Eröffnet wurde dieses Panel von Verena Lueken, die Journalistin der
Frankfurter Allgemeine Zeitung nahm Stellung zum momentanen Stand des
Kinos und argumentierte zutreffen, dass dem Kinofilm von heute die
nötigen Emotionen fehlen, der Zuschauer sich eher in Serien und
Langzeitdokus flüchtet, wo mehr Herzschmerz und Freudentränen zu finden
sind als noch vor einigen Jahren. Dr. Sylvia Rothblum, Warner Bros.
International Television Distribution München betonte, dass zurzeit eine
große Menge amerikanischer Fernsehserien eingekauft werden.
Auffällig ist vor allem, dass Serien wie "sex and the city"
plötzlich als Film ins Kino kommen. Früher war es ausschließlich so,
dass ein Film erst im Kino zu sehen war und dann irgendwann später im
Fernsehen lief. Heute ist es immer öfter der Fall, das aus einer
erfolgreichen Serie ein Film wird. Natürlich kam man auch auf Statistiken
zu sprechen und wie sich die Besucherzahlen in den letzten Jahren
entwickelt haben. Dabei musste man feststellen, dass jährlich steigende
Kinobesuche nicht nur in Deutschland sonder EU weit zu beobachten sind.Man kann also sagen, dass das Kino immer noch aktuell ist, sich
allerdings der Film, der dahinter steckt, verändert hat.
Reden wir
nämlich von Kino, ist damit nicht unbedingt der Film gemeint, der später
an einer Leinwand zu sehen ist. Auch im Fernsehen hat das Kino einen
Platz, trotzdem ist es der Wunsch eines jeden Filmemachers, sein Werk
letzten Endes im Kino zu sehen. Meist endet dieser Wunsch schon bei der
Finanzierung, außer man hat ein besonders unterhaltsames Exemplar
entworfen oder kann sich auf irgendwelche Hollywood-Größen berufen. Ein
hoffnungsvoller Kandidat war Dr. Andreas Richter, Geschäftsführender
Gesellschafter Roxy Film, München, der während der ganzen Diskussion
daran appellierte, dass es immer ein Publikum für gute Filme geben wird.
Fraglich ist da nur, was die Mehrheit als "gut" bezeichnet, die
letzte Roxy Film Produktion "und dann kommen Touristen",
entwickelt sich zwar langsam zum Kultfilm und ist auf Festivals sehr
erfolgreich gelaufen, trotzdem hat ein solcher Film keine Chance gegen
Kinostürmer wie "Lissy und der Wilde Kaiser" oder "Ratatouille"
.
Dr. Detlef Rossmann, Vorstandsvorsitzender AG Kino Gilde, Berlin,
erklärte zutreffend, dass man nicht vergessen sollte warum Menschen ins
Kino gehen. Die meisten nutzen das Kino als Treffpunkt, als Ort zum
Ausgehen, man will mit Freunden Spaß haben und da würden die
wertvollsten Kinolegenden nicht bestehen. Natürlich gibt es noch Bedarf
an niveauvollen Kino, doch dort haben sich die Besucher eindeutig
reduziert, leider. Helge Sasse, CEO Senator Entertainment, Berlin,
berichtet etwas enttäuscht von Michel Moore´s Produktion "Sicko",
die in Deutschland um einiges schlechter angelaufen ist, als erwartet. Seiner
Meinung nach, sei es der bis jetzt beste Film von More, doch leider konnte
der Dokumentarfilm, der das amerikanische Gesundheit-System kritisiert
beim Deutschen Publikum kaum punkten. Da es auch bei uns, wenn auch in
geringerem Ausmaße, Probleme bezüglich des Gesundheits-Systems gibt und
man generell nicht die Augen schließen sollte, wenn es um das Geschehen
in der Welt geht, scheint ein so kritischer Film, ganz ohne bekannte
Schauspieler und Witzgarantie hierzu lande niemanden anzusprechen.
Im Bezug auf unerlaubten DVD-Handel im Internet hielt man sich dezent
zurück, da man von so etwas nicht reden sollte. Abgesehen davon, dass
dieses Thema vielleicht sogar noch aktueller ist als, die Entwicklung der
deutschen Kinobesuche, wäre es gut sich mit dem größten Find des
Kinofilms zu befassen, dem Internet. Obwohl dieses Panel viele Fragen
offen lies und die Beteiligten sicher etwas zu optimistisch eingestellt
waren, so ist es doch gut zu wissen, dass so manche Größen die in der
Medienwelt etwas zusagen haben, immer noch an gute Filme glauben und nicht
vergessen haben warum sie diesen Job machen.