Media High Definition Video) mit dem eine Auflösung von 720p oder 1080p auf dem Computer (so der Prozessor leistungsfähig und der Arbeitspeicher groß genug ist) abspielbar ist. Quicktime von Apple ist ebenfalls in der Lage mit HD umzugehen. Ein dritter Codec stammt vom Joint Video Team (JVT), basiert auf MPEG4 und nennt sich H264. Stand-Alone DVD-Player beherrschen diesen Standard oft noch nicht, erste Geräte kommen aber Ende 2004 auf den Markt. Erste TV-Karten für PCs erlauben es, den Computer auch ohne Satellitenempfänger im Betrieb am Kabelnetz als HD-Fernseher zu benutzen. In den USA und Japan erfreuen sich diese größter Beliebtheit, hierzulande existiert noch kein HD-Programm im Kabelnetz. Woher auch die HD-Signale stammen, in der näheren Zukunft wird wohl die Mehrheit der HD-Bildschirme bei uns aus Computerdisplays bestehen. |
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