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Wo die Reise hingeht...Natürlich wird Zukunft nicht einfach zur Jahreswende umgeschaltet, sind Prozesse fließend und Überraschungen relativ unvermeidbar. Dennoch wollen wir es wagen, die eine oder andere Prognose für 2008 zu wagen, auf Themen und Entwicklungen zu schauen, die für Film,- Fernseh- und Medienaktive wichtig sind oder werden könnten. Es gibt zahlreiche Spannungsfelder, Baustellen, an denen gerungen, gekämpft, gehofft oder auch gelitten wird. In einigen bereichen deuten sich Verbesserungen an, andere bleiben nach wie vor eher schattig. Thema KinoAuch wenn niemand es wirklich wahrhaben möchte,- das Kino steckt in einer gigantischen strukturellen Krise, die bedauerlicherweise selbstgemacht ist. Im vergangenen Jahr hat sich dramatisch in Zahlen niedergeschlagen, was Insider schon längst wissen: Die Zuschauerzahlen sind weiter zurückgegangen. Ein paar wenige Blockbuster, die mit immensem Werbeaufwand beworben werden, machen das große Geschäft und ermöglichen den Kinos, zu überleben. 2007 war dies Ratatouille, ein paar weitere US-Titel halfen, den Kuchen weiter zu sezieren, eine Vielzahl anderer, europäischer Filme teilte sich den kleinen, bescheidenen Rest. Kinobesitzer, die überleben wollen, sind fast darauf angewiesen, ebenfalls diese Blockbuster spielen zu können. Um sie zu bekommen, müssen sie häufig auch andere mittelmäßige Filme des gleichen Verleihs spielen und verstopfen auf diese Weise die Leinwände für anspruchsvolle Titel. Zugleich sind Kinobesuche zu einem Luxus geworden. Das liegt auch an den gestiegenen Forderungen der Verleiher. Familien werden da schnell incl. Popcorn und Getränk 40 Euro los. Da braucht es keine komplizierten Kalkulationsprogramme, um herauszufinden, dass die DVD für 11,90 Euro allemal billiger ist und zudem sogar physisch besessen und an Freund verliehen werden kann.
FernsehenSolange die Zuschauer nicht meutern und die Produzenten für immer weniger Geld die gleiche Programmlänge abliefern müssen, kann eigentlich nur an den Drehtagen gespart werden. Formate, die wenig kosten und Zeit füllen werden beliebt bleiben und die mehr als fragwürdigen Einschaltquoten werden auch weiterhin als Ausrede für mangelnde Programmqualität herhalten müssen.
Ansonsten wird Fernsehen vor allem bei den jüngeren Zuschauern ins Internet verlagert. Privatsender bekommen zunehmend Argumentationsprobleme, wie sie die hohen Werbepreise rechtfertigen können und Zuschauer werden verstärkt auf technische Hilfsmittel (Festplattenrekorder) zurückgreifen um eben diese Werbeblöcke loszuwerden.
Auch die sogenannten mobilen TV-Dienste, in die zur Zeit sehr viel investiert wird, werden nicht so einfach bereits bestehende Fernsehprogramme übertragen. Der Traum, man bräuchte nur vorhandene TV-Sendungen in der Auflösung schrumpfen und schon passt das alles auf ein Handy, wird nicht aufgehen. Andere, eigene Formate müssen produziert werden,- wer die bezahlen soll, bleibt ungewiss. Thema VideoDas Eis wird immer dünner für bandgestützte Videoformate im Aufnahmebereich. Hier setzen sich mehr und mehr Festspeicherverfahren durch, teils auf DVD doch im überwiegenden Anteil auf Speicherkarten. Die beiden wichtigsten Systeme von Sony und Panasonic setzen auf unterschiedliche Bussysteme (Express-Card und PCMCIA) und leider auch auf unterschiedliche Datenraten und Farbtiefe. Wer besonders hochwertige HD-Aufnahmen sucht, wird vermutlich vorerst zu DVCPRO HD von Panasonic greifen. Für die Archivierung der fertigen Master setzen die Fernsehanstalten allerdings nach wie vor auf Band, da ist das Vertrauen in Festplatten und Festspeicher noch nicht groß genug, da bleibt man 2008 noch traditionell. Videotheken werden es 2008 noch stärker zu spüren bekommen, dass sich die Sehgewohnheiten verändert haben. Entweder sie spezialisieren sich auf erstklassige Filme, die man sonst nirgendwo bekommt oder sie bieten quasi als Ladestationen kleine Filme und Spiele für Handys, i-pods etc. an, die man auf Stick oder Speicherkarte lädt und dann im Handy oder Player abspielt. Thema DVD hochauflösendDie Geschichte lehrt uns,- häufig genug siegt nicht die Vernunft, die Intelligenz, das beste Verfahren, sondern das geschicktere Marketing, die bessere Verwertungsstrategie. So geschehen beim Amateurvideo, wo sich neben Video 2000 und Betamax ausgerechnet das schlechteste Videosystem, VHS durchsetzte. Im Moment zeichnet sich ein ähnliches Phänomen beim Wettstreit der künftigen hochauflösenden DVD ab. Während die HD DVD eigentlich mit größerer Kapazität und billigerer Herstellung punkten kann, wird das von Sony propagierte Blue Ray allein schon durch die schiere Masse der in der Play-Station3 verbauten BlueRay Player die HD DVD, welche deutlich weniger verbreitet ist, einholen. Insbesondere die Format- und Kopierschutzstreitigkeiten über die Formate hielten die Käufer bisher (seit über 2 Jahren) davon ab, in diese Formate zu investieren. Statt dessen kaufen sich Millionen Kunden, ohne wirklich darüber nachzudenken, quasi als Nebenwirkung ihrer Play-Station einen Blue Ray Player.
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