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Lang erwartet, stehen 10 Tage im Februar wieder im Zeichen des Kinos  

BERLINALE 2008

Es ist wieder soweit: vom 07. bis 17. Februar wird in der Hauptstadt der rote Teppich ausgerollt und alles was sich um Kino dreht, wird diskutiert, bewertet und gefeiert. 

Dieses Jahr setzt sich die Jury aus ihrem Präsidenten Costa-Gavras, der dänischen Regisseurin Susanne Bier, der französischen Schauspielerin Sandrine Bonnaire, dem Szenenbildner Uli Hanisch (u.a. "Das Parfum"), der international bekannten deutschen Schauspielerin Diane Kruger ("Troja"), dem Sounddesigner Walter Murch ("Apokalypse Now"), dem ukrainischen Produzenten Alexander Rodnyansky und der taiwanesichen Schauspielerin Shu Qi ("The Transporter") zusammen.

Die Jury entscheidet über die Preisvergabe der internationalen großen Filme, die in der Sektion Wettbewerb zu sehen sind.

Sektionen

Insgesamt gibt es noch 5 weitere Sektionen:

Panorama für Independent- Filme, Perspektive Deutsches Kino zeigt Filme aus Deutschland und im Internationalen Forum des Jungen Films wird ein Blick auf die Kinolandschaft in entfernten Ländern und auf außergewöhnliche Formen geworfen. 

Außerdem gibt es die Sektion Generation  für Kinder- und Jugendfilme und Retrospektive für Filmklassiker. 

Neben all den goldenen, silbernen, gläsernen und wie auch immer gestalteten Prämien-Bären, die von diversen drei- bis elfköpfigen, internationalen bis Kinderjurys in den verschiedenen Sektionen vergeben werden, existiert auch eine Reihe  unabhängiger Jurys, die von festivalexternen Organisationen aufgestellt werden und ihre eigenen, verschieden hoch dotierten Preise, verleihen. Dies sind z. B. der Teddy- Award, die Preise der Ökumenischen Jury oder der FIPRESCI Jury, nur um einige zu nennen. Außerdem wird seit 1999 in der Sektion "Panorama" ein Publikumspreis verliehen, für den jeder Besucher eine Stimme abgeben kann.


Bei dieser Menge an Preisen und Juroren wünscht man sich fast im Namen der Einfachheit und Übersicht die Zeiten zurück, als die Berlinale noch kein A- Festival war und nur das Publikum für die Vergabe der Preise zuständig war. 

Wettbewerb

Lautes Geschrei beim Fotoshooting der Festivalgäste...  

Eröffnet wird die diesjährige Berlinale mit Martin Scorsese's Musikdokumentation "Shine a Light", welche die Geschichte der Rolling Stones behandelt.

Große Beachtung, sowohl beim Publikum als auch bei der Jury, wird sicherlich auch Paul Thomas Anderson's "There Will Be Blood" finden; nicht nur, weil Regisseur Anderson schon einmal einen Goldenen Bären in Empfang nehmen durfte (im Jahr 2000 für "Magnolia"), sondern auch  weil sein diesmaliges Drama bereits für acht Oscars nominiert wurde. 

Dieses Jahr zählt die Sektion "Wettbewerb" 26 Beiträge aus insgesamt 15 Ländern von fünf Kontinenten; die meisten Filme, mit acht an der Zahl, hat dabei die USA am Start, danach kommt Frankreich mit drei, Deutschland und Grobritannien mit jeweils zwei.

Die Bären-Parade 2008

  • Der brasilianische Streifen "Tropa de Elite" hat 2008 den Goldenen Bären als stärkster Wettbewerbsbeitrag gewonnen. 
  • Der Silberne Bär für die besten Schauspieler, ging an die Britin Sally Hawkins und den Iraner Reza Naji.
  • Der Silberne Bär für das beste Drehbuch ging an den Autor und Regisseur Wang Xiaoshuai für seinen Film "Zou You"
  • Der Silberne Bär für die beste Regie ging an Paul Thomas Anderson für "There will be Blood"
  • Den Großen Preis der Jury erhielt Errol Morris für seinen Dokumentarfilm "Standard Operating Procedure"
  • Der goldene Bär für den besten Kurzfilm ging an Bogdan Mustata für "Ein schöner Tag zum Schwimmen".

    weitere Preise (deren gibt es nämlich während der Berlinale viele), entnehmen Sie bitte der offiziellen Homepage der Berlinale

Panorama

Insgesamt 50 Filme, darunter 31 Weltpremieren, werden in diesem Jahr in der Sektion, die sich Arthaus- und Independentfilmen widmet, gezeigt. 17 Spielfilme laufen dabei im Hauptprogramm, 15 im Panorama Special und 18 in der Reihe Panorama Dokumente

Das Panorama-Hauptprogramm startet mit dem russischen Film "Rusalka" ("Mermaid" / Meerjungfrau) der Regisseurin Anna Melikyan. Dieser Film, welcher die Kindheitserlebnisse eines jungen Mädchens mit den heutigen - bizarren - Eindrücken der Großstadt Moskau kontrastiert, ist der zweite Film von Melikyan; ihr erster Streifen, "Mars", lief im Jahre 2005 ebenfalls in diesem Panorama-Programm.

Eröffnungsfilm der Dokumentar-Kategorie ist "A Jihad For Love" von Parvez Sharma, welcher sich mit der Behandlung Homosexueller in der islamischen Welt auseinandersetzt; Eröffnungsfilm des Panorama Special ist die israelisch-deutsch-französische Koproduktion Lemon Tree von Eran Riklis. Dieser Film betrachtet die israelisch-palästinensische Problematiken anhand einer Palästinenserin (gespielt von Hiam Abbas, Mitglied der internationalen Jury 2007), welche einen an Israel angrenzenden Zitronenhain erbt. 

Generation

In der Festivalsektion "Generation" werden Filme vorgestellt, welche vernehmlich auf ein jüngeres Publikum abzielen, beziehungsweise die Welt aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen schildert.
Dabei ist dieser Wettbewerb aufgeteilt in "Kplus" und "14plus". In "Kplus" entscheidet eine elfköpfige Kinderjury, in "14plus" eine Jury von sieben Jugendlichen über die Vergabe der in dieser Sektion betitelten "Gläsernen Bären". 

In diesem Jahr werden 24 Spiel- und 31 Kurzfilme aus über 20 Ländern gezeigt, darunter acht Welt- und sieben internationale Spielfilmpremieren. 

Special

Mit der Sonderreihe "Special" ehrt die Berlinale neben Neuproduktionen, welche durch ihre besondere Extravaganz oder zeitgenössische Relevanz bestechen, auch Filmklassiker, die durch ihre Thematik heute noch für brisanten Gesprächsstoff sorgen. Darüber hinaus ehrt diese Kategorie auch Werke herausragender Filmpersönlichkeiten.

TV Teams aus der ganzen Welt berichten über das Ereignis...  

Retrospektive & Hommage 

Die Sektionen Hommage und Retrospektive präsentieren Filmrestaurierungen berühmter oder wiederentdeckter Werke als Special Events. 

Dieses Jahr erinnert die Retrospektive an den spanischen Filmemacher Luis Bunuel (1900 - 1983).

Bunuel sorgte bereits mit seinem surrealistischen Debutfilm "Ein andalusischer Hund" (1929) für Furore. Das Konzept der Drehbuchautoren Bunuel und Salvador Dali war es, zwei Träume filmisch umzusetzen; in der Konsequenz folgt der Film keinem logischen Handlungsfaden.  Berühmt geworden ist gleich die Anfangsszene, in welcher der Zuschauer mit der Aufnahme eines Rasiermessers, das durch ein menschliches Auge schneidet,  konfrontiert wird. 
Auch seine nächsten Filme waren stets Zündstoff für hitzige - politische - Debatten und handfeste Skandale.
Im Laufe seines Lebens schuf Bunuel über 30 Filme.

Die Sektion Hommage ehrt den großen italienischen Filmemacher Francesco Rosi. 
Der heute 85-jährige Rosi schuf mit rund 50 Filmen, in denen er kritisch die Politik, den Klerus sowie die Wirtschaft Italiens reflektierte, einen großen Teil der italienischen Filmgeschichte.
Die Berlinale zeigt 13 seiner wichtigsten Werke, unter anderem das Werk "Wer erschoss Salvatore G.?", mit dem Rosi den internationalen Durchbruch schaffte und 1962 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Berlinale Shorts & Perspektive Deutsches Kino

Wie die Namen bereits verraten dreht sich im Shorts-Programm alles um den künstlerisch hochwertigen Kurzfilm, bei der Perspektive Deutsches Kino um Arbeiten deutscher (Nachwuchs-)Filmer. 
Es gilt zu erwähnen, dass es besonders bei diesen Sektionen keine formellen oder inhaltlichen Einschränkungen gibt; ganz im Gegenteil: Es wird darauf geachtet, dass die Auswahl der gezeigten Filme eine möglichst große Bandbreite an Stilmitteln und Erzählformen widerspiegelt. 

 
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Titel:   Berlinale 2008
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Quelle: Movie-College (www.movie-college.de)

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