Startseite
Crashglas
Nach oben Filmschule Aktuell Community Seminare
 
 
Suche Startseite Druckansicht E-Mail ans Movie-College

Ein Projekt von

Das Movie-College sucht Partner und Sponsoren! mehr...

Glasscheibe:

490 g Zucker werden in 100 ml kochendem Wasser aufgelöst. Die verflüssigte Masse wird als dünne Schicht in eine rechteckige Schale (Auflaufform etc.) gegossen, deren Boden mit Anti-Haft beschichtetem Papier ausgelegt ist (jenes, welches für Aufkleber verwendet wird, oder alternativ Backpapier).

Erkalten lassen. Fertig.

Zutaten:

  • 200 g Mais-Sirup (farblos)

  • 700 g Zucker-Raffinade weiß

  • 400 g Wasser

  • 10 g gereinigter Weinstein (auch doppelweinstein saures Kali genannt)

Zutaten vermischen und (langsam!!!) zum Kochen bringen. (ca. 200 Grad) ca. 20 Minuten lang unter Rühren köcheln lassen. Nicht zu wild umrühren, es sollen keine Luftblasen eingeschlossen werden. Dann Topf vom Herd nehmen und 3 Minuten stehen lassen.

Danach in die Silikonform (oder zerlegbare starre Form) gießen. Wichtig, die Flüssigkeit auf einer Seite eingießen und dann (Handschuhe!) in der Form schwenken, dass die Zuckerflüssigkeit überall gleichmäßig verteilt ist.

Den überschüssigen Rest zurückschütten. Erkalten lassen. Man benötigt mehrere Formen, um die angegebene Menge an Zuckerglas verarbeiten zu können. Meist hat das Zuckerglas eine leichte Tönung.

 Wenn Luftbläschen eingeschlossen sind, kann man die nachträglich vom erkalteten Glas entfernen, indem man es mit einer kleinen Lötlampe (Propangasbrenner) vorsichtig erhitzt. Dann schließen sich die Bläschen. Aufpassen, dass man das Glas nicht zerschmilzt.

Jacques Breuer als Paul in „Liebe, Leben, Tod“, nachdem ein Damenschuh durch die Scheibe flog.

 

Jacques Breuer (Rolle: Paul), Jörg Widmer (Kamera) und Mathias Allary (Regie)  Gleiche Einstellung wie oben mit Sicht auf präparierte Glasscheibe. Für solche Durchblicke muss aus optischen Gründen normales Fensterglas verwendet werden. Für Crashs absolut ungeeignet!

Breaking Glass

Kaum ein Western, in dem sich die Helden nicht während der Prügelei im Saloon diverse Whiskyflaschen über die Köpfe schlugen. Und natürlich gehören auch heute noch zu jeder ordentlichen Filmprügelei zerschlagene Gläser und Flaschen. Damit die Darsteller oder Stunts dabei nicht verletzt werden, verwendet man natürlich keine echten Gläser oder Glasflaschen.

Es gibt verschiedene Materialien, aus denen diese hergestellt werden. Je nach Verwendungszweck sind sie meistens aus Zucker, aber auch aus Wachs oder speziellem Kunstharz gefertigt. Letzteres bekommt man in Läden für Special Effects.

Es gibt Spezialfirmen, die für Film- und Theaterzwecke diverse Gläser und Flaschen, Spiegel oder Scheiben bereits fertig anbieten. Diese erreichen eine sehr hohe Perfektion der Nachbildung, sind aber andererseits ziemlich teuer.

Vorsicht Kochrezept!

Ganz gleich, welches Verfahren man erprobt: Es ist nicht ganz ungefährlich. Der erhitzte Zucker kann spritzen, die Masse wird enorm heiß, bis zu 300 Grad und kann ernsthafte Verbrennungen zur Folge haben!

Entsprechende Schutzmaßnahmen wie Handschuhe, geschlossene Bekleidung und Vorsicht (erwachsene Assistenz) sind angesagt.

Während Glasscheiben und Spiegel durch Gießen in flache Formen entstehen, sind für Gläser und Flaschen richtige Gussformen erforderlich. Diese sollten vorzugsweise aus elastischem Material sein, um die Form später vom erkalteten Zuckerglas abziehen zu können. Hat man starres Material für die Formen zur Verfügung, müssen diese dreiteigig zerlegbar sein, um später an das erkaltete Zuckerglas zu gelangen. Profis verwenden manchmal auch Formen aus Aluminium.

Man erzeugt zunächst einen Abdruck einer Flasche oder eines Glases mit temperaturfestem Kunststoff; Silikon eignet sich dafür besonders gut. Dieses sollte in eine Gipsform passen, die dem Silikon den nötigen Halt verleiht. Auf keinen Fall irgendwelche Plastikflaschen als Form verwenden, die schmelzen oder die Zuckerschicht verbindet sich mit dem Plastik und lässt sich nicht mehr ablösen!

Auch die Rezeptur der Zuckermasse ist etwas aufwändiger, um dünnwandige Gläser erzeugen zu können. Die Betonung liegt auf dünnwandig, denn dicke, harte Zuckerschichten (Fehler!) können durchaus auch schmerzhaft sein, wenn man Kampfszenen mit diesen simuliert. Und auch Zuckerglas kann, wenn es in tausend Teile zerspringt, unter ungünstigen Umständen Verletzungen hervorrufen (Augen schützen!)

Wie Stuntmen durch Scheiben fliegen

Während sich kleinere Gläser noch mit Zuckerglas herstellen lassen, kann man ganze Fensterscheiben oder Glastüren unmöglich auf diese Weise herstellen. Spätestens hier befinden wir uns im absoluten Profi-Bereich, der nicht zur Nachahmung empfohlen ist!

So merkwürdig es klingt, die Stuntmen fliegen, stürzen oder springen meistens durch echte Glasscheiben. Aber natürlich doch nicht, denn es gibt Tricks, die nur von professionellen Effektleuten beherrscht werden, um Verletzungen zu verhindern. Folgende Maßnahmen sind notwendig:

  • Man verwendet für die Scheibe gehärtetes Sicherheitsglas (Autofrontscheiben), welches in tausende kleine Teilchen zerspringt, ohne scharfe Scherben zu bilden. Normales Fensterglas würde in große, scharfe Scherben zerfallen!
  • Eine kleine Röhre mit einem Stahlstift wird in den Fensterrahmen geschraubt. Ein kleiner Sprengsatz, der ferngesteuert gezündet wird, lässt den Stahlstift, kurz bevor der Stunt durch die Scheibe geht, gegen das Glas schießen, wodurch das Sicherheitsglas zerspringt.

Wenn man in einem Film aber zeigen möchte, dass eine Scheibe eingeschlagen wurde (Diebstahl, Fußball etc.) ist normales Fensterglas die erste Wahl. Crashs verbieten sich wegen der Verletzungsgefahr von selbst!

Erfahrene Movie-College User wissen natürlich, dass die Geräusche bei brechendem Zuckerglas oder bei Stunts durch Sicherheitsglas erst nachträglich in der Vertonung aus dem Tonarchiv hinzugefügt werden.

 

 
© 1999-2008
Movie-College

Allary Film,
TV & Media
 
 
 

Titel:   Crashglas
Zugriff:
Adresse:

Quelle: Movie-College (www.movie-college.de)

Allary Film, TV & Media (München) – Alle Rechte vorbehalten