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Medien auf Abruf - Folgen der Individualisierung der Kommunikationsgesellschaft. 

Am vergangenen Mittwoch war es wieder so weit: die Münchner Medientage wurden eröffnet und wie jedes Jahr gab es Ppannendes zu berichten.

Panels

Muss sich das Kino neu erfinden? Ist es gar eine Altlast? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es heute, gibt es morgen? Was erhofft sich die Filmbranche von neuen Finanzhilfen der Politik?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die zwei Panels über Film und Produktion am ersten der drei Medientage in München. 

An der ersten Diskussion beteiligten sich Dr. Gregory Theile (Geschäftsführer Kinopolis Management), Martin Bachmann (Geschäftsführer Sony Pictures), Dr. Kathrin Brunner (Geschäftsführerin In2Movies) und Fred Kogel (Vorsitzender des Vorstandes Constantin Film), zum Thema "Vom Zugpferd zur Altlast - muss sich das Kino neu erfinden?".

Viel wurde diskutiert über DVD, Vod (Video on demand) und andere Vermarktungsmöglichkeiten, sowie über das eigentliche Thema: Kino. Grundsätzlich ist man sich einig in der Filmbranche. Die Zielgruppen haben sich in den letzten Jahren geändert und tun dies auch weiterhin.

Ende des Jugendwahns?

Jahrzehntelang hat sich das Kino weitgehend dem jugendlichen, wenn nicht gar kindlichen Zuschauer gewidmet, um nun plötzlich zu realisieren, dass es auch Zuschauerschichten jenseits der 20 Jahre gibt.

Demografische Änderung in Deutschland und ein fehlender Babyboom führen zu einer bisher eher unbeachteten Gruppe von Zuschauern: den älteren Damen und Herren in unserer Gesellschaft (das Durchschnittsalter der Deutschen in den nächsten 10 Jahren ist 52!). Die Geschmäcker der Generationen sind verschieden. Das weiß man nicht erst seit Kurzen, doch wenn die Bevölkerung altert, muss man sich Gedanken dazu machen, ältere Leute wieder ins Kino zu holen, da Kinobesuche nicht zu den beliebtesten Hobbys von Rentnern gehören. Fred Kogel wies auf sinkende Absätze und Zuschauerzahlen hin, die ohnehin nur von großen Blockbustern getragen werden. 

Man rechne im laufenden Jahr mit 140 Millionen Zuschauern, nach dem Einbruchsjahr von 2005 mit nur 127 Millionen. Herr Dr. Theile sprach von einem anderen Model, in dem Kino gleichzeitig Treffpunkt mit Restaurants und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten wird. Auch Probleme im Zusammenspiel Kino- und DVD-Vermarktung wurden angesprochen: Ein Kinorelease zu Weihnachten führt zu einem schlechten DVD-Start im Frühling, während eine DVD-Veröffentlichung im Dezember den Kinofilm in die Sommerflaute steckt. Darüber, dass Kino definitiv keine Altlast sei, es sich aber auf neue Marktstrategien einigen muss, war man sich schlussendlich einig.

Chancen

Diskussionsrunde

Stand des bayerischen Rundfunks  

"Neue Chancen für den deutschen Film" war das Thema der zweiten Diskussion mit Dr. Matthias Esche (Geschäftsführer Bavaria Film), Eberhard Junkersdorf (Geschäftsführer Bioskop Film, Vorsitzender des Präsidiums und des Verwaltungsrates FFA Berlin), Thomas Menne (Buena Vista International), Martin Moszkowicz (Vorstand Constantin Film), Jakob Claussen (Claussen+Wöbke+Putz), Tania Reichert-Facilides (Geschäftsführerin Universum Film) und dem Moderator Dr. Klaus Schaefer (Geschäftsführer FilmFernsehFonds). 

Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnete die Runde mit einer Rede über ein neues Produktionserstattungsmodell, das deutschen Filmemachern in Zukunft unter die Arme greift. 

So erhofft man sich deutsche Produktionen in Zukunft auch in Deutschland zu drehen und diese damit international Konkurrenzfähiger zu machen. Herr Dr. Esche sprach sich für das Zulagenmodell aus, mit dem aber keine Fernsehproduktionen auf Kino aufgepumpt werden sollten. Mit dem Staatsminister war man sich einig, dass massenuntaugliche Filme möglich gemacht werden müssen. Auch das Medium DVD wurde angesprochen: während sich Frau Reichert-Facilides für den DVD-Markt aussprach, betonte Junkersdorf "das Kino davor zu schützen, Durchlauferhitzer vor der Zweitverwertung zu werden."

Preise

Preisverleihung

Prof. Goderbauer-Marcher und Minister Huber mit Preisträgern in der Medien-Arena  

Eigentlich sollte das Publikum erst einmal so richtig vorgewärmt und eingestimmt werden durch die Band welche in der Medienarena der Medientage München aufspielte,- doch es kam ganz anders. Unweit der Medienarena tagte eine weitere Veranstaltung, ein Panel über HD und die Referenten wie die Zuhörer waren so aufgebracht über die unerwartete Live-Band, dass man angeblich sogar die Polizei zur Hilfe rief, um die nur 50 Meter entfernten jugendlichen Störer zum Schweigen zu bringen. 

Ob es an den doch recht halligen Räumlichkeiten, an der mangelnden Kompromissbereitschaft oder Kommunikationsfähigkeit HD- beseelter Anzugträger lag, ist nur schwer einzugrenzen. Jedenfalls erlosch das Konzert ziemlich abrupt und zeigte einmal mehr, dass Generationenkonflikte überall lauern.

Der Kurzfilm "O sole mio", der 60 Minüter "Unter der Sonne", und zwei weitere Filme haben den Filmpreis 2006 des Mediencampus Bayern gewonnen. In den drei Kategorien „Filmhochschulen“, „Universitäten und Fachhochschulen“ sowie „Akademien“ waren Studenten und Schüler aufgefordert, Beiträge einzureichen, eine Fachjury wählte die Preisträger aus, Staatsminister Erwin Huber überreichte die Urkunden an die Nachwuchsfilmer-innen.

 
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Titel:   Medientage 2006
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