Startseite
Digitaler Dreh
Nach oben Filmschule Aktuell Community Seminare
 
 
Digitales Material
Filmausbelichtung
24p
Suche Startseite Druckansicht E-Mail ans Movie-College

Ein Projekt von

Das Movie-College sucht Partner und Sponsoren! mehr...

Auf dieser Seite

Verwandte Seiten

Hochauflösendes Video fürs Kino?
Kosten
Farbraum
Auflösung
Kontrastumfang
Schärfentiefe Film und 24p

Videokameras
Workflow Film

Hochauflösendes Video fürs Kino?

Die Wahl, ob Sie auf Film oder digital drehen, ist auch eine Entscheidung über Qualität, Aussehen (Look), Produktionskosten und Vertriebsmöglichkeiten. Über Jahrzehnte hinweg hat die Industrie daran gearbeitet, die Qualität im Kino immer weiter zu verbessern. Bedeuten die aktuellen, gewiss verfrühten Pläne einer Ablösung des Films durch hochauflösendes Video einen qualitativen Rückschritt im Kino?

Kosten

Beginnen wir mit den Kosten. Der erste Irrtum, der in Zusammenhang mit dem Vergleich beider Verfahren gerne gemacht wird, ist die Vermutung von Einsparungen. Weit gefehlt. 24p, der digitale Herausforderer, ist derzeit teurer als Film! Die Gründe:

  • Teures Equipment: 24p Kamera, Klasse 1Monitor am Set (dringend empfohlen).
  • Ein zusätzlicher Mitarbeiter, der das Kamera-Setup übernimmt.
  • Höherer (Zeit-) Aufwand bei der Ausleuchtung  als Film, kein richtiges Schwarz wie beim Film  zugleich Probleme mit hellen Lichtern).
  • Die evtl. unumgängliche Nachbearbeitung (Filmlook) auf Compositing-Systemen ist ebenfalls sehr kostenintensiv.
  • Das Ausbelichten (FAZ) in hoher Qualität ist extrem teuer.

Farbraum

Der Film hat einen deutlich größeren Spielraum und einen viel größeren Farbraum zu bieten, ist einfach flexibler und die Bilder haben mehr Brillanz, was auch bei einer späteren Bearbeitung noch für Reserven sorgt. Je höher die Qualität des Ausgangsprodukts, desto besser die Bearbeitungsvariationen und die Endprodukte.

Die meisten von uns haben diese Erfahrung schon einmal gemacht: Will man ein besonders farbintensives Bild malen, so bieten uns die verschiedenen Farben und Verfahren eine ganz unterschiedliche Brillanz. Mit Öl-, oder Lackfarben sind einfach andere Farbkontraste und Dichten möglich, wie etwa mit Kreide oder Buntstiften. Ähnlich verhält es sich mit den verschiedenen Farbtiefen der wichtigsten Bildmedien.

Da wir Sie unmöglich gleichzeitig in einen dunklen Kinosaal, vor einen TV-Monitor und in eine digitale Projektion mitnehmen können, lassen sich die verschiedenen Farbräume nur simulieren. Schließlich ist es ein Computerbildschirm, auf dem Sie diese Seite betrachten. Und jeder Bildschirm ist ein wenig anders, daher kann dieser Vergleich nur symbolisch sein. Die folgende Grafik zeigt, wenn Sie mit der Maus über die Links fahren, die Grenzen der verschiedenen Medien auf.

Farbtiefe bei unterschiedlichen Ausgabemedien in schematischer Darstellung im CIE-Diagramm:
(Klicken Sie, um links die Diagramme anzuzeigen)

  • Film im Kino/Foto (CMY)
  • Beamer (24p)/Computermonitor (RGB)
  • Fernsehen (PAL, RGB)
  • Farbdruck (CMYK)

Mehr Informationen zu den Farbmodellen CMY(K)/RGB und zur Beamer-Projektion:

  • Farblehre
  • E-Cinema

Auflösung

Die Qualität und Informationsdichte von 35 mm-Film ist weitaus höher als bei Video. Und das nicht nur in der ersten Generation (Original-Filmnegativ) sondern auch in den Kinokopien, die davon gezogen werden.

HDTV ist mit 2 K der TV-Spitzenreiter, 35 mm-Film liegt bei durchschnittlich 4 bis 5 K und wird stetig weiterentwickelt. Das Maß der Auflösung ist die Anzahl von Senkrechten Linien, die man nebeneinander abbilden und getrennt wahrnehmen kann. Bei einer Auflösung von 4 K sind also 4000 einzelne Linien in der Bildbreite nebeneinander darstellbar.

Das ist nicht nur wichtig für die absolute Wiedergabequalität, sondern auch für die Möglichkeiten, das ursprüngliche Ausgangsmaterial zu bearbeiten. Wenn man etwa einen Ausschnitt des ursprünglichen Bildes kopieren möchte, spielt die Auflösung plötzlich eine ganz entscheidende Rolle.

Doch auch, wenn man die Bilder komprimieren möchte (für DVD etc.) ist ein möglichst hochwertiges Material mit hoher Auflösung wichtig.

Kontrastumfang

Bei Video muss man sehr viel vorsichtiger ausleuchten, sonst sind Spitzlichter, helle Fenster oder Gegenlicht nicht mehr sichtbar. Man kann diese Fehler auch in der Nachbearbeitung nicht mehr reparieren. Der Lichtaufwand für szenisches Video ist also höher als beim Film. Momentan kann man sich entscheiden: Entweder die Schatten und Mittelbereiche sind okay und die Highlights fressen aus, oder aber die Highlights sind gut und im Schattenbereich fehlt es an Zeichnung.

Die Hersteller führen ein wenig in die Irre, wenn Sie erklären, HDTV habe 11 Blenden Umfang (zwischen der dunkelsten und der hellsten Stelle im Bild). Eine Faustregel sagt, der Kontrastumfang ist jeweils eine Blende weniger als die Auflösung in Bit. Systeme mit 12 Bit log/pro Farbkanal liefern theoretisch wirklich 11 Blenden Kontrastumfang – aber nur wenn die elektronischen Chips mitspielen, und dass ist zur Zeit noch nicht der Fall. Acht bis neun Blenden sind hier eher realistisch und die Realität hat einen weitaus höheren Kontrastumfang.

Nicole Ansari und Jan Kurbjuweit in „Franta“

Schärfentiefe Film und 24p

Die CCD-Chips in den Kameras sind sehr klein, wodurch eine enorme Schärfentiefe entsteht. Wenn man so etwas will (Citizen Kane) ist es wunderbar, will man es aber nicht, hat man ein Problem.

Konnte man im Schwarzweißfilm die Aufmerksamkeit der Zuschauer neben der Kadrage und der Schärfentiefe auch stark über das Licht steuern, so kommen beim Farbfilm die Farbkontraste als zusätzliche Ablenkungsgefahr hinzu. Sie konkurrieren mit den Helligkeitskontrasten. Einen speziell mit großer Schärfentiefe arbeitenden Film wie Citizen Kane heute in Farbe zu drehen wäre mit Sicherheit ungleich schwieriger als in Schwarzweiß.

Es sind die speziellen Schärfenverhältnisse bei 35 mm, die zum typischen Kinolook gehören.

Um sich diesem Look mit Video zu nähern (wenn man nur wenig Tiefenschärfe will), muss man längere Brennweiten verwenden und mit weiter oder gar offener Blende drehen.

Alternativ wird sie auch durch spezielle Programme für künstliche Unschärfe (Post Effects Blur Tools) nachträglich optimiert. Doch das Ergebnis ist dennoch ein andere. Bei szenischen Produktionen mit HDTV wird auch gerne mit Nebelmaschinen oder Imkerpfeifen der Hintergrund mit Dunst versehen, um die übergroße Tiefe zu reduzieren.

 
© 1999-2007
Movie-College

Allary Film,
TV & Media
 
[ Digitales Material ] [ Filmausbelichtung ] [ 24p ]
 
 

Titel:   Digitaler Dreh
Zugriff:
Adresse:

Quelle: Movie-College (www.movie-college.de)

Allary Film, TV & Media (München) – Alle Rechte vorbehalten