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Autos auf der Leinwand...Kaum ein Film, in dem keine Fahrtaufnahmen vorkommen. So häufig, wie Autos in unserem Leben vorkommen, tauchen sie auch auf Leinwand und Bildschirm auf. Was ist zu bedenken, damit Fahrtaufnahmen auch wirklich realistisch aussehen? Welche Varianten gibt es und wie unterscheiden sie sich in Aufwand und Wirkung? Welche Probleme tauchen auf, wie kann man sie lösen? SelbstbespiegelungScheiben gehören zwar zum Auto, haben aber den unangenehmen Nachteil, dass sie reflektieren. Die Frontscheibe tendiert wegen ihrer Neigung dazu, den hellen Himmel zu reflektieren und damit die Schauspieler im Innern des Fahrzeugs zu überlagern. Die Seitenfenster hingegen bilden gerne die Kamera samt Operator ab. Hier ist dunkle Kleidung angesagt, Molton kann ebenfalls Wunder wirken, um unerwünschte Spiegelungen loszuwerden. Lösungswege:
Ist der Ausschnitt auf die Gesichter der Schauspieler beschränkt, kann man auf dem Spielauto einen Gepäckträger und daran ein paar lange Holzlatten befestigen, die über die Frontscheibe ragen. Hängt man darüber schwarzen Molton, so ist die Sicht auf die Darsteller frei. Man kann die Seitenscheiben einfach herunterkurbeln – bei Ein- und Ausstiegsszenen kein Problem, beim Fahren selbst ist der Erfolg abhängig vom Wind. Man kann aber auch mit einem Polfilter arbeiten, um die Reflektionen herauszufiltern. Von Autos mit getönten Scheiben ist abzuraten. Der Kontrast von Außenlicht zur Helligkeit im Auto ist ohnehin schon sehr hoch. Aufbau
Das Fahrzeug, das im Bild vorkommt, nennt man auch „Spielauto“.
Abzuraten ist von Varianten, bei denen sich Kameraleute am Autodach anseilen und hängend mit der Handkamera von außen drehen. Das ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch optisch unbefriedigend! Der Fahreindruck
Bei den Varianten 1 bis 3 befindet sich die Kamera auf der gleichen mechanischen Ebene wie das Fahrzeug, das fährt. In Bezug auf den Bewegungseindruck hat dies zur Folge, dass das Auto selbst (Rahmen, Armaturenbrett etc.) scheinbar völlig unbewegt ist, während die Schauspieler durch die Bodenunebenheiten der Straße hin- und herschaukeln. Zudem liegt das Spielfahrzeug bei Variante 3 durch den Tiefausleger, auf dem es gefahren wird, ein gutes Stück höher als die übrigen Fahrzeuge im Straßenverkehr. Speziell bei Szenen an Ampeln wirkt es sehr irritierend, auf die übrigen PKW herabzublicken. Bei Variante 4 ist die Kamera selbst mechanisch vom Rahmen des Spielfahrzeugs gelöst, wodurch sich nicht nur die Schauspieler bewegen, sondern auch das Fahrzeug. Nachteil: Um keinen Unfall zu riskieren, muss der Mindestabstand zum Spielfahrzeug relativ groß gehalten werden! Auch die Kamera bekommt die Boden-Unebenheiten zu spüren. Fährt die Kamera vor einem Wagen her, der durch ein Schlagloch fährt, ergibt sich folgender Eindruck: Man sieht das Spielauto und die Schauspieler fahren. Plötzlich macht die Kamera einen kleinen Knick nach unten, um sofort wieder aufzutauchen; unmittelbar danach vollführt das Spielfahrzeug dieselbe Bewegung, da es in das gleiche Schlagloch fährt, welches zuvor die Kamera einsacken ließ. Eine ideale Lösung für holprige Wege und Straßen ergibt sich aus der Kombination der Variante 4 mit einer Steadicam. Diese kann man auch in eine Aufhängung einhängen, die man am Fahrzeugholm anflanscht. Dann fängt die Steadicam alle Boden-Unebenheiten des Aufnahmefahrzeugs auf, sodass das Bild völlig ruhig bleibt, während das Spielauto über die wildesten Schlaglöcher brettern kann. Und plötzlich sieht es ganz realistisch aus... |
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