Kameratrick

  • Augenlicht

    Sie geben Gesichtern Nähe, Emotion, manchmal Zauber,- Augenlichter machen den szenischen Film stärker. Was muss man beachten?

  • Belichtung

    Die Sache mit der Belichtung

    Kameramann Immo Rentz bei Dreharbeiten zu 'Franta'

    Es ist nicht ganz einfach, den Kontrastumfang, den unser Auge erfassen kann, aufzuzeichnen. Sie können nur einen begrenzten Spielraum zwischen hellen und dunklen Stellen des Bildmotivs abbilden.

    Filmmaterialien und Videosysteme sind bedauerlicherweise nicht so grandios ausgestattet, wie das menschliche Auge. Sie haben so ihre Probleme mit den realen Kontrasten in der Welt.

     

    Filmmaterialien übersetzen die in der Realität vorhandenen Licht- und Schattenwerte in unterschiedliche Schwärzungsgrade im Filmnegativ. Die Gradationskurve eines Filmnegativs gibt Auskunft darüber, in welchem Bereich man das Bild optimal umsetzen kann (gerader Teil der Kurve). Die Ermittlung der für die Empfindlichkeit des Filmmaterials richtigen Belichtung dient dem Zweck, die Gradationskurve möglichst optimal nutzen zu können. Die Empfindlichkeitsangabe des Filmmaterials besagt, wie viel Licht erforderlich ist, um eine bestimmte Schwärzung im Negativ (oder Positiv) zu erzielen. In der heutigen digitalen Aufnahmetechnik haben wir es zwar nicht mehr mit Schwärzungskurven eines Negativs sondern mit innerhalb der Sensoren und nachgeschalteten Prozessoren verarbeitbaren Bandbreite an Werten zu tun, doch die Prinzipien damit umzugehen, sind in weiten Teilen die gleichen wie beim Film.

     

    In frühen Zeiten des Filmes, als es noch keine Belichtungsmesser gab, arbeiteten Kameraleute mit Katzen. Je nachdem, wie weit die Pupillen der Katzen geöffnet oder geschlossen waren, wurde die Blende an den Kameraobjektiven eingestellt. Dass diese Methode recht gewöhnungsbedürftig und ungenau war, ist naheliegend. Die technischen Fortschritte ließen Messinstrumente für das Erfassen von Helligkeit möglich werden. Doch was sollte man ausmessen, um die Blende für die Belichtung zu ermitteln? Den hellen Himmel, oder die dunkle Erde?

     

    Spotmesser und Graukarte

    Spotmesser und Graukarte

    Was immer man misst, alles ergibt unterschiedliche Werte. Man kann das auch für sich selber testen und ein digitales Foto aufnehmen und die verschiedenen Objekte im Bild ausmessen und später auf den Print von dem Foto eintragten. Da kriegt man einen hervorragenden Überblick über die im Motiv vorkommenden unterschiedlichen Helligkeiten.

     

    Belichtungsmesser bilden Mittelwerte

    Um allgemeingültige Normen für die Ermittlung der richtigen Belichtung zu erhalten, haben die Entwickler zunächst die Natur sowie typische Innenräume daraufhin untersucht, wie viel Licht von den verschiedensten Materialien reflektiert wird. Weiße Wände oder Spiegel reflektieren viel, dunkle Stoffe, Böden, Schattenpartien, wenig Licht. Man fand heraus, dass in unterschiedlichen Umgebungen der Mittelwert gebildet aus verschiedenen Reflektionsgraden ungefähr einer Reflektion von 18% entspricht. Dieser Wert wurde als Norm festgelegt bei der Entwicklung von Belichtungsmessern.

     

    Das Prinzip der Mittelwertbildung findet auch bei automatischer Belichtung (Videokameras, dokumentarische Filmkameras, Fotoapparate etc.) Anwendung. Eine Vielzahl von Messpunkten innerhalb des Bildausschnitts wird herangezogen, um automatisch einen Mittelwert zu bilden.

     

    Je mehr man jedoch mit Licht gestaltet, desto wichtiger wird es, festlegen zu können, welcher Bereich des Bildes richtig belichtet werden soll, und welche Bereiche getrost im Schatten absaufen dürfen. Eine Mittelwertbildung durch die Kameraautomatik kann vielfach die gewünschte Wirkung genau geplanter Lichtführung aufheben. Deshalb wird beim Film die Belichtung grundsätzlich manuell mit Belichtungsmesser, Luxmeter oder Spotmeter ermittelt.

    Dreharbeiten zu 'Franta'

    Dreharbeiten zu 'Franta'

    Beim Belichtungsmesser übernimmt ein Plastik- oder Glasvorsatz vor den lichtempfindlichen Messzellen die Aufgabe der Mittelwertbildung. Durch ihre Halbkugelform oder durch bestimmte Strukturen werden Helligkeitswerte aus unterschiedlichen Richtungen so gestreut, dass die Messzellen einen mittleren Wert erhalten. Mit dem Belichtungsmesser misst man vom Motiv aus in Richtung Kamera.

     

    Beim Spotmeter, einer Art Messsucher mit engem Messbereich, wird die Streuung so erzielt, dass man im Motiv, dort wo etwa der Darsteller steht, eine Graukarte in Richtung Kamera hält. Man misst aus Richtung der Kamera die Graukarte, welche einen Grauwert hat, der etwa bei 18% Reflektion liegt. Auf diese Weise wird aus den verschiedenen, auf diese Graukarte einwirkenden Lichtquellen ein Mittelwert gebildet: die Blende für die richtige Belichtung.

     

    Mehrere Lichtquellen gleichzeitig

    Beim Film kommen viele Lichtquellen gleichzeitig zum Einsatz. Der Schauspieler wird mit Führung, Aufhellung und Kante, das Set mit Raumlicht beleuchtet. Effektlichter, Augenlichter etc. kommen hinzu. Mit einem Belichtungsmesser misst man in der Regel (sie können auch anders) das auf das Objekt oder den Schauspieler auftreffende Licht in Richtung Kamera.

     

    Die eiförmige Kalotte am Sekonik ermöglicht es, mit einem Messvorgang gleichzeitig mehrere Lichtquellen aus verschiedenen Richtungen zu messen. Man hält den Sekonik vor das Objekt (z. B Gesicht des Schauspielers) und hält ihn in Richtung Kamera. Wenn man nun die einzelnen Lichtquellen mit der Hand abschattet, kann man sie einzeln ausmessen; das ist wichtig für das Kontrast-Verhältnis, sonst erhält man den Durchschnittswert aus allen, wenn man Dreiviertel-Profil eines Schauspieler ausleuchtet.

     

    Mit einem Spotmeter und der Graukarte misst man das reflektierte Licht an dem Punkt, an dem das Objekt oder der Schauspieler sich befindet, aus Richtung der Kamera. Das Licht kann dabei ebenfalls von verschiedenen Lichtquellen gleichzeitig stammen, die Graukarte reflektiert die Gesamtheit des an diesem Punkt auftreffenden Lichts und erlaubt damit die Ermittlung der richtigen Belichtung.

    Stefan Spreer bei Dreharbeiten zu 'Midsommar Stories'

    Stefan Spreer bei Dreharbeiten zu 'Midsommar Stories'

    Damit unsere Messgeräte ein korrektes Ergebnis abliefern können, benötigen sie einige Informationen. Für die Belichtung mit einer Kamera sind mindestens zwei der drei Werte besonders wichtig:

     

    Die Empfindlichkeit des Filmmaterials oder der Videokamera. Diese muss man manuell beim Belichtungsmesser oder Spotmeter einstellen.

    Die Belichtungszeit (Filmgeschwindigkeit, Bildfrequenz). Diese ist beim Film standardmäßig 24 Bilder/Sekunde, beim PAL- oder SECAM-Fernsehen 25 Bilder/Sekunde, beim amerikanischen NTSC 30 Bilder/Sekunde (genau: 29,97 Bilder/Sekunde).

    Die Blende (oder ein so genannter Lichtwert) ist der Wert, den man meistens vom Belichtungsmesser geliefert bekommt und dann manuell am Kameraobjektiv einstellt.

     

    Mehr als nur Belichtungsmessung

    Besonders wichtig sind Belichtungsmesser und Spotmeter aber für die Lichtgestaltung. Das richtige Kontrastverhältnis einzelner Lichtquellen zueinander kann man mit diesen Instrumenten festlegen. Deshalb messen die Kameraleute oft einzelne Lichtquellen (z. B. Aufhellung oder Kante) aus und weisen die Beleuchter an, die Intensität der Lichtquelle zu erhöhen oder zu verringern, bis das gewünschte Kontrastverhältnis (meistens in bezug auf das Führungslicht) erreicht ist.

    Auch wenn erfahrene Kameraleute ein gutes Gespür für das richtige Kontrastverhältnis haben, so bieten letztlich nur die Belichtungsmesser wirkliche Kontrolle über die Gestaltung.

     

  • Fahrtaufnahmen

    Autos auf der Leinwand...

    Spezialfahrzeuge erlauben es, komfortabel vor dem Spielfahrzeug herzufahren und zu drehen.

    Kaum ein Film, in dem keine Fahrtaufnahmen vorkommen. So häufig, wie Autos in unserem Leben vorkommen, tauchen sie auch auf Leinwand und Bildschirm auf. Was ist zu bedenken, damit Fahrtaufnahmen auch wirklich realistisch aussehen? Welche Varianten gibt es und wie unterscheiden sie sich in Aufwand und Wirkung? Welche Probleme tauchen auf, wie kann man sie lösen?

     

    Selbstbespiegelung

    Scheiben gehören zwar zum Auto, haben aber den unangenehmen Nachteil, dass sie reflektieren. Die Frontscheibe tendiert wegen ihrer Neigung dazu, den hellen Himmel zu reflektieren und damit die Schauspieler im Innern des Fahrzeugs zu überlagern. Die Seitenfenster hingegen bilden gerne die Kamera samt Operator ab. Hier ist dunkle Kleidung angesagt, Molton kann ebenfalls Wunder wirken, um unerwünschte Spiegelungen loszuwerden.

     

    Lösungswege:

    Wenn sich der Himmel in der Windschutzscheibe spiegelt, kann man die Schauspieler im Auto kaum mehr erkennen.

    Ist der Ausschnitt auf die Gesichter der Schauspieler beschränkt, kann man auf dem Spielauto einen Gepäckträger und daran ein paar lange Holzlatten befestigen, die über die Frontscheibe ragen. Hängt man darüber schwarzen Molton, so ist die Sicht auf die Darsteller frei. Allerdings reduziert man damit natürlich auch das Licht, welches vom Himmel die Schauspieler beleuchtet. Hier muss dann unbedingt von Vorne außen oder innen mit künstlichem Licht aufgehellt werden.

     

    Bei seitlichen Aufnahmen kann man die Seitenscheiben einfach herunterkurbeln – bei Ein- und Ausstiegsszenen kein Problem, beim Fahren selbst ist der Erfolg abhängig vom Wind.

     

    Man kann aber auch mit einem Polfilter arbeiten, um die Reflektionen herauszufiltern. Von Autos mit getönten Scheiben ist abzuraten. Der Kontrast von Außenlicht zur Helligkeit im Auto ist ohnehin schon sehr hoch.

     

    Variationsmöglichkeiten beim Aufbau

    Von der Ladefläche eines Kleinbusses aus kann man gut nach hinten herausfilmen.

    Das Fahrzeug, das im Bild selbst vorkommt, und welches von den Schauspielern gefahren wird, nennt man übrigens „Spielauto“.

      • Variante 1: Die Kamera wird starr an dem Fahrzeug befestigt. Das kann über Saugbefestigung (Klemm- oder Saugstativ) oder eine seitlich eingehängte Kamera geschehen. Der Kameramann ist nicht an der Kamera, die Schauspieler sind allein mit der Kamera, das Auto fährt selbst. Vorteil: relativ preiswerte Lösung. Nachteil: Es können keine Zusatzscheinwerfer außen installiert werden, sondern nur innen im Wagen. Dort werden kleine Leuchten (Miniflos, LEDs oder Sofittenlicht) an der Sonnenblende oder am Armaturenbrett befestigt.

     

    Fahraufnahmen mit Kranaufbau

    Kamerafahrzeug mit Kranaufbau für Remote-Head
      • Variante 2: Die Kamera befindet sich im Spielauto. Man dreht den Fahrer vom Beifahrersitz aus. Die Aufnahme des Schauspielers wird zwangsläufig recht profilig. Muss in einem zweiten Arbeitsgang auch ein Beifahrer gedreht werden, wird es eng. Wird auf Video produziert, können kleine Drei-Chip-Kameras recht gut am Armaturenbrett befestigt werden. Da sie im Gegensatz zu Filmkameras keine Kassette obenauf oder hinten besitzen, erlauben Sie einen deutlich größeren Abstand von den Schauspielern.

     

     

      • Variante 3: Das Auto steht auf einem Tiefausleger (sehr tief liegender Anhänger, der von einem Wagen gezogen wird). Außen ist genug Platz, um Kamera auf Stativ und Zusatzscheinwerfer anzubringen, Schutzgitter sichern das Team während der Fahrt. Der Kameramann ist an der Kamera und kann auch Schwenken oder korrigieren.

     

      • Variante 4: Das Spielauto fährt selbst. Die Kamera befindet sich auf einem zweiten Fahrzeug, welches vorausfährt. Das kann ein Kleinbus sein, aus dem hinten rausgefilmt wird, oder ein PKW mit Schiebedach, in dem das Stativ mit der Kamera durch das Schiebedach ragt. Ist das Aufnahmefahrzeug sehr weich gefedert, ist das eine gute Alternative. Es gibt auch Spezialfahrzeuge, die richtige Sitze und Befestigungsbügel (Scheinwerfer) für Kamera und Assistent auf der Ladefläche bieten. Einige sind auch mit einem kleinen Kran bzw. Ausleger ausgestattet und erlauben es, während der Fahrt seitlich oder von vorne in einer Einstellung in das Spielauto hinein zu filmen.

     

      • Variante 5: Um optimale Kontrolle über Licht und Tonverhältnisse zu haben, arbeiteten die amerikanischen Studios lange mit Rückprojektion. Ein Auto wurde im Studio optimal ausgeleuchtet und passende Fahrtaufnahmen, die vorgedreht waren, wurden auf eine dahinter befindliche Leinwand projiziert. Kräftige Helfer wackelten am Auto herum, um Fahrbewegungen zu simulieren. Doch irgendwie sah das nie wirklich echt aus. Auch heute, wo man mithilfe von digitalen Stanzverfahren bewegte Hintergründe sauberer integrieren könnte, ist das Risiko eines künstlichen Eindrucks sehr hoch. Abzuraten ist von Varianten, bei denen sich Kameraleute am Autodach anseilen und hängend mit der Handkamera von außen drehen. Das ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch optisch unbefriedigend!

     

    Der Fahreindruck

    Der Kran auf dem Pickup erlaubt ungewöhnliche Perspektivwechsel während der Fahrt.

    Bei den Varianten 1 bis 3 befindet sich die Kamera auf der gleichen mechanischen Ebene wie das Fahrzeug, das fährt. In Bezug auf den Bewegungseindruck hat dies zur Folge, dass das Auto selbst (Rahmen, Armaturenbrett etc.) scheinbar völlig unbewegt ist, während die Schauspieler durch die Bodenunebenheiten der Straße hin- und herschaukeln. Zudem liegt das Spielfahrzeug bei Variante 3 durch den Tiefausleger, auf dem es gefahren wird, ein gutes Stück höher als die übrigen Fahrzeuge im Straßenverkehr. Speziell bei Szenen an Ampeln wirkt es sehr irritierend, auf die übrigen PKW herabzublicken.

     

    Bei Variante 4 ist die Kamera selbst mechanisch vom Rahmen des Spielfahrzeugs gelöst, wodurch sich nicht nur die Schauspieler bewegen, sondern auch das Fahrzeug. Nachteil: Um keinen Unfall zu riskieren, muss der Mindestabstand zum Spielfahrzeug relativ groß gehalten werden! Auch die Kamera bekommt die Boden-Unebenheiten zu spüren.

    Der 2CV, liebevoll auch Ente genannt, als Kamerawagen

     

    Fährt die Kamera vor einem Wagen her, der durch ein Schlagloch fährt,ergibt sich folgender Eindruck:

     

    Man sieht das Spielauto und die Schauspieler fahren. Plötzlich macht die Kamera einen kleinen Knick nach unten, um sofort wieder aufzutauchen; unmittelbar danach vollführt das Spielfahrzeug dieselbe Bewegung, da es in das gleiche Schlagloch fährt, welches zuvor die Kamera einsacken ließ.

     

    Eine ideale Lösung für holprige Wege und Straßen ergibt sich aus der Kombination der Variante 4 mit einer Steadicam. Diese kann man auch in eine Aufhängung einhängen, die man am Fahrzeugholm anflanscht. Dann fängt die Steadicam alle Boden-Unebenheiten des Aufnahmefahrzeugs auf, sodass das Bild völlig ruhig bleibt, während das Spielauto über die wildesten Schlaglöcher brettern kann. Und plötzlich sieht es ganz realistisch aus...

     

  • Filmtrick

     

    Tricksereien

    Komparsen vor grünem Vorhang für Crowd Replication

    Komparsen vor grünem Vorhang für Crowd Replication

    Auch wenn die Computer-Industrie behauptet, man könne ja alles im Rechner erledigen: Die klassischen Filmtricks, die bereits Filmpioniere wie Meliès verwendeten, haben auch heute noch ihre Berechtigung. Modellbau-Spezialisten für Trickbauten, Matte-Painter und Trickkameraleute sind nach wie vor gefragt. Abgesehen davon basieren auch die modernsten Compositing-Verfahren letztlich auf Grundideen klassischer Filmtricks.

     

    Es gibt unzählige Trickverfahren, die alle verschiedenste Illusionen erzeugen sollen. Viele Tricks helfen, enorme Kosten bei der Ausstattung zu sparen, andere erlauben es, Dinge zu zeigen, die real gar nicht möglich wären.

     

    Wie kommen die Trickelemente in den Film?

    Dies kann im einfachsten Fall in Form eines Zwischenschnitts geschehen. In einem Film in dem eine Feuersbrunst tobt, braucht man nur in den Nahen bis Amerikanischen im Bild Feuer (Spezial-Effekte) zu zeigen. Das komplett brennende Gebäude wird als (brennendes) Modell gedreht und dazwischengeschnitten.

     

    Aufwendiger ist die Kombination von Trick- und Realaufnahmen. Hier werden Aufnahmen der Schauspieler und realer Sets innerhalb der gleichen Einstellung kombiniert mit gemalten oder generierten Trickmodellen. Dies kann bereits bei der Aufnahme als Kameratrick geschehen.

    Kamera mit Maskenkasch

     

    Als Kasch im Kompendium (Abdecken eines Bildteils) und Mehrfachbelichtung

     

    Per Rück-, oder Aufprojektion

     

    Als Spiegeltrick oder Glastrick (aus Glas gemalte Zusätze zum realen Motiv oder durch Teilspiegel zum realen Motiv hinzugespiegelte Modelle.

     

    Als Doppelbelichtung

     

    Dies wurde früher auch im Kopierwerk an der optischen Bank (Oxberry) gemacht oder heute am Computer (Compositing). Was die Kosten angeht, so ist der Trick bei der Aufnahme (Kameratrick) am günstigsten, im Kopierwerk war er bereits teurer und am Computer wiederum recht erschwinglich, vor allem wenn man es selbst bewerkstelligen kann und kein Personal benötigt. Im Videobereich können Bilder oder Modellelemente elektronisch per Green- oder Blue-Key mit realen Bildern verbunden werden.

     

    Endlose Möglichkeiten

    Die Ausstatter eines „Sandalen“-Films müssen für die Totale des Streitwagen-Rennens nur den unteren Bereich einer römischen Arena real bauen, und der gesamte obere Bildteil (Ränge, Mauern, Säulen) nur als Modell in das Bild hineinkopiert wird, bedeutet dies eine enorme Einsparung (Beispiel: "Ben Hur"). In einem Kriegsfilm müssen keine realen Straßen bombardiert werden, in einem Katastrophenfilm keine realen Hochhäuser einstürzen, das bedeutet einen deutlich kleineren Aufwand (Beispiel: "Earthquake").

     

    Schauspieler sollen über einen Felsspalt springen. Damit das gefahrlos bleibt, springen sie in Wirklichkeit nur zwischen zwei Garagendächern. Die Felsspalte wird über einen Teilspiegel als Modell eingespiegelt (Beispiel: "Ronja Räubertochter"). Für einen historischen Film wäre es ein riesiger Aufwand, moderne Leuchtreklame, Fenster, Antennen etc. auszublenden. So wird nur der untere Teil der Häuser historisch kaschiert und der obere Teil als Matte-Painting (auf Glasplatte gemalt) oder bearbeitetet (Antennen etc. wegretuschiert) Fotografie-Maske ins Bild eingebaut (Beispiel: "Im Namen der Rose"). An einer Häuserwand soll eine riesige Werbetafel hängen. Statt diese real zu befestigen, spiegelt man sie einfach als Matte-Painting oder Foto auf Glas ein.

     

    Weitere Kapitel zum Thema Filmtrick

     

    Hier finden Sie unter Filmgestaltung, Kamera, Licht, Regie, Schauspiel,Ton und Postproduktionwichtige Basics.

     

     

  • Kamera

    Einführung

    Arri Amira Digitale Filmkamera

    Arri Amira, digitale Kamera aus dem Profilager

    Wenn Menschen das Kino verlassen, werden es Gefühle, vor allem aber Bilder sein, die sie mit nach Hause nehmen und vielleicht für lange Zeit im Herzen tragen werden.

    Das visuelle Zeitalter basiert im Wesentlichen auf Erfindungen des 19ten und 20ten Jahrhunderts. Was lange Jahre mühsam an verschiedenen Punkten der Welt entwickelt werden musste, steht uns heute wie selbstverständlich zur Verfügung. Visuelle Sprache in den Medien ist universell geworden und bestimmt unseren Alltag mehr und mehr.

     

    Technik und Gestaltung

    In diesem Bereich geht es vor allen Dingen um die technischen Seiten der Bildgestaltung, aber wer etwas über Bildgestaltung erfahren möchte, sollte sich nicht scheuen, einen Blick auf die Meister der Malerei zu werfen. Durch ein grundlegendes Wissen um die Farben, Lichttheorien und Kompositionen, kann man das erforderliche filmtechnische Basiswissen viel besser zuordnen.

     

    Darüber hinaus lassen sich technische Gegebenheiten besser in gestalterische Regeln übertragen und die verschiedenen Formate und Verfahren unterscheiden. Nur wer die Möglichkeiten, Stärken und Schwächen der Film-, Ton-, und Videotechnik kennt, hat die Möglichkeit seine Vorstellungen auch optimal umzusetzen.

     

    Super 16 Filmkamera von Arri

    Fluch und Segen heutiger Mikroprozessoren, welche auf Wunsch dem  Anwender zahlreiche Einflussmöglichkeitenauf die Bildgestaltung abnehmen, wollen sorgfältig abgewogen werden. Nicht immer ist die manuelle Einstellung von Belichtung, Schärfe oder Tonpegel der beste Weg.

     

    Die Hintergründe von Film und Video zeichnen zugleich die Chancen und Grenzen auf, welche Variationen der gestalterischen Umsetzung im jeweiligen Medium möglich sind. Die konstante technische Entwicklung erweitert unsere Freiräume, doch nicht immer sind scheinbare Innovationen wirkliche Fortschritte in Hinblick auf die Qualität.

     

    Erreichbare Produktionstechnik

    Kleinere und größere technische Veränderungen führten auch zu einer Demokratisierung der Produktionsmittel.

    Filme können seit einigen Jahren auch ohne millionenschwere Gerätetechnik in professioneller Weise produziert werden. Es begann mit dem HDV-Format welches Mini DV ablöste und für Low-Budget Produktionen auf Video, neue Dimensionen der Bildqualität eröffnete.

     

    Kameras mit höherwertigerer Aufzeichnung etwa im P2 Format zeigten den Weg hin zu bezahlbaren Aufnahmen in professioneller Qualität. Wünsche nach mehr "Filmlook" ließen Einchip-Kameras mit größerem Sensor entstehen. Über den Umweg adaptierter DSLR Fotoaaparate kamen dann auch Videokameras mit größeren Chips auf den Markt. Unkomprimierte HD, UHD, 4K bis hin zu 8K Signale wandern auf die immer größer werdenden Speicherkarten, die Entwicklung schreitet in großen Schritten voran.

     

    Nach einem Hype um 3 D ist es wieder etwas realistischer geworden in der Welt der Kamerazukunft. Neue VR Kameras kämpfen um Marktanteile. Es bleibt spannend, wir zeigen Ihnen, weshalb.

     

    Kapitel im Bereich Kamera

     

    Kapitel Kamera

     


     

    Zu diesem Thema finden Sie natürlich wichtige Kapitel auch in den Bereichen Licht, Filmgestaltungund Berufsbilder.

     

    Kamera studieren kann man an zahlreichen Filmhochschulen.

    Professionelle Arbeitsweisen erlernen Sie in unseren "hands on" Workshops Licht und Kamera.

     

     

  • Kaschtrick

    Trick in der Kamera

    Wer heute vollmundig von Compositing spricht und die verschiedensten Kombinationen von Bildinhalten miteinander am PC bearbeitet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine Vielzahl dieser Möglichkeiten bereits existierte, als es Computer noch gar nicht gab.

    Die Vorläufer waren Kameratricks, bei denen Masken und Mehrfachbelichtungen die Hauptrolle spielten.

     

    Kasch

     

     

    Zu den häufigsten Kameratricks gehört der Kasch, bei dem im Kompendium bestimmte Bildteile abgedeckt werden. Auf diese Weise ist es zum Beispiel möglich, durch Mehrfachbelichtung einzelne Bildteile getrennt aufzuzeichnen. Fahren Sie doch mal mit der Maus über die Mattebox der Kamera...

     

    Mehrfachbelichtung

    Man kann so reale Menschen ganz leicht zu Zwergen schrumpfen lassen, indem man z. B. nur im unteren Bildbereich Menschen aus größerer Entfernung und im Bildverhältnis klein aufnimmt, und dann den Film in der Kamera zurückwickelt und dann den oberen, bisher unbelichteten Bildteil mit Aufnahmen von Alltagsobjekten (Tassen, Bücher etc.) kombiniert. Und schon sind die Zwergmenschen winzig neben Tassen und Büchern. Wenn Sie mit der Computer-Maus über das Kamerakompendium fahren, können SIe eine Maske vor das Bild schieben...

     

    Doppelgänger

    Auch die immer gerne gesehenen Doppelgänger-Filme wurden früher ausschließlich auf diese Weise realisiert.

    Die linke Hälfte eines Raumes wird mit dem Darsteller, der vielleicht mit einem imaginativen Gegenüber spricht, belichtet, während die andere Bildhälfte schwarz abgekascht ist. (Das bedeutet, im Kompendium wird eine schwarze Maske so angebracht, dass sie einen Teil des Bildes abdunkelt, der Film also nur zur Hälfte belichtet wird.

    Der Film wird in der Kamera zurückgewickelt, (einige Kameras können den Film bildgenau zum Anfang der ersten Aufnahme zurücktransportieren). Der Schauspieler wird inzwischen vielleicht noch in die Maske und zum Kostümbild geschickt. (Gerne werden bei solchen Filmen arme und reiche oder schlaue und einfältige „Zwillinge“ gegenübergestellt.)

    Dann wird die linke Bildseite abgekascht und der gleiche Schauspieler steht jetzt, in Outfit und Maske etwas verändert, in der rechten Raumhälfte und spricht zu seinem fiktiven Gegenüber in der linken Bildhälfte.

    Auf dem entwickelten Film stehen sich dann die Zwillinge gegenüber. Selbstverständlich muss eine solche Maske nicht zwingend in der Bildmitte verlaufen. Jede Bildaufteilung, die nötig ist, kann man realisieren. Sind die Masken komplizierter, so kann man diese auch auf einer Glasscheibe, die vor der Kamera eingerichtet ist, aufmalen.

     

    Voraussetzungen

    Ganz wichtig ist ein robustes, präzises Kamerakompendium. Im Profibereich können gute Kompendien einige Tausend Euro kosten. Diese sind aber auch ohne Trickaufnahmen für die professionelle Arbeit notwendig. Sie verhindern Streulicht und ermöglichen den Einsatz von Kamerafiltern und Zusätzen.

    Wichtig zum Gelingen solcher Tricks ist zudem hohe Präzision. Die Masken müssen sehr präzise justiert sein, und auch die Positionen, Blickrichtungen und ggf. Dialog- Stichworte sollten präzise geplant und aufeinander abgestimmt sein. Wenn Masken nicht genau justiert sind, ist am Übergang eine Nahtstelle zu erkennen. Dass der Übergang der Maske nicht bemerkt wird, liegt vor allem daran, dass diese unscharf abgebildet wird, denn die Schärfe liegt natürlich auf den Darstellern. Auf diese Weise ergibt sich ein weicher Übergang der Bildteile.

    Die Übergänge lassen sich besser kaschieren (verstecken), wenn die Masken nicht gerade, sondern verzahnt verlaufen mit kleinen, ineinander passenden Zähnen.

    Mit Video lassen sich diese Tricks zwar nicht in der Kamera selbst, aber natürlich analog mit einem Trickmischpult oder auch den diversen Compositing- Tools erzeugen. Neben vielen Profikameras sind auch einige der alten Super 8 Kameras und insbesondere fast alle Single 8 Kameras in der Lage, den Film begrenzt zurück zu transportieren und damit Mehrfachbelichtungen zu ermöglichen.

     

     

     

  • Neue Seiten

    Neue Artikel

     

    An dieser Stelle finden Sie einen Überblick über alle neuen Artikel der vergangenen Monate.

     

  • Objektive reparieren

    Wenn gute Objektive defekt sind, möchte man heulen,- oder kann man sie vielleicht selbst reparieren?

  • Slider

    Gerade DSLR Filmer sind häufiger mit Slidern anzutreffen. Wo machen diese Sinn und wo bringen sie nur Frust?

  • Technews Kamera

  • Zwei Kameras

    Zwei-Kamera-Technik

    Bei aufwendigen Actionszenen ist es bereits gang und gebe mit mehreren Kameras zu arbeiten, aber auch im normalen szenischen Bereich setzt man diese Technik immer öfter ein.

    Jeder der selber schon einmal eine Dialog-Szene zwischen zwei Personen aus mehreren Blickwinkeln gedreht hat, weiß, wie schwer es ist, Kontinuität beim Hin- und Herschneiden zu bewahren. Da steht der eine Schauspieler mal etwas weiter rechts oder links, die Hand ist auf dem Tisch statt auf dem Stuhl, das Licht bzw. der Sonnenstand haben sich geändert usw. Auch bedeutet es einen höheren Zeitaufwand, ein und dieselbe Szene mehrmals aus verschiedenen Positionen zu drehen. Deshalb wird des öfteren auch beim Film (vor allem natürlich in Hollywood) mit zwei oder mehr Kameras gearbeitet, die die ganze Szene gleichzeitig aus mehreren Blickwinkeln und/oder Einstellungsgrößen aufnehmen. Damit dies nicht wie die schnell abgedrehten Daily-Soaps aussieht (wo man auf aufwendiges Licht und Kameraführung aufgrund von Produktionskosten verzichtet), braucht es einen Regisseur und einen Kameramann mit viel Erfahrung und eine gute Abstimmung der einzelnen Abteilungen Regie, Kamera, Ton, Licht und Bühne.

     

    Methoden der Zwei-Kamera-Technik:

    Verschiedene Blickwinkel:

    Anwendung: z. B. Dialogszenen zwischen zwei Menschen
    Die Kameras werden für eine Schuss- und eine Gegenschussaufnahme gleichzeitig aufgebaut. Dies erfordert natürlich einen Kompromiss für das Licht, da ja relativ viel vom Set insgesamt zu sehen ist, und beide Schauspieler gleichzeitig in eine passende Lichtsituation gestellt werden müssen. Der Ton hat nun eine Kamera mehr zu beachten, in der er nicht zu sehen sein darf. Die Schauspieler bekommen den Vorteil, eine Szene nicht so oft spielen zu müssen und können aufgrund der perfekten Kontinuität ineinander sprechen, was das Spiel noch einmal flüssiger macht. Bei nur einer Kamera müssten sie für den Schnitt Sprechpausen lassen.

     

    Verschiedene Einstellungsgrößen:

    Anwendung: z. B. Szene, bei der wir die Reaktion des Schauspielers genau sehen wollen, z. B. durch Sprung von einer Halbtotalen auf eine Nahaufnahme. Die Kameras werden an gleicher Position und Blickrichtung, aber mit unterschiedlichen Objektiven, aufgestellt. Der Kompromiss für das Licht ist nicht so groß wie bei verschiedenen Bildwinkeln, und man kann ohne einen sprunghaft wirkenden Schnitt näher an den Schauspieler heran (oder natürlich auch umgekehrt von ihm weg...). Manche Schauspieler bevorzugen allerdings hier die Aufnahme mit jeweils nur einer Kamera, da sie natürlich für eine Nahaufnahme anders spielen, als für eine Halbtotale. Der Ton hat zusätzlich das Problem, für die Nahaufnahme nicht so nah angeln zu können, wie sonst üblich (man würde ihn ja in der Halbtotalen sehen). Aber auch hier kann man eventuell über Ansteckmikrofone bzw. angepassten Bildausschnitt (Headroom) eine akzeptable Lösung finden.

     

    Mischung der zwei Techniken, z.B. bei langen Szenen:

    Der Angeklagte und seine Anwälte lauschen gebannt den Worten des Staatsanwalts. Dieser verlässt seinen Platz und läuft durch den Gerichtssaal bis er vor der Anklagebank zum Stehen kommt. Es kommt zu einem Wortwechsel und entsprechenden Reaktionen der Beteiligten.

    So oder ähnlich könnte eine Szenerie aufgebaut sein, in der man mit einer Mischung aus den zwei vorher genannten Methoden arbeiten könnte. Die Kamera 1 beginnt mit einer engen Dreier und fährt in eine offenere Dreier zurück. Die Kamera 2 führt im Gegenschuss den Staatsanwalt von seinem Platz in eine Over-The-Shoulder-Dreier.

    Um diese Vielzahl an einzelnen Einstellungen bewältigen zu können, wird dann auch des öfteren ein sogenannter Arbeitszoom (oder Off-Zoom) eingesetzt, um die passenden Bildausschnitte zu bekommen. Dieser Arbeitszoom wird so getimt, dass er immer in Zeiträumen liegt, in denen das Bild der anderen Kamera wichtiger ist bzw. bereits klar ist, dass in der Postproduktion zu diesem Zeitpunkt das Bild der anderen Kamera zu sehen ist.

     

    Allgemeine Vor- und Nachteile auf einen Blick:

    Vorteile:

    • perfekte Kontinuität , dadurch auch mehr Möglichkeiten im Schnitt
    • angenehmer für die Schauspieler, eine Szene muss nicht so oft gedreht werden, keine Sprechpausen nötig
    • eventuelle Kostenersparnis, falls sich durch kürzere Drehzeit die zweite Kamera + Team rechnet

     

    Nachteile:

    • Kompromisse beim Licht
    • Längere Aufbauzeiten vor dem Dreh, wegen Licht, Ton und Kameraführung
    • eventuelle Mehrkosten, falls sich die 2. Kamera + Team nicht durch kürzere Drehzeit ausbezahlt

    Wenn man mal genau darauf achtet, entdeckt man vielleicht hier und da einmal den Einsatz von mehr als einer Kamera. Zum Beispiel in der deutschen Fernsehserie "Edel & Starck" auf Sat.1 wird des öfteren erfolgreich mit der Zweikameratechnik gearbeitet. Vielen Dank an dieser Stelle an den Kameramann Michael Boxrucker, bvk, der bei zahlreichen Folgen dieser Serie für Licht und Bildgestaltung verantwortlich war. Die vorgenannten Varianten erläuterte er dem Movie-College in einem Interview.