Sie werden Ihr Drehbuch einigen Regisseuren, Redaktionen, Verleihen,
Vertrieben, Agenturen, Darstellern etc. schicken. Bitte tun Sie dies nicht
unaufgefordert. Rufen Sie vorher an, stellen Sie sich und Ihr Projekt vor und
versuchen Sie Ihre Gesprächspartner davon zu überzeugen, Ihr Buch zu lesen.
Wenn Sie es dann versenden, besteht auch eine reale Chance, dass es auch
gelesen wird.
Versenden Sie Ihr Drehbuch möglichst selektiv, und nicht allen möglichen
Interessenten gleichzeitig. Ein Drehbuch ist keine Streifbandzeitung. Auch
wenn Redaktionen und Produktionen untereinander in Konkurrenz stehen, man
trifft sich, man tauscht sich aus, auch über eingereichte Projekte. Spielen
Sie stets mit offenen Karten. Wenn man Sie fragt, ob Sie das Buch noch jemand
anderem geschickt haben, sollten Sie ehrlich antworten.
Es klingt albern, aber notieren Sie sich genau, wem und wann Sie ein
Exemplar geschickt haben.
Wenn Sie später eines Tages entdecken sollten, dass jemand Ihre Ideen
gestohlen hat, ist es wichtig, beweisen zu können, welchem Buch sie
entstammen. Sie sollten also das Buch in jedem Fall registrieren
lassen. Dann haben Sie zumindest einen Beweis. In den USA werden solche
Registrierungen von der Writers Guild of America vorgenommen. Es geht aber
auch einfacher.
So mancher, der neu ist im Umgang mit dem Anbieten und Verkaufen von
Drehbüchern, denkt darüber nach, was denn mit jedem einzelnen Exemplar
seines Werkes geschehen möge. Sollte man einen frankierten Rückumschlag
mitschicken, oder einfach nach einer gewissen Wartezeit die Rücksendung
verlangen?
Es ist so eine Sache mit eingeschickten Drehbüchern. Wenn man an einen
Fernsehsender, Förderungen oder eine Produktionsfirma Drehbücher
verschickt, in der Hoffnung, sie würden diese mögen, so sollte man nicht
darauf hoffen, die Drehbücher wieder zurückzuerhalten.
Allerdings ist es gar nicht so erstrebenswert, Drehbücher unbedingt
wieder zurückzuerhalten. Der reine Wert an Druckkosten liegt meistens etwa
in Höhe der Porto-, und Verpackungskosten. Nicht selten sind die
Drehbücher, die man dann doch zurückerhält, verknickt, erzählen die
Geschichte diverser Pizza-Mahlzeiten oder Kaffeepausen. Man kann die Dinger
dann eigentlich nur wegwerfen.
Jeder potenzielle neue Anlauf mit „gebrauchten“ Büchern steht unter
schlechten Sternen. Und ein Stapel Papier im eigenen Arbeitszimmer ist
ebensowenig erstrebenswert. Fernsehredaktionen pflegen im Falle von Büchern,
die sie erbeten haben, diese bei Ablehnung häufig zurück zu senden.
Nehmen wir an, Ihr Buch kommt gut an. Das kann der Beginn einer
wunderbaren Freundschaft sein, kann. Zunächst wird die Produktionsfirma oder
der TV-Sender ausloten wollen, wie gut die Chancen auf Finanzierung und
Realisierung sind. So etwas kann erfahrungsgemäß längere Zeit in Anspruch
nehmen. Wenn ein ernsthaftes Interesse vorliegt, wird Ihnen der Interessent
anbieten, das Buch zu optionieren.
Eine Option auf ein Drehbuch ist eine Art Vorvertrag, der zwischen dem
Autor und dem Produzenten geschlossen wird. Darin wird vereinbart, dass der
Produzent die Absicht hat das Buch zu produzieren. Für einen festzulegenden
Zeitraum, 6-12 Monate hat der Produzent das alleinige, räumlich unbegrenzte
Recht das Buch anzubieten. Er sichert sich damit das Vorhaben, geht aber für
den Fall eines Scheiterns der Finanzierungsbemühungen, ein nicht so hohes
Risiko ein, als wenn er das Drehbuch kaufen müßte.
Für diese Option erhält der Autor eine Vergütung. Diese ist bei
renommierten Autoren unabhängig vom Drehbuchhonorar. – Sie können den
Vertrag aber auch so gestalten, dass diese eine Art Vorschuss ist, der auf
den später zu zahlenden Gesamtpreis für das Drehbuch angerechnet wird,
jedoch auch dann nicht zurückgezahlt werden muss, falls das Projekt nicht
zustande kommt.
Die Preise, die für Drehbücher gezahlt werden sind auch sehr
unterschiedlich. Für ein abendfüllendes Buch (ab 80 Minuten Filmlänge)
Fernsehen, werden im Normalfall Honorare zwischen 30.000 und 100.000 DM
bezahlt.
Falls Sie kein Originaldrehbuch verfilmen wollen, sondern ein
literarisches Werk, so müssen Sie zunächst vom Autor und/oder seinem Verlag
die Rechte sichern. Auch hier werden, wie beim Originaldrehbuch, Optionen
vereinbart. Häufig mit kürzeren Fristen, die jeweils gegen weitere
Gebühren erneuert werden können. Ganz wichtig ist, dass Sie auch den
späteren Kaufpreis für die Verfilmungsrechte fest vereinbaren und
schriftlich fixieren. Dabei spielen auch die Territorien, für die Sie die
Rechte benötigen eine große Rolle. Weltweit wäre ideal, aber in der Regel
werden die deutschsprachigen Rechte getrennt von Europa und auch noch einmal
getrennt von der restlichen Welt berechnet. Dann erleben Sie später keine
bösen Überraschungen und können mit den Zahlen auch kalkulieren. Bieten
Sie nie ein Projekt an, bei dem Sie nicht über alle erforderlichen Rechte
verfügen.
Die Beträge, die für eine solche Option gezahlt werden hängen
natürlich sehr vom Bekanntheitsgrad des Autors und der Qualität des Buches
ab. Beträge ab etwa 1000 DM bis hin zu 30, 40 tausend sind etwa die
Bandbreite.
Bei Bestsellern können da auch schon mal Millionenbeträge fällig
werden. Bevor Sie also Literatur zu einem Drehbuch umarbeiten, klären Sie in
jedem Fall die Rechte ab. Es hat schon so mancher ein Jahr an einer
Drehbuchversion geschrieben, um zu erfahren, dass der Stoff von jemand ganz
anderem erworben wurde.