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Wenn die Kamera stets nur auf dem Schwenkkopf
eines Stativs ruhen würde, wäre dieser Beruf vermutlich nie entstanden.
Statt dessen hat sich die Kamera vieler schwerer, physikalischer Fesseln
entledigt, begann zu fahren, zu rotieren und durch die Lüfte zu schweben.
Und weil all diese verschiedenen Bewegungen stets mit gar nicht
unkompliziertem Gerät und vor allem viel Know-how und Feingefühl gehandhabt
werden wollen, bedarf es eines Fachmanns. Kamerabühne, auch Drehbühne
genannt, heißt der Job.
Wenn Schienen
gelegt werden, Dollyfahrten, Kranfahrten, Remote-Control-Heads ins
Spiel kommen, ist der Kamera-Bühnen-Mann/Frau gefragt.
Der richtige Aufbau, die Beachtung aller relevanten
Sicherheitsvorschriften und sensible Steuerung erfordern viel Erfahrung. So
ein Kamerakran, ja auch schon ein Jib-Arm, stellt bei unsachgemäßer
Nutzung eine große Gefahrenquelle dar. Der korrekte Aufbau und Abgleich der
Gewichte wollen gekonnt sein.
Das Anfahren, das gleichmäßige Fahren und sanfte Anhalten des Dollys
unter präziser Einhaltung aller Weg- und Zeitkomponenten bedeuten oft
Höchstkonzentration.
Die Kamera wird
sorgsam per Saugstativ auf der Kühlerhaube montiert. Sie muss ausgerichtet,
verzurrt und gesichert werden. Ein Job für die Kamerabühne.
Fahrtaufnahmen werden häufig auch mit einem Tieflader gemacht, einem
Anhänger mit sehr tiefer, flacher Ladefläche, auf der außer dem
Spielfahrzeug auch noch Kamera, etwas Licht und 2-3 Personen Stab Platz
finden. Auch hier ist der Kamera-Bühnenmann gefordert.
Die modernen Produktionsweisen und die Steuerung via Computer, die heute
selbst in Dollys und Schwenkköpfen eingebaut sind, haben den Beruf der
Kamerabühne verändert, aber nicht überflüssig gemacht.
Der Dolly muss präzise auf Tempo von Schwenk und Schauspielern
synchronisiert und möglichst ruhig angefahren, geschoben und punktgenau
angehalten werden. |