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Vorteile beim Dreh
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Alles scharf?
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Auf Film belichten
DV-Kameras
Digitaler Dreh
Videokameras

Kino oder günstig?

Ist eine Handvoll Kamera schon kinotauglich?

Zugegeben, DV hat zu einer ungeheuren Demokratisierung der Produktionsmittel geführt. Qualitätsmerkmale, die früher nur den teuren Betacam SP oder Digi-Beta Kameras vorbehalten waren, lassen sich mit geringen Einschränkungen heute mit kompakten DV Kameras erzielen.

Doch nicht wenige, die auf diesem Format drehen, haben eigentlich gar nicht Video, sondern Kino im Sinn. Video kann dem analogen Film (noch?) nicht das Wasser reichen (siehe 24p), aber man kann ja versuchen, sich ihm zu nähern. Worauf ist zu achten, wenn man mit DV-Kameras einen Filmlook erzielen möchte? Kinofilme wie “Der Felsen”, “Erleuchtung garantiert” , “Halbe Treppe” oder in Kürze “Väter” sind Beispiele für diesen Trend.

Vorteile beim Dreh

Da ist an erster Stelle natürlich das Aufnahmematerial. Während beim Dreh auf Film bei jeder Einstellung spürbare Geldbeträge durch die Kamera (und später das Kopierwerk) jagen, sind die Kassettenpreise angenehm niedrig. Die erste Kostenexplosion droht allerdings, wenn man zu viel gedreht hat, und die Datenmenge längst nicht mehr auf die vorhandenen Festplatten passt. Die Zweite droht, wenn man das geschnittene Video auf Film ausbelichten will. Spätestens da wird der Kostenabstand zu einer vollständigen Arbeitsweise mit Film doch sehr klein.

Wenn man mit den kleinen Mini-DV-Kameras dreht, so ist natürlich die Möglichkeit gegeben, sehr flexibel aus leicht veränderbaren Perspektiven aus der Hand zu drehen, eine Arbeitsweise, die sich auf die Filmsprache auswirkt. Dabei ist eine Handkamera gemeint, die stark von der “klassischen” Handkamera abweicht. In der Regel wird der Bildausschnitt nämlich nicht durch das Okular (Augenmuschel) kontrolliert, sondern durch die ausklappbaren LCD-Displays. Damit wird die Kamera von Auge und Körperlichkeit der/-s Kamerafrau/-manns noch weiter befreit. Die Hände und Arme können, ruhige Haltung vorausgesetzt, sogar kleinere Kranfahrten ersetzen.

Versucht man allerdings, innerhalb des DV-Formats auf große Chips (12'' oder 3/4'') geringste Kompression und höchste Farbauflösung (DVCPRO50, siehe DV-Kameras) zu achten, dann werden die Kameras gleich wieder größer und schwerer und die Leichtigkeit der Kameraführung ist dahin. Dabei wäre es durchaus angebracht, bei der Wahl der Kamera auf die Signalqualität zu achten. Denn was die Aufzeichnung der Farbträger angeht, so ist DV sogar dem alten High8 Format unterlegen, es speichert gerade mal halb soviel Farbinformationen (siehe Digitaler Dreh). Ausnahme DVCPRO50: hier wird die gleiche Farbinformation wie bei Hi8, Beta SP etc. aufgezeichnet.

Auf der Suche nach dem idealen Sucher

Des Einen Freud´ ist des Anderen Sucher...

Doch Vorsicht: Der LCD-Sucher stimmt selten mit dem tatsächlichen Bild überein. Besonders im Nahbereich machen sich die Abweichungen stark bemerkbar. Wer Titel abfilmt oder Bilder, wird später überrascht feststellen, dass die Kamera auch über den Rand hinaus aufgenommen hat. Ein Funksender an der Kamera und ein TV-Empfänger am Set können in Zweifelsfällen mehr Sicherheit bringen.

Auch die qualitative Bewertung des Bildes ist etwas unprofessionell: Die werksseitig vorgegebenen Farb- und Kontrasteinstellungen der niedlichen Displays gaukeln uns ständig höchste Brillanz vor. Auf einem “amtlichen” Kontrollmonitor gibt es möglicherweise so manche Überraschung.

Will man in der Sonne drehen und mit dem LCD Bildschirm kadrieren, hat man allerdings ein Problem.
Tipp: Kleine schwarze Kunststoffvorsätze können ein wenig Sonne abmildern. Es wurden aber auch schon Kameraleute gesichtet, die über Kopf und Display ein dunkles Tuch geworfen haben.

Alles Scharf?

Die übergroße Schärfentiefe bleibt ein beherrschendes Problem bei den DVs, wenn man einen Filmlook erzielen möchte.

Tipps

  • Am Drehort arbeitet man vorzugsweise mit offener Blende und langen Brennweiten.
  • Ein wenig kann dabei auch das Licht helfen. Wenn man eher hart und mit mehreren kleineren Lichtquellen (Spots) ausleuchtet, so kann der Helligkeitsabfall in nicht bildwichtigen Teilen etwas die nicht erhältliche Unschärfe im Hintergrund etwas ersetzen.
  • Man kann, wenn man den Hintergrund mit etwas Dunst (Nebelmaschine/Imkerpfeife) leicht vorbereitet, ebenfalls die übergroße Räumlichkeit zurücknehmen.
  • Um die Bilder weniger hart aussehen zu lassen, kann unter Umständen auch ein leichter Softfilter sinnvoll sein. Besonders hilfreich, wenn man an der Kamera die Gamma-Kurve manuell verstellen kann.
  • Inzwischen bieten auch einige Hersteller Vorsätze an, bei denen Filmobjektive an DV-Kameras adaptiert werden und die optischen Verhältnis in Hinsicht auf die Schärfentiefe durch optische Umlenksysteme denen von 35mm angenähert werden. (Z.B. Mini-35-Digital Adapter). Doch die Kosten für diese Systeme sind hoch (zu einem Hersteller).

Dreharbeiten zu “Midsommar-Stories”, gedreht auf Super 16

Alles Hell?

Die Gradation der Videokameras macht es schwer, einen Filmlook zu erzeugen. Das satte Schwarz, das “Absaufen lassen” bestimmter Bildteile ist bei Video schwer möglich. Irgendwie ist überall noch Zeichnung drin. Ein gewichtiges Argument, Filme die für die Leinwand bestimmt sind, auch auf Negativ zu drehen. Selbst Außendrehs mit gleißendem Sonnenlicht werden vom Filmmaterial noch “gnädig” verarbeitet.

Was kann man tun, DV auch in dieser Hinsicht filmischer aussehen zu lassen?

Tipps

  • Bei Innenaufnahmen mutig mit dem Licht umgehen. Lichtinseln mit Schattenbereichen abwechseln, ohne die Lichtbereiche zu hell werden zu lassen.
  • Bei der Bildgestaltung möglichst keine hellen Flächen hart auf Dunkel treffen lassen. Ganz schrecklich sind die Kanten, dort wo dunkle auf sehr helle Bereiche stoßen. Als hätte jemand mit einem schwarzen Filzstift da im Bild rumgemalt. In benachbarten Bildteilen deshalb mit weniger Kontrast ausleuchten.
  • Bei Außendrehs ggf. mit Butterflys  arbeiten um grelles Sonnenlicht abzuschwächen.
  • Lichtquellen ins Bild einbauen. Stehlampen, Tischleuchten, Hängelampen, Leuchtsteine, Lichterketten, Klemmspots oder Bürolampen schaffen eine interessante Atmosphäre und erzeugen auf einfache Weise für die Darsteller Lichtinseln.
  • Die Gradation in der Postproduktion steuern. Filter-Plugins, Compositing und Retusche erlauben es, mithilfe beweglicher Masken, den Filmlook nachträglich ins Bild zu rechnen (zu einem Hersteller).

Auf Film belichten

Es gibt diverse Methoden, Video auf Film zu transferieren. Die Low-Cost Variante besteht darin, mit der Filmkamera vom Fernseher abzufilmen. Verwendet man dazu einen High-Definition Monitor kann das gar nicht schlecht aussehen. Spürbar besser, dafür aber teuer sind die Röhrenbelichter und die Laserbelichter (siehe Filmausbelichtung).

Die Entscheidung für ein bestimmtes Verfahren ist schwierig, weil es viele Qualitätsentscheidende Faktoren gibt. Da treffen einfach zwei Welten, die digitale Videotechnik und die analoge Filmaufnahme aufeinander. Es gibt keinen Automatismus, der das Monitorbild von der DV Kassette exakt genauso auf Film bringt. Der Vorgang ist stets mit großen Veränderungen verbunden, die man unbedingt steuern und nicht dem Zufall überlassen sollte.

Die Kombination verschiedener Ausbelichter und Positivmaterialien führt zu sehr abweichenden Resultaten. Ob es eher schmuddelig oder technisch klar bis hin zu überscharf aussieht, darüber entscheidet auch die Justierung der Belichter und die Interpolation (Algorithmen). Interpolation ist der Vorgang, indem aus Halbbildern (siehe Fernsehen) Vollbilder gemacht werden. Aus je einem ungeraden und einem geraden Halbbild (1+2, 3+4 etc.) wird ein Vollbild gerechnet. Man kann die Bilder jeweils verdoppeln, oder aber interpolieren (zusammenrechnen). Die erste Variante vermindert Bewegungsunschärfe bei halber Auflösung, die zweite Methode erzielt die volle DV-Auflösung.

Es ist deshalb angebracht, für Ihr individuelles Projekt Tests zu machen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

 
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Titel:   Filmlook auf DV
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Quelle: Movie-College (www.movie-college.de)

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