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Chiko
Filmstart: 17. April 2008 Wenn du der Beste sein willst, musst du Respekt kriegen! Gemeinsam mit seinem Kumpel Tibet will Chiko das ganz große Geschäft machen. Fette Autos, schöne Frauen, Rum und eine neue Niere für seine Ersatz-Mum. Dumm nur, dass Tibet, den kürzlich an Land gezogenen Deal mit Revierkönig Brownie, sofort wieder aufs Spiel setzt. Chiko geht von nun an seinen eigenen Weg und ist plötzlich ganz dicke mit dem Gangsterboss. Tibet der sich diesen Betrug nicht gefallen lässt, ballert unter Drogeneinfluss durch die Gegend und von da an gerät alles außer Kontrolle. Hört sich nach Klischee an, was irgendwie auch stimmt. Regisseur Özgür Yildirim ist trotz dieser Tatsache ein realistischer Film gelungen, der durch eine authentische Darstellung überzeugt, auch wenn die Story nicht unbedingt neu ist. Den Schauspielern nimmt man den Schmerz ab und die naive Einstellung zur Gewalt geht unter die Haut. Ob man den Film nun mag oder nicht, hängt von jedem selbst ab, wissen sollte man, dass Yildirim bei seiner Inszenierung keine Kompromisse eingeht und auf Gewalt, Blut, Drogen und Machtspiele setzt. Es ist vor allem in einer Zeit, in der Regisseure wie Fatih Akin, hier als Produzent tätig, mit Filmpreisen überhäuft werden und scheinbar genau den Zahn der Zeit getroffen haben, nicht unbedingt leicht einen solchen Film zu kritisieren. Der neue Deutsche Film ist eben so, unverblümt, echt und vor allem aktuell. Um zu sehen wie schlimm die Welt ist, reicht es allerdings den Fernseher anzuschalten, dort schießen sich, auch ohne Chiko, genug Menschen tot. Was genau will uns Regisseur Özgür Yildirim mit seinem Werk sagen, "wenn ihr Koks vertickt, traut nicht eurem besten Freund"? Falls der Film auf irgendeine Weise lehrend wirken soll, so darf man wohl annehmen, dass kein Gangster dieser Zeit nach diesem Film das Handtuch wirft. Vielmehr werden sich tausend pubertierende Jungs schicke Lederjacken kaufen und genau diese Typen nachahmen. Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden, ob er den Gangster-Hype unterstützt oder nicht. Fakt ist aber, dass sich diesbezüglich eine Szene entwickelt, die nicht nur durch den Film lebt, sondern vor allem durch Musik eine große Anhängerschaft gefunden hat. Die leider neben Poser-Lyriks ziemlich Gewaltverherrlichend ist. Özgür Yildirim hat es verstanden dieses Thema realistisch darzustellen, jede Szene nimmt man dem Regisseur ab, der neben dem fragwürdigen Thema mit filmischem Talent überzeugt. Dennoch lässt sich hoffen, dass Yildirim seine Begabung zukünftig in andere Drehbücher projeziert. Gesehen von Christine Schäfer |
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