Projektionstechniken
Man kennt das aus zahllosen, älteren Spielfilmen: Die Schauspieler fahren
im Auto, wackeln ab und an hin und her und durch die Rückscheibe des Autos
sieht man die Landschaft oder die Straßen irgendwie dahinsausen. Aber es
wird einem klar: Diese Fahrt fand im Studio statt! Bevor Blue-, oder
Greenscreen Verfahren auch den Film eroberten, waren Projektionstechniken
für Kombinationen sehr verbreitet.
Rückprojektion
Rückprojektion war
eine der Tricktechniken, mit denen bewegte Hintergründe mit Kulissen und
Darstellern im Studio bei der Aufnahme kombiniert werden konnten.
Das Prinzip ist einfach. Hinter den Darstellern befindet sich eine
Leinwand, auf deren Rückseite bewegte Hintergründe von einem Projektor
projiziert werden.
Technische Voraussetzungen
- Kamera und Projektor müssen synchron laufen, sonst filmt die Kamera
statt einzelner Projektionsbilder teilweise die dunklen Transportphasen des
Projektors.
- Der Projektor muss sehr lichtstark sein, um das Bild hell genug zu
machen, dass es gegenüber den durch Scheinwerfer beleuchteten
Schauspielern noch ausreichend hell ist.
- Das Scheinwerferlicht sollte seitlich auf die Schauspieler fallen, damit
es nicht auf die Leinwand im Hintergrund fällt.
- Das Studio muss recht groß sein, da die Entfernungen von Projektor zur
Leinwand und von Leinwand zur Kamera wegen der gewünschten Schärfentiefe
erheblich sind.
Aufprojektion
Fortschrittlicher ist dagegen die Aufprojektion. Hier werden Kamera und
Projektor vor der Leinwand im rechten Winkel zueinander installiert. Über
einen teildurchlässigen Spiegel am Schnittpunkt der optischen
Achsen beider Geräte werden sowohl das Hintergrundbild auf die Leinwand
geworfen, als auch die Darsteller-in mit dem Leinwandhintergrund zusammen von
der Kamera aufgenommen. (In unserer Abbildung ist dieser Spiegel als gelbes
Rechteck zwischen Projektor und Kamera dargestellt.)
Die Leinwand muss bei diesem Verfahren aus speziellem hochreflektierendem
Material mit sehr engem Abstrahlwinkel sein. Diese (Scotchlite) Leinwand
wirft das Hintergrundbild am Stärksten senkrecht zurück, also dorthin, wo
der Projektor und die Kamera angebracht sind.
Steht man nicht genau in dieser Achse, kann man im Studio das Bild so gut
wie gar nicht sehen. Und auch auf den Darstellern, die ja eigentlich von dem
Projektionslicht getroffen werden, sieht man das Hintergrundbild nicht.
Schließlich bestehen die Schauspieler ja nicht aus hochreflektierender
Folie. Die Kamera jedoch bekommt so viel Licht von der Leinwand
zurückgeworfen, dass selbst größere Leinwandflächen kein Problem
darstellen.
Diese axiale Anordnung hat auch den Effekt, dass man die Schatten der
Darsteller (durch das Projektionslicht) auf dem Hintergrundbild (Leinwand)
nicht sieht, weil sie diese selbst abdecken.
Licht welches seitlich auftrifft, wird von der Leinwand ignoriert. Dies
hat den wichtigen Effekt, dass das Licht mit dem man die Schauspieler von den
Seiten her ausleuchtet, das Hintergrundbild praktisch gar nicht stört.
Insbesondere für preiswerte Kombinationstricks ist die Aufprojektion auch
heute noch eine echte Alternative zu den aufwändigen und teuren
Compositing-Verfahren. |