![]() |
![]() |
![]() |
|||||||
| Filmschule | Aktuell | Community | Seminare | ||||||
|
|
Sorgenkind Auflagemaß
Bei Kameras mit Wechseloptik kann es immer wieder vorkommen, dass die Feinabstimmung der hinteren Schärfe nicht optimal mit der Kamera übereinstimmt. Dann stimmt das Auflagemaß der Optik nicht mit dem der Kamera überein. Man kann sowohl das Auflagemaß der Kamera als auch das des Objektivs justieren. Das Auflagemaß der Kamera ist der Abstand zwischen der Auflage des Bajonetts (oder Schraubgewindes) und der Filmebene (dem Filmmaterial hinter dem Bildfenster). So ein Abstand kann je nach Bajonett und Kameratyp zum Beispiel 5,2 (Arri SR 2 & 3), 4,0 (Aaton) oder 5,715 (Panavision) Zentimeter betragen. In der Regel ist das Auflagemaß einer Kamera entsprechend dem Bajonett werksseitig mit sehr enger Toleranz (max. 0,02mm) justiert und sollte bei allen Kameras des gleichen Bajonettsystems gleich sein. Sollte es dennoch nicht stimmen, so kann man bei manchen Kameras mit Hilfe einer Messuhr, bei den meisten nur mit einem Collimator kontrolliert werden. Zum Ändern und Justieren verwendet man extrem dünne Unterlegscheiben (0,012-0,15mm), die es vom Hersteller gibt. Je geringer das Kamera-Auflagemaß ist, desto besser kann man ggf. per Adapter andere Objektivsysteme (z.B. Fotooptiken) verwenden. Doch weitaus häufiger als das Kamera-Auflagemaß korrigiert man jenes bei den Objektiven. Wie macht sich eine Abweichung bemerkbar?Je kleiner das Filmformat ist und je größer es später projiziert wird, desto kritischer ist die Feinabstimmung des Auflagemaßes. Es ist nicht so, dass man mit einer Optik, bei der das Auflagemaß nicht stimmt, nicht drehen könnte. Solange man die Schärfe nur durch den Sucher über die Mattscheibe einstellt, ist die Gefahr von Fehlern gering. Sobald aber ein Kameraassistent die Schärfe zieht, oder man sich selbst auf die Skala am Objektiv verlässt, treten Probleme auf. Das Resultat ist, dass die Werte auf dem Schärfering nicht mit der tatsächlichen Schärfe übereinstimmen.
Messgeräte für FilmkamerasProfis prüfen daher im Leihpark beim Entleihen die Optiken an einem Messgerät, dem sogenannten Auto-Collimator. Das ist ein stationäres Tischgerät (Einstellbank), in welchem man die Optik überprüfen kann. Es gibt auch transportable Messgeräte (Field Collimator) für den Drehort. Das Problem ist, trotz festgelegter Normen für das Auflagemaß kann es vorkommen, dass man bei einem Kamerawechsel die Objektive wieder neu einstellen muss. Die Wichtigkeit dieses Messvorgangs zeigt sich auch darin, dass der Amerikaner Kenneth Richter 1984 für ein besonders gelungenes Messgerät dieser Art einen Technik-Oscar erhielt. ( Link: Eigenbau Collimator ) Low-Cost-Testmethode für Filmkameras
Wo tritt das Problem auf?Das Problem einer Abweichung kann sowohl bei Objektiv-Bajonetten als auch bei Schraubgewinden auftreten, wobei letztere durch die Schraubbefestigung noch zusätzliche Toleranzen haben. Korrekturen bei Filmobjektiven
Ohne Messgerät ist die Justage der Optiken ein kleines Abenteuer. Dies sollten nur mechanisch versierte Menschen vornehmen, zu groß ist das Risiko, durch Unachtsamkeit die rückwärtige Linse zu beschädigen.
Korrekturen bei Videokameras
Bei Profikameras lässt sich das Auflagemaß relativ einfach verstellen. Die Objektive haben unmittelbar vor dem Objektiv-Bajonett einen (letzten) Ring mit Feststellschraube, mit der sich das Auflagemaß ( in der Videofachsprache auch Flanschbrennweite genannt ) einstellen lässt.
|
![]() |
||||
|
|||||||||||||||