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GeschichtlichesHistorisch betrachtet, gehörte Blau zu jenen Farben, die man bereits relativ früh und auf einfache Weise zum Färben von Textilien verwenden konnte. Natürliche Farbstoffe, die aus Pflanzen gewonnen wurden (Indigo, Färberwaid) und erst bei der Trocknung ihre Farbe entwickelten, führten zu einer weiten Verbreitung blauer Kleidungsstücke ab dem Spätmittelalter. Während des Mittelalters das teure und schwer zu beschaffende Rot (gewonnen aus der Purpurschnecke) als Farbe der Könige, des Adels galt, war Blau die Farbe der einfachen Leute, der Bediensteten. Auch nach dem Aufkommen künstlicher Farbstoffe, Ende des 19ten Jahrhunderts wurde Blau als Farbe der Arbeiter etwa in blauen Arbeitshosen weitergeführt. Dass aus den blauen Nietenhosen einmal die Weltkleidung Jeans werden sollte, ahnte niemand. Kulturelle EinflüsseIn der Kunst, insbesondere der Literatur, wird Blau gerne mit Sehnsucht, mit Ferne, Unendlichkeit, Reinheit und Weisheit verknüpft. Die Assoziation mit dem Meer, dem Himmel und der Luft spielt hier gewiss eine Rolle. Das Wasser als Lebensspender, insbesondere in wasserarmen Regionen, beschert dem Blau die Verknüpfung mit dem Ursprung des Lebens. Auch Begriffe wie Urzeit oder Eiszeit werden mit Blau in Verbindung gebracht.
In der Antike wurden bei den Ägyptern die Götter des Himmels blau dargestellt. In zahlreichen Gemälden wird Maria in einem blauen Gewand abgebildet, vermutlich als Zeichen der Unschuld und Reinheit. Heute wird Blau bei Lebensmittelverpackungen gerne als Garant für Frische und Sauberkeit eingesetzt. Blau gilt in unserem Kulturkreis auch als Farbe des Geistes, Denkens, der Fantasie, des Traumes. In einigen Regionen Mexikos tragen junge Bräute hinter den Ohren einen kleinen blauen Farbtupfer. Romantik, Verträumtheit, Einsamkeit, Ferne, Philosophie oder Wissenschaft kann man mit Blau unterstützen. Doch es gibt auch negative Belegungen: Wir beurteilen den Zustand von Nahrungsmitteln, aber auch von Menschen nicht zuletzt anhand von Farben. Schimmel, Verdorbenes, blaues Licht lässt die Menschen eher blass und kränklich erscheinen. Wirkungsweise
Blaue Farben wirken auf uns eher kühl und dunkel, zugleich auch schwer und von ihrer räumlichen Anordnung eher entfernt. Werden etwa gleichgroße Quadrate in Rot, Grün und Blau nebeneinander aufgestellt, empfinden wir das Blaue stets als weiter hinten liegend und das Rote als ganz Vorne. Es schafft damit Distanz, schafft Ferne, insbesondere in der Architektur, und damit natürlich auch in der Filmausstattung, wird mit diesem Phänomen gearbeitet. Wir ordnen ihm auch Begriffe wie Weite und Unendlichkeit zu. Auch das eigentlich schwarze Weltall wird gerne in Abbildungen und Filmen bläulich dargestellt. Dass Blau eine beruhigende Wirkung hat, zeigten auch Versuche mit Rennpferden, die nach einem Rennen in unterschiedlich angestrichene Boxen gebracht wurden. Die Pferde, die in eine blaue Box gebracht wurden, beruhigten sich am schnellsten. Atmung und Herzschlag werden auch beim Menschen durch Blautöne beruhigt. Blau wird auch mit Harmonie, Sympathie, Vertrauen, und Ehrlichkeit in Verbindung gebracht. Zudem werden viele positive Eigenschaften wie Klugheit, Weisheit, Phantasie, Mut und Konzentration mit Blau assoziiert. Filmbeispiele:
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Blau als Farbe der Erlösung in "Franta" Kamera: Immo Rentz, Ausstattung: Annette Ganders |
Minority Report von Steven Spielberg
Silbergrau, Blau,- dies sind Farbtöne die häufig schon in Science-Fiction (Solaris, 2001, Blade Runner, König der Fischer) Filmen die Zukunftstechnik repräsentiert haben. Doch in Minority Report wird diese Farbstellung sehr düster und rauh eingesetzt,- und schafft so eine Grundstimmung des Vergeblichen, der Hilflosigkeit gegenüber dem totalitären Überwachungssystem.
Franta von Mathias Allary
Ob in den Kostümen, den Gemälden, der Lichtführung oder der Ausstattung,- die Farbe Blau spielt eine wichtige Rolle in der Farbdramaturgie des Films. Sie symbolisiert Distanz, Kälte, Einsamkeit bis hin zum Erlösungsmotiv gegen Ende des Filmes.
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