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Dok.Fest 2005
Happy Birthday! Das Dokumentarfilmfestival München feiert seinen 20. Geburtstag und bietet mit der Kategorie BEST.DOKS 20/20 eine Rückschau über die besten Filme seit Bestehen. In den Reihen Wettbewerb, Internationales Programm, Horizonte und Neue Filme aus Bayern zeigt das 20. Internationale Dokumentarfilmfestival vom 6. bis 14. Mai 2005 mehr als 100 Filme aus aller Welt. Zum Jubiläum haben sich die Organisatoren nicht weniger vorgenommen, als die Welt zu erschließen, von der wir dachten, dass wir sie längst kennen. Es gibt immer Neues zu erzählenUnd es lässt sich vieles entdecken, was einem sonst verwehrt bleibt: Filme aus Madagaskar, Nordkorea, Nicaragua, den Philippinen oder aus Jakarta erzählen über Globalisierung, Hochzeitsriten, Pinochets Eitelkeit. Es gibt neue Filme aus dem Irak und Iran über das Leben unter der Burka, Prostitution, Liebe und Sexualität- Tabus beginnen zu fallen. Filme aus Asien, Afrika oder Lateinamerika liefern Innenansichten aus den Mikrokosmen dieser Welt, die uns aus dem Fernsehen scheinbar so vertraut sind- und von denen wir doch so wenig verstehen. Bestandsaufnahme der Doku-Szene
Zugleich ist das Dokfest nicht nur Zuschauerfest, sondern auch Treffpunkt der internationalen Dokumentaristen-Szene. Zentraler Treffpunkt ist alljährlich der Empfang der Stadt München im alten Rathaus, bei dem sich die heimischen Dokumentarfilmer und die internationalen Gäste zusammenfanden. Auch wenn Niemand sich so recht wagt, über die Lage zu klagen, spürt man zwischen den Häppchen am Büffet dennoch recht deutlich, dass das Verhältnis zwischen meisten TV-Redaktionen und den Filmemachern hierzulande besonders angespannt ist. Die Redakteure erstarrten in Angst, Fehlentscheidungen zu treffen und würden, wenn sie sich dennoch mal auf ein Projekt einließen, winzige Etats zur Verfügung stellen. 15.000 Euro für 45 Minuten Programm mögen für sehr simpel gestrickte Dokus ja vielleicht angehen, aber dass auch aufwändig produzierte Filme für dieses Geld hergestellt werden müssen, ist traurige Realität bei vielen TV-Sendern. Zudem weiß fast Jeder eine Geschichte von geraubten eigenen Ideen zu erzählen, welche von TV-Redaktionen abgelehnt und kurz darauf in deren Auftrag von anderen assoziierten Produktionsfirmen umgesetzt wurden. Um nicht gänzlich ohne Aufträge dazustehen, es sich nicht mit den Redaktionen zu verderben, schweigen die die Filmemacher über derartige Vorgänge. Nicht einmal untereinander sprechen sie gerne darüber, ist es doch ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns.
Das Beste aus 20 JahrenIn einem Rückblick werden 20 Filme, die als Meisterwerke der
Dokumentarfilmkunst gelten, noch einmal gezeigt: Bilder einer alten Welt,
Black Harvest, Kalte Heimat, Moment of Impact- diese und andere Perlen
gibt es (wieder) zu entdecken. Gesehen...Zahlreiche Filme sind nur ein einziges Mal im Rahmen des Festivals zu sehen, unsere Besprechungen können daher nur als Bestandsaufnahme dienen. Das offizielle Programm bietet jedoch genug Anhaltspunkt für die persönliche Filmauswahl. Zu finden ist es u.a. auf der Website des DokFilm Festivals. Hier gehts zu den Rezensionen... Die Preisträger 2005
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Yan Mo- Before The Flood |
Der Dokumentarfilmpreis des Bayerischen Rundfunks geht dieses Jahr an
China: Yan Yu und Li Yifan erhalten den mit 10000 Euro dotierten Preis für
ihren Film "Yan Mo - Before The Flood", in dem sie von den
Sorgen und Nöten der Menschen vor der Umsiedelung für den
Drei-Schluchten-Staudamm erzählen. Die Begründung der Jury:
"Yan Yu und Li Yifan zeigen uns in Yan Mo die Abwicklung einer Stadt 'vor der Flut'. Die 2300 Jahre alte Stadt Fenjie am Jangtse Fluss muss den Fluten des Drei-Schluchten-Staudammes weichen. Die Filmemacher beobachten während langer Monate die Nöte und Sorgen verschiedener Bewohner, die sich auf ihre bevorstehende Umsiedlung einrichten müssen. Eine Umsiedlung, die für sie bedeutet, selbst ihre Behausungen, ihr soziales Gefüge und ihre Existenzgrundlagen zu demontieren.
In der Tradition des klassischen, beobachtenden Dokumentarfilms lassen die Filmemacher sich und den Protagonisten viel Zeit, zuzuhören, auszureden und abzuwarten. Der Zuschauer wird eingeladen, sich auf einen langsameren Rhythmus einzulassen. Dieser entspricht der Realität und der Denkweise der Menschen in dieser uralten Stadt. Die Unbefangenheit und Unmittelbarkeit der Portraitierten gegenüber der Kamera zeigen, wie gut es den Filmemachern gelungen ist, ihnen nahe zu kommen. Dabei ist eines unbedingt hervorzuheben: die ausgezeichnete, ruhige, unaufdringliche und immer Situationen instinktiv vorausahnende Handkamera von Yan Yu. Die Herangehensweise der Regisseure erlaubt es uns, die Menschen diese fernen Landes zu erfahren, ihre Denkweise zu verstehen - und Mitgefühl zu empfinden, ohne uns emotional manipuliert vorzukommen."
Weitere Preise:
Als "Besonderer Dokumentarfilm" wurde "Stand Van De Maan -
Shape of the Moon" von Leonard Retel Helmrich ausgezeichnet.
In der Kathegorie Horizonte wurde folgender Film ausgezeichnet: Az Pase
Borge - The Other Side of the Burka von Mehrdad Oskouei (Iran); eine
lobende Erwähnung ging an "Al Toufan - A Flood in Baath Country"
von Omar Amiralay (Syrien).
Der FFF-Förderpreis ging zu gleichen Teilen an Bettina Timm ("Herr
Zhu") sowie Petra Wallner und Josef Mayerhofer ("Portrait einer
Rothaarigen")
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