![]() |
![]() |
![]() |
|||||||
| Filmschule | Aktuell | Community | Seminare | ||||||
|
|
|
|||||||||||||||||||
![]() |
|
Dreharbeiten zu Aschermittwoch |
Ileana
Cosmovici präsentierte auf der Berlinale
ihren Abschlussfilm
"Aschermittwoch". Der Kurzfilm lief zusammen mit "Zirkus is
nich" und "Memoryeffekt" in der Sektion PERSPEKTIVE
DEUTSCHES KINO.
Du hast es geschafft gleich mit Deinem Diplomabschlussfilm in die Auswahl der Berlinale zu kommen.
Ja,
und das freut mich sehr. Es hat mich auch gefreut, dass mir in der HFF München
gesagt wurde, dass in der Vergangenheit selten ein Film genommen wurde
bzw. schon länger nicht mehr und sie stolz darauf sind.
Dieses Jahr laufe ich hier zusammen mit Sonja Heiss, die einen langen
Dokumentarfilm gemacht hat. Ausserdem habe ich nicht damit gerechnet, dass
die Berliner Kommission etwas mit dem Fasching am Hut haben könnte, wie
die Bayern oder die Kölner.
Da habe ich mich zum Glück wohl getäuscht.
Der
Fasching hat mich von Klein auf schon
immer sehr fasziniert. Ich habe ihn
immer besonders ausleben
können, weil meine Mutter uns stets mit tollen
Kostümvariationen vom Flohmarkt ausgestattet hat. Und ich fand dieses
Verkleiden und in andere Rollen zu schlüpfen, wie es auch Schauspieler
machen, sehr spannend. Zu sehen wie ich mich und auch andere sich durch
das Verkleiden verändern konnten, das hat Spaß gemacht. Es hatte eine
Magie.
Als ich diese Geschichte geschrieben habe, war der Fasching anfangs noch
gar nicht mit dabei. Er kam erst später als zweite Ebene hinzu, in die
ich die
Denn es geht um zwei Menschen, die
Und beide verlieren in dieser Faschingsnacht, wo alle maskiert sind und
keiner weiß, wer der andere wirklich ist, die Kontrolle. Das war für
mich besonders interessant, diesen tragischen Kontrollverlust mit der
zweiten Ebene des tobenden Faschings zu verbinden und die Geschichte mit
den Figuren darin einzubetten.
![]() |
|
Standfoto - Aschermittwoch |
Der
Titel „Aschermittwoch“ hat sich interessanter Weise seit der ersten
Drehbuchfassung nicht mehr geändert. Schließlich geht es in der
Geschichte ja um die Ernüchterung, das Masken fallen lassen, die
Nacktheit, das Pure, das Erkennen. Und im Religiösen Verständnis ist der
Aschermittwoch ja der Tag, nach dem die Dämonen
Und so geht es ja auch meinen beiden Figuren. Sie werden von ihren inneren
Dämonen die ganze Nacht gejagt, und erst am Morgen des Aschermittwochs
kommen sie an einem Punkt, an dem sie schließlich die Verantwortung für
ihr Handeln übernehmen und aus ihrem Rausch ernüchtern.
Ich
wollte den Blick der beiden festhalten. Als würde ich ein Foto von
Mir ging es nicht darum es aus zu erzählen, sondern genau diesen Moment,
an dem sich für mich die Ernüchterung, die Erkenntnis und die Liebe, die
Zweisamkeit und die Tragik vereinen, festzuhalten.
Ileana:
Das Problem der Beiden Figuren ist äußerlich natürlich verschieden. Die
Polizistin hat ein Abgrenzungsproblem mit Männern, weil sie selbst
missbraucht worden ist. Das wollte ich aber absichtlich nicht
offensichtlich in dem Kurzfilm thematisieren, nur benutzen, um
unterschwellig eine Stimmung bei der Polizistin zu erzeugen. Ich wollte
eine junge Frau zeigen, die von dem Sinn ihres Berufs überzeugt ist,
jedoch mit dieser Männerwelt nicht wirklich entspannt klar kommen kann.
Und somit ihre Berufswahl einerseits im Widerspruch mit dem zu stehen
scheint, wie sie sich verhält und andererseits das spiegelt, was sie
selbst braucht, nämlich Schutz und Respekt vor Grenzüberschreitungen.
Sie identifiziert sich mit dem Opfer auf der Toilette und
„missbraucht“ dabei ihre Rolle als Polizistin, durch den Gebrauch der
Waffe, der ihre Angst und Wut symbolisiert.
Und diese Innenwelt und Doppeldeutigkeit der Figur SANDRA zu spielen war
gerade die Herausforderung für Kathrin, meine Darstellerin. Wir haben uns
die Rolle ganz genau erarbeiten müssen, da wir nicht viel Zeit hatten sie
als Charakter einzuführen. Deswegen war auch da der Cast ganz wichtig.
Wir haben viel geprobt und ausprobiert, bis wir die Figur immer mehr
herauskristallisierten. Und wir haben auch festgestellt, dass sie auch
etwas geheimnisvolles bekommen hat, weil sie etwas unnahbares hat.
Ich muss zugeben, ich hatte anfangs ein wenig Sorge, dass Sandra nicht
klar oder nachvollziehbar werden würde, denn, wie gesagt, die Erzählzeit
war ja nicht lang.
Ursprünglich war das Buch auch viel länger und wir mussten u.a. auch
Kompromisse machen, weil wir zwei Sender, ARTE und den BR, mit an Bord
hatten, was wirklich toll ist, aber eben auch Kompromisse einfordert, die
manchmal auch schmerzlich sein können. Vor allem ARTE unterstützt bei
dem Kurzfilmformat nur Längen von bis zu 25 Minuten.
Bei dem Arzt ist der Konflikt viel klarer: Er hängt (im wahrsten Sinne
des Wortes!) an seiner abhängigen Zwillingsschwester VIOLA, die ein völlig
anderes Leben führt, nicht geordnet und verantwortungsbewusst wie er, und
besorgt ihr Opiate, um ihre Sucht zu kontrollieren.
Es war mir wichtig zu erzählen, dass ANDREAS als Arzt zwar einen
verantwortungsvollen Job macht, aber eben auch diese andere verborgene
dunklere Seite hat, die mit seiner Zwillingsschwester zusammenhängt und
ihn durch sein Helfersyndrom unfrei macht für sein eigenes Leben.
Es geht bei beiden Charakteren darum, dass sie im Grunde keine
Muster können im Leben so oft nur gesprengt werden, wenn etwas
Unerwartetes, Schlimmes eintrifft, etwas außer Kontrolle gerät, wovon
man dachte, es immer im Griff haben zu können.
Hattest
Du Schwierigkeiten bei der Inszenierung? Oder haben Dinge nicht so
funktioniert, wie Du sie Dir eigentlich vorgestellt hattest?
Das
war unterschiedlich. Sehr schwierig war es, dass ich ein Team
Wir hatten auch sehr viele Komparsen, um den Fasching zu inszenieren. Das
war auch eine ganz schöne
Herausforderung für das Regieteam, Maske und
Kostüm.
Aber die Arbeit mit den Schauspielern war intensiv und schön. Oft ist uns
natürlich auch die Zeit davon
![]() |
|
Standfoto Aschermittwoch |
gelaufen, oder ich musste mich mit
organisatorischen Dingen beschäftigen und konnte auch manchmal nicht ganz
bei meinen Darstellern sein. Und natürlich gab es Szenen, die flutschten
und Szenen, bei denen es schwieriger war gleich in die emotionale Ebene zu
kommen. Gerade wenn wir nachts Außendrehs hatten, und es doch noch sehr
kalt wurde. Dann ist ein Faktor immer auch die Intensität und Färbung
einer Szene, wie zum Beispiel die Szene der Vergewaltigung auf dem Klo
oder die Szene mit den beiden im Auto und man kann auch nicht
chronologisch drehen.
Schließlich zeigt man in einem Kurzfilm ja auch so etwas wie Abrisse aus
einer langen Geschichte. Das sind ja oft nur ganz kurze aber eben auch
sehr dichte Momente gewesen, die sie zu spielen hatten und gerade die müssen
dann gut sitzen, weil eine schwache Stelle viel mehr auffällt, als in
einem Langfilm.
Ich bin natürlich zufrieden, gerade jetzt wo er fertig ist. Es gab immer
wieder Momente im Schnitt, wo ich dachte, das wird jetzt doch nicht so wie
ich mir das gewünscht habe, weil ich da falsch gedacht, ein Detail
vergessen oder zu wenig reflektiert hatte. Aber man lernt ja mit jedem
Film mehr.
Und klar gab es auch mal einen Moment, wo ich zum Beispiel auch einen
Blackout hatte und Florian mein Hauptdarsteller mir einen neuen Vorschlag
machte. Da musste ich als Regisseurin aufpassen, dass ich mich nicht
gleich von meiner Vision wegbewege. Man macht immer diesen Spagat zwischen
dem Versuch möglichst nahe am Buch zu bleiben und gleichzeitig die
Offenheit zu haben, ein Angebot von einem Schauspieler anzunehmen und es
abzuwägen. Gerade wenn Du so unter Druck stehst, weil ein ganzes Team für
Dich arbeitet und das für so wenig Geld oder es klappt etwas wichtiges
nicht, dann brauchst du selbstverständlich eine irrsinnige Konzentration,
Ruhe, Gelassenheit und eine große Portion Humor. Und ich hatte natürlich
auch ganz schön kritische Momente, wo z.B. Komparsen auf einmal gehen
wollten, die die ganze Zeit neben den Hauptdarstellern zu sehen waren...
Im Ganzen war das Umsetzen von ASCHERMITTWOCH eine tolle und wertvolle
Erfahrung für meine Regiearbeit und der Film auch eine absolute
Bereicherung. Und das Resultat kann sich ja auch sehr gut sehen lassen.
Und
wie hat sich deine Arbeit nach Drehende gestaltet? Gerade in der
Markus
Herm, mein Cutter, und ich, hatten anfangs einige Schwierigkeiten zu bewältigen.
Das lag auch an der Auflösung. Für die Auflösung hätte ich doch noch
mehr Zeit mit meinem Kameramann gebraucht. Dafür hatte ich sie aber zum
Glück mit meinem Komponisten, denn es war nicht einfach eine Musik zu
finden, die den Film nicht überschwemmt und aber trotzdem die emotionale
Ebene der Handlung gekonnt unterstützt. Wir haben uns sehr viele Gedanken
über die Musik gemacht, viel ausprobiert, den Mut gehabt auch wieder
Dinge zu verwerfen. Es ist eine ganz eigene Arbeit mit einem Komponisten
zu arbeiten, weil man erst eine gemeinsame Sprache entwickeln muss und
einfach auch viel über Emotionen sprechen muss, über die emotionale
Ebene des Films.
Wir wollten beiden Charakteren ein Thema geben. Und was man am Anfang in
der
Während der Montage, als wir schon sehr weit waren, haben wir ein
Testscreening gemacht, weil wir keinen Abstand mehr hatten und uns an
einigen Stellen nicht klar war, wie das die Zuschauer verstehen könnten.
Das war in vielerlei Hinsicht sehr gut, weil wir durch die Reaktionen natürlich
sehen konnten, an welche Stellen es Schwierigkeiten im Verständnis gab.
Wir haben daraufhin einige Szenen umgestellt und dadurch noch einmal eine
stärkere Wirkung erzielen können. Das hat dem Film gut getan. Das kann
ich jedem raten, denn irgendwann sieht man bestimmte Dinge einfach nicht
mehr mit genug Abstand. Man ist schon etwas blind und kann es nicht mehr
beurteilen. Deshalb ist es gut sich andere Meinungen einzuholen. Nicht um
es denen recht zu machen, sondern um zu sehen, ob man das erreicht, was
man mit dem Film erreichen will und ob der Zuschauer mitgeht.
„Aschermittwoch“ hat hier auf der Berlinale
seine Erstaufführung. Auf was für einem Format wird man denn den Film
hier auf der Berlinale sehen?
Auf
HD. Darauf bin ich selbst sehr gespannt, weil ich den Film bisher nur von
einer DigiBeta Ausspiellung auf einer großen Leinwand gesehen habe. Da
denke ich wird noch mal ein erheblicher Unterschied sein, denn HD hat ja
eine viel höhere Auflösung. Das
war auch ein Experiment, dass wir auf HDV gedreht haben, mit einem 35mm -
Adapter, mit dem man eine gewisse Tiefenschärfe erzeugen konnte, das dem
Kinoerlebnis näher kommt. Mit dem Format hatte ich bisher noch keine
Erfahrungen.
Bist
Du nervös vor der Aufführung?
Wir trafen den Regisseur und den Cutter von Autopiloten in Berlin und
sprachen über den Film von der ersten Idee bis zur Premiere auf der
Berlinale.
Bastian Günthers erster Langfilm wurde in der Sektion "Perspektive
deutsches Kino" gezeigt. Er erzählt die Geschichte von vier
Männern, die auf dem Autobahnnetz des Ruhrgebiets unterwegs zu
sich selbst sind.
Das ist dein
erster Langfilm. Und gleich auf der Berlinale, war das zu erwarten?
Bastian: Zu Erwarten war es nicht, dass wäre etwas zu
vermessen gewesen. Wir hatten schon ein bisschen Hoffnung, dass wir
Chancen haben dort zu laufen. Ende November haben wir einen Rohschnitt
eingeschickt und Ende Dezember kam dann eine Zusage. Aber das war jetzt
nicht zu Erwarten.
Der Film ist
ein Episodenfilm und teils auch ein Roadmovie…
Bastian: Ein Episodenfilm ist es, aber ich würde nicht sagen
dass es ein Roadmovie ist.
Zumindest kein typisches Roadmovie, wie man es aus
amerikanischen Filmen kennt. Ich nenne das eher einen Transit Film. Weil
die Leute sind zwar physisch, aber auch innerlich unterwegs. Diese Figuren
sind haltlos, docken nirgends an, sie sind im Raum und schweben ein
bisschen vor sich hin. Deshalb sage ich es ist ein Transit Film.
Du hast gerade
deine Charaktere angesprochen. Was verbindet diese in der Geschichte?
Bastian: Alle verbindet diese innere Unruhe. Die Figuren sind
einfach unstet, rastlos, haben sich selbst über die Jahre hinweg einen
Erwartungsdruck aufgebaut und laufen einem Wunschbild hinterher. Das ist
eigentlich bei allen vier Figuren so.
Bei der
Premiere hast du gesagt, dass du zuerst die einzelnen Geschichten, die
Charaktere, entwickelt und dann erst die Geschichte zusammengefügt hast.
Das heißt die Handlung selbst hast du erst später entwickelt?
Bastian: Ich glaube anders ist das auch gar nicht möglich.
Wenn man ein Drehbuch für einen Episodenfilm schreibt und dann direkt mit
den Verschränkungen, den Verzahnungen der einzelnen Episoden anfängt,
dann verzettelt man sich und verliert irgendwann den Überblick. Wichtig
war es erst mal die Figuren und deren Geschichten richtig zu entwickeln,
bis das gestimmt hat. Erst wenn die Episoden fertig geschrieben waren,
habe ich angefangen sie zu verschachteln. Die Versuchung pfiffige Übergänge
und Begegnungen bei einem Episodenfilm aufzubauen ist natürlich immer groß,
aber darüber hinaus vergisst man leicht seine Figuren zu entwickeln.
Deshalb habe ich jede Figur und jede Episode einzeln entwickelt und erst
im Nachhinein verschränkt.
Inwiefern hast
du beim Schreiben schon über den Schnitt nachgedacht?
Bastian: Wir hatten meistens wenige Einstellungen für eine Szene. Und gerade beim Episodenfilm sollte man sich nie darauf verlassen im Schnitt Sachen lösen zu können oder zu sehen wann ein Sprung in eine andere Szene möglich ist. Das muss schon alles vorher im Drehbuch klar sein. Bis auf zwei Szenen, sind alle Szenen im Schnitt mit dem Drehbuch identisch. Anders wäre das auch verantwortungslos.
Olaf: In
diesem Fall liegt es auch daran, dass der Film innerhalb von 24 Stunden
spielt. Und dadurch hat man gar nicht so große Möglichkeiten, weil sonst
der Ablauf durcheinander geraten könnte.
Mit langen
Einstellungen zu drehen ist für Schauspieler oft schwieriger, dabei müssen
sie mehr auf Timing und andere Faktoren achten. Empfandest du es selbst
auch als problematischer?
Bastian: Ich würde nicht sagen, dass es für Schauspieler schwieriger ist. Ich glaube für Schauspieler ist es besser, denen macht es mehr Spaß in langen Einstellungen zu arbeiten. Und selbst wenn wir Pick Ups drehen, was selten vorkommt, lass ich trotzdem fast die gesamte Szene spielen. Ich finde es wichtig, dass Schauspieler immer die Szene durchspielen und man nicht kurze Stücke einfach herausnimmt. Die meisten Schauspieler sind dankbar wenn man so arbeitet.
Olaf: Als
Schauspieler ist man auch ein wenig freier. Wenn man eine Szene hoch auflöst
heißt das für den Schauspieler, dass er immer gleich spielen muss, sonst
kann man die Szene nicht schneiden. Wenn ich eine Plansequenz habe, kann
der Schauspieler diese ganz unterschiedlich spielen. Da muss ich nur am
Ende entscheiden welche Einstellung ich verwende.
Habt ihr
vorher viel geprobt oder waren die ersten Takes die Probe?
Bastian: Wir machen normalerweise relativ wenig Takes. In diesem Film haben wir auch Szenen gehabt die mussten neun oder zehnmal gedreht werden. In der Regel ist es so, dass wir zwischen drei und fünf Takes nehmen. Wobei die ersten beiden meistens die Besten sind. Die nächsten Guten würden wahrscheinlich erst ab Take 40 kommen, wenn der Schauspieler so erschöpft ist dass er irgendwie alles fallen lässt. Aber…..Was hattest du noch mal gefragt?
Olaf: Die Probe.
Bastian: Ach,
die Probe! Vor dem Filmdreh an sich wird das Drehbuch nicht geprobt. Das
machen wir immer am Drehtag selbst, da proben wir wirklich nur die Szene
die gedreht wird. Ich sage auch nicht den Leuten was sie machen sollen, es
gibt zwar dieses Drehbuch, und es gibt die Dialogzeilen, aber die
funktionieren mehr als eine art Halt. Wie eine Liane im Dschungel von der
man sich von einer zur nächsten schwingt, aber im Grunde ist es eine
Zusammenarbeit und man probiert solange daran herum durch Improvisation
bis die Szene so homogen funktioniert, dass sie uns gefällt. Dann gibt es
eine Stellprobe mit dem Kameramann und es wird sofort gedreht. Dadurch
bekommt es so was Frisches.
Bereitest Du
Dich auch mit den Schauspielern Auf den Dreh vor?
Bastian: Klar, vorher haben wir viele Gespräche über die
Rolle, das Thema, auch einzelne Szenen, Sinn der Szene, Wirkung auf die
Figur. Es wird alles sehr viel besprochen. Zum Teil entwickeln auch die
Schauspieler etwas.
Charly Hübner zum Beispiel hat die Figur von dem
Badewannenliftvertreter mitentwickelt.
Charly und ich haben uns in der Zeit, in der ich das
Drehbuch geschrieben habe immer mal wieder zusammengesetzt und haben über
die Figur gesprochen. Ein zweimal gab es Probeaufnahmen bei denen man so
eine Art Interview mit der Figur macht. Also, wo Charly sich hinsetzt und
ich interviewe ihn als die Figur Jörg Türmer. So kann man ein wenig
herausfinden wie der Typ drauf ist. Was funktioniert, was funktioniert
nicht für die Geschichte die man vorhat. Das sind in dem Sinne keine
Proben, sondern mehr eine Stoffentwicklung.
Nur die eigentlichen Szenen die im Drehbuch sind,
werden am Tag selbst geprobt. Wenn man es tot probt, ist einfach die
Frische weg.
Wie lange habt
ihr insgesamt für den Film gebraucht?
Vom ersten Treatment bis zur Berlinale sind es jetzt
genau zwei Jahre. Also ging relativ schnell.
Und allein der
Schnitt? Wie lange habt ihr dafür zusammengesessen?
Olaf: Ich
hab schon bei den Drehzeiten angefangen, allerdings mit Assistententätigkeiten
und dann haben wir beide zwei Monate daran geschnitten.
Was heißt
Assistententätigkeit?
Olaf: Den Ton angeben und so weiter. Ich hatte keinen Assistenten und habe das selber gemacht.
Bastian: Aber
es war schon so, dass Olaf parallel zum Dreh das Material vom Vortag
bekommt und die Szenen auch schon mal schneidet. Auch um zu sehen, ob
alles funktioniert und schneidbar ist. Während dem Dreh hat er mir immer
DVD’s mit den geschnittenen Szenen geschickt, manchmal roh manchmal
schon feiner, damit ich sehen konnte ob alles funktioniert, so wie wir uns
das vorstellen. Als ich nach dem Dreh in den Schneideraum kam, gab es
eigentlich schon einen Rohschnitt.
Drei Filme
habt ihr schon zusammen gemacht. Ist ein weiterer Film in Planung?
Bastian: Ich schreib gerade an einem anderen Stoff. Aber das
ist noch ganz am Anfang in der Treatmentphase. Bis da Olaf ins Spiel kommt
wird das noch dauern. Das geht nicht so schnell.
Wenn man als
Regisseur und als Cutter gut miteinander zusammenarbeitet, bleibt man dann
bei den nächsten Projekten zusammen oder entscheidet sich das von Projekt
zu Projekt?
Olaf: (lacht) Da bin ich aber auch mal neugierig!
Bastian:
(lacht) Olaf, geh doch mal raus. Grundsätzlich ist es so, dass ich gerne mit Leuten
weiter zusammenarbeite. Mit Olaf war es jetzt der dritte Film. Mit Michael
Kotschi, dem Kameramann, der vierte Film den wir zusammen machen. Martin,
Producer und Produktionsleiter, hat in der DFFB all meine Filme betreut.
Almut Stier, Verantwortliche für die Kostüme, war jetzt schon zum
zweiten Mal dabei. Charly und Harald Koch, die beiden Schauspieler sind
auch schon öfter dabei gewesen. Ich finde es gut einen festen Kern von
Leuten zu haben, die miteinander arbeiten, weil man sich so zusammen
weiter entwickelt. Als Olaf den ersten Film von mir geschnitten hat, war
er ein bisschen darüber erstaunt als ich gesagt habe, er soll die
Einstellungen länger stehen lassen und noch länger stehen lassen. Es hat
erst einmal Zeit gebraucht bis er sich daran gewöhnt hat, wie der
Rhythmus in meinem Film ist. Warum sollte man dann nach drei Filmen sagen,
jetzt wo es funktioniert hole ich mir einen neuen Cutter.
Olaf, du hast
nicht an der DFFB studiert. Wie bist du zum Cutten gekommen?
Olaf: Ich
war auf einer Kameraassistentenschule und wir mussten auch selbst
schneiden. Da habe ich festgestellt, dass mir das ganz gut liegt. Also
habe ich mich damit weiter beschäftigt.
Hast du dann
eine Ausbildung gemacht?
Olaf: Nein.
Aber meine persönliche Meinung ist auch, die reine Technik zu begreifen
ist nicht so schwierig für einen Cutter. Mittlerweile hat man auf jedem
neugekauften Computer ein Schnittprogramm. Man muss sich dann eher damit
beschäftigen wie man den Film schneidet.
Bastian, Du
hast nicht sofort angefangen an der DFFB zu studieren, sondern Lehramt.
Wie bist du von da auf Regie gekommen?
Bastian: Lehramt war eher eine Notlösung, ich wollte schon
nach dem ABI gerne auf eine Filmhochschule. Mir war aber klar dass dies
keinen Sinn macht. Wenn du mit 21 oder 20 Jahren nach dem Zivildienst auf
die Filmhochschule gehst, was willst du da erzählen. Da kannst du einen
Film über deinen Zivildienst machen oder über deine Schulzeit. Ich finde
es sehr wichtig, dass du nicht mit 22 an eine Filmhochschule gehst,
sondern erst einmal ein paar Jahre irgendwas machst, ein bisschen was
erlebst oder sonst was. Ich dachte auch, ich habe überhaupt keine Chance
wenn ich mich jetzt direkt nach der Schule da bewerbe. Ich wusste nicht
wie Film funktioniert, wie man eine Szene dreht, wie man das schneidet!
Wie macht man einen Film! Das wusste ich ja nicht! Man muss erst einmal
Filme sehen, Bücher lesen, ausprobieren. Das braucht auch Zeit, sich das
selbst beizubringen. Zumindest soweit beizubringen, dass man einen
Bewerbungsfilm drehen kann der Chancen hat. Irgendwann hab ich das
Lehramtsstudium abgebrochen, weil es öde war. Und dann hab ich mich
beworben.
Du hast während
deinem Studium an der DFFB Regieassistenz bei Christian Petzold gemacht.
Hast du dort Erfahrungen für dich selbst mitnehmen können ?
Bastian: Ich konnte mir da einiges abschauen. Und es war eine
sehr gute Erfahrung die Assistenz beim Christian zu machen, weil er im
Grunde sehr ruhig arbeitet und die Arbeit am Set nicht hektisch ist.
Genauso ist es bei uns auch. Es geht auch so, dass man ruhig und
konzentriert arbeitet, ohne dass man als Regisseur immer die Riesenansagen
machen muss, oder man ständig Hektik verbreitet.
Das Konzept mit Schauspielern zusammenzuarbeiten und
morgens zu proben, habe ich mir abgeschaut. Bei Hans Fromm, die beiden
arbeiten auch schon lange zusammen, konnten Kotschi und ich auch über die
Schulter schauen. Christian war für „Ende einer Strecke“ auch mal im
Schneideraum und hat das Drehbuch für den Film gelesen. Es war auf jeden
Fall eine sehr gute Sache für mich, dass ich immer dabei sein konnte.
Wie bist du
auf die Idee zu deinem Film gekommen?
Bastian: Das Thema interessiert mich. Einsamkeit,
Wunschbilder, innere Unruhe. Das sind Themen die seit ein paar Jahren sehr
präsent bei uns sind. Gerade im Mittelstand wo die materiellen
Sicherheiten eigentlich vorhanden sind und man im Grunde einigermaßen
entspannt sein könnte. Aber diese Reize die von außen kommen und die
Wunschbilder denen man nachjagt, das sind schon fast Luxusprobleme. Das
finde ich sehr interessant.
Wo sind deine
Stärken oder Vorlieben? Beim Schreiben oder am Set?
Bastian: Das Schöne ist, dass jede Arbeit anders ist.
Drehbuchschreiben ist: man steht morgens auf, irgendwann fängt man an zu
schreiben, irgendwann hört man wieder auf. Es ist alles relativ frei.
Dann kommt die Arbeit am Set, dort ist man manchmal Extremsituationen
ausgesetzt oder muss auch mal länger arbeiten. Wobei wir jetzt nie 14
Stunden drehen, wir versuchen immer 10 Stunden und danach ist Schluss.
Alles was länger ist bringt dann auch nicht mehr viel. Und zum Schnitt
gehst du wie ins Büro, morgens um zehn hin und abends um sechs gehst du
wieder.
Am meisten Spaß macht aber die Arbeit am Set. Das ist einfach die schönste
Arbeit.
Wisst ihr
schon wie es weitergehen wird mit dem Film?
Bastian: Die Vorstellungen auf der Berlinale sind jetzt
vorbei. Am 11. März läuft er auf der lit.Cologne, eine Literaturmesse
die zum ersten Mal ein kleines Filmprogramm mit einem Werkstattgespräch
machen, vom Drehbuch zum fertigen Film nennt sich das.
Durch die Berlinale hoffen wir jetzt, dass wir einen
Verleih bekommen, die Chancen darauf kann ich aber im Moment nicht einschätzen.
Wir unterhielten uns mit Maja Classen über ihren Abschlussfilm "Osdorf", der auf der Berlinale in der Sektion PERSPEKTIVE DEUTSCHES KINO seine Premiere feierte.
Wie bist Du zu diesem Thema gekommen?
Ausgangspunkt war das Präventionsprojekt "Gefangene helfen Jugendlichen". Als ich davon gehört habe, fand ich das super interessant. Gerade den Ansatz: ´Es sind nicht Sozialarbeiter oder Lehrer, die Jugendlichen etwas erzählen, sondern Gefangene die selbst dort waren, wo die Jugendlichen jetzt sind. Sie laden die Jugendlichen ins Gefängnis ein und reden mit ihnen. Daraus entstand auch die ursprüngliche Idee dieses Projekt voll und ganz zu begleiten. Das ist aber leider nicht zu hundert Prozent aufgegangen. Wie das bei Dokumentarfilmen eben oft so ist. Man legt mit einem Konzept los, aber verschiedene Dinge funktionieren dann einfach nicht. Dann findet man aber neue Geschichten und die sind dann wie Geschenke. So habe ich auch die beiden Protagonisten gefunden, die dann die eigentlichen Hauptpersonen geworden sind.
Der Bruder von Alican, der im Gefängnis sitzt und bei dem Projekt mitgemacht hat, wollte nicht mehr gefilmt werden. Ist deswegen die ursprüngliche Idee gescheitert?
Nein, das geschah alles erst im Nachhinein. Es war so, dass wir die Gruppe selbst in ihrem Gruppenprozess begleiten wollten. Mitten im Drehen aber sagten die beiden Anführer plötzlich, sie seien gegen den Film. Worauf sie auch schlechte Stimmung in der Gruppe und auch gegen mich persönlich gemacht haben. Ich wollte und konnte aber nicht mit Leuten drehen, die keine Lust dazu hatten. Das funktionierte einfach nicht. Also konnten wir die Gruppe, so wie den Besuch im Gefängnis als sehr wichtige Episode erzählen, aber es hätte nicht mehr funktioniert, dass das allein den ganzen Film trägt. Mit Siar und Alician war das dann schnell klar. Die beiden überzeugten schon beim Drehen und auch am Ende im Schnitt. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass Protagonisten sympathisch sind, sonst funktioniert ein Film nicht. Und bei den Beiden waren sich einfach alle einig, auch der Cutter, dass sie den Film tragen.
Es gab letztes Jahr die Geschichte mit der Rütli Schule, die auch in den Medien sehr aufgebauscht wurde. Das war ja auch ein sehr wichtiger Aspekt für Dich, die Rolle und Präsenz der Medien. Kannst Du darüber noch etwas erzählen?
Der Vorfall an der Rütli Schule war letztes Jahr im Frühling, da hatten wir schon 3 Monate abgedreht. Es gab zum einen die Geschichte mit der Rütli Schule hier in Berlin und während wir in Osdorf drehten kam es zu den Unruhen in den Pariser Banlieus. Kurz bevor wir zum Drehen nach Osdorf kamen, waren ziemlich viele Reporter der Boulevardpresse dort gewesen, mit denen die Jugendlichen sehr negative Erfahrungen gemacht haben. Sie sind zum Beispiel bezahlt worden, um Gewaltposen einzunehmen. Dementsprechend war auch die Haltung mit der man uns zunächst begegnet ist. Viele waren misstrauisch und haben gesagt, sie wollen nicht immer auf diese Art und Weise dargestellt werden. Andere wiederum haben genau dieses Klischee vor der Kamera repräsentiert. Auf der Straße sind uns sogar kleine Kinder vor die Kamera gesprungen, die in die Kamera geboxt haben und dazu schrieen: "Wir sind die heftigsten". Außerdem haben uns die Jugendlichen immer wieder angeboten Schlägereien zu initiieren und meinten, "das ist es doch, was ihr sehen wollt. Darum geht es hier doch!" Es hat eine Zeit gedauert, bis sie gemerkt haben, dass das nicht ist, was uns interessiert, sondern dass wir wissen wollen, wie sie als Menschen sind, woher sie kommen, wieso sie in diesen kriminellen Strukturen sind usw. Irgendwann ist dann der Groschen gefallen und die Jungs wurden offener.
Das Vertrauen spielt in diesem Fall ja eine große Rolle. Hat es lange gedauert, bis Du eine gewisse Vertrauensbasis aufgebaut hattest, so dass sie ihr Macho-Gehabe ablegten und auch ehrliche Antworten gaben?
Bei den zwei Hauptprotagonisten, Siar und Alican, hat das gar nicht lange gedauert. Als ich die ersten Gespräche mit Ihnen geführt habe, war schon klar, die haben Lust. Interessant an Ihnen war, dass sie zwei Seiten von sich zeigten. In der Gruppe legten sie schon so eine gewisse Attitüde an den Tag, die aber im Einzelgespräch verschwunden ist. Und sie hatten dann auch kein Problem mehr nett zu sein. Das formulieren sie dann ja auch vor der Kamera ganz offen. Siar sagt: "Wenn ich hier so nett bin wie zu euch, dann bin ich auf der untersten Stufe. Dann bin ich ein Knecht. Das geht nicht! Ich muss mich hier hocharbeiten." Oder Alician, der sagt: "Ich habe das alles gemacht um meinen Namen hoch zu bringen. Ich wollte Anerkennung." Und dass sie das selber auch so erkennen, das fand ich erstaunlich und toll.
Kannst Du etwas über deine Arbeitsweise erzählen. Hast Du Dich vor dem eigentlichen Drehbeginn viel vorbereitet, recherchiert, ein bestimmtes Drehkonzept entwickelt? Oder seid Ihr einfach losgegangen und habt euch vor Ort informiert? War das Drehen strukturiert oder spontan?
Am Anfang habe ich sehr viel vorbereitet und es verlief alles sehr strukturiert. Allerdings musste ich den ursprünglichen Plan ja über den Haufen werfen, weil das mit dem Gefängnis nicht geklappt hat. Daraufhin bin ich sehr offen losgegangen und die Struktur hat sich erst wieder im Schnitt gefunden. Deswegen hat die Arbeit im Schneideraum auch sehr lange gedauert. Ich denke aber, das ist typisch für Dokumentarfilme.
Im Film zeigst Du Videoeinspielungen, die u.a. zeigen, wie ein einzelner Junge von einer Gruppe verprügelt wird. Sind das Originale, die die Jugendlichen selbst gedreht haben? Warum hast Du sie in den Film mit eingeflochten?
Das sind Handyfilme von den Jugendlichen. Ich habe ja schon erzählt, dass wir abgelehnt haben bei Prügeleien dabei zu sein und dass Prügeleien für die Kamera initiiert werden. Denn die Jungs haben zwar von ihren Gewalttaten erzählt, aber das war filmisch nie spürbar. Irgendwann meinten die Jungs zu mir, sie könnten auch Filme machen und hielten mir diese Videos unter die Nase. Wir haben dann im Schnitt beschlossen sie zu nehmen, obwohl auch das ein moralischer Konflikt gewesen ist. Denn die Jungs könnten es so verstehen, dass man sie dafür belohnt. Wenn man aber einen Film über ein solches Thema macht, dann kann man einfach nicht die Gewalt ganz außen vor lassen, man muss sie auch filmisch spürbar machen.
Die Jungen erzählen, dass sie ab und an auch mit Mädchen abhängen. Warum hast Du sie nicht gezeigt? War das beabsichtigt?
Überhaupt nicht. Es war tatsächlich so, dass Mädchen nie dabei waren, wenn sich unsere Jungs getroffen haben. Ich hatte den Eindruck, dass sie das sehr getrennt behandeln: sie haben zwar Freundinnen und flirten, aber sie treffen sich nur mit ihnen alleine. Zu den Treffen mit den Jungs werden die Mädchen nicht mitgenommen. Das was sich da abspielt sollen sie nicht mitbekommen. Das ist eine ganz komische Doppelmoral. Einerseits sind Mädchen nicht Leute mit denen man sich befreundet, andererseits muss man sie aber auch schützen. Und die, die dann genauso hart drauf sind, wie die Jungs selbst, werden dann als "Junkie Bitches" bezeichnet und vor ihnen hat man dann auch keinen Respekt. Ich habe schon darüber nachgedacht als nächstes einen Film über die Mädchen zu machen. Als zweiten Teil.
Glaubst Du, dass dieser Film vielleicht auch eine pädagogische Hilfe für die Jungs sein kann? Dass sie von ihrem Lebensstil wegkommen, sich selbst reflektieren und dadurch ein "legaleres" Leben führen werden?
Ich glaube nicht durch den Film. Das wäre schön, wenn ein Film das leisten könnte. Die beiden (Hauptprotagonisten, Anm. d. Red.) sind auf einem guten Weg, aber das ist noch lange nicht stabil. Wir haben vor ein Folgeprojekt mit ihnen zu machen. Etwas Semidokumentarisches. Ihre Geschichten von ihnen selber gespielt, in ihrer Umgebung, aber mit fiktiven Elementen gemischt, sodass die Fiktion wie ein Schutzmantel ist. So können wir mehr erzählen, denn es gab einiges, was wir in diesem Film nicht erzählen konnten. Wenn man sich im kriminellen Milieu bewegt, gibt es Sachen, die man nicht zeigen kann, weil man sonst Protagonisten gefährdet. Ich glaube, wenn das klappt, und wir dieses Projekt finanziert bekommen, dann könnte das tatsächlich eine Motivation sein, da raus zu kommen. Dann wären sie in einem kreativen Prozess eingebunden, der auch als soziales Projekt funktionieren kann. Aber ich würde vorsichtig damit sein, wie viel Wirkungskraft ein Film wirklich hat. Ich glaube viel wichtiger sind Förderprogramme. Und ich glaube, das Hauptproblem ist, dass es eine Gettoisierung gibt, Viertel in denen nur arme Menschen leben. Dort herrschen gewisse Straßencodes, bei denen man als Jugendlicher gezwungen ist mitzumachen, wenn man nicht der Außenseiter sein will. Ich finde da müsste man ansetzen.
Wie ist es, wenn man gleich mit seinem Abschlussfilm auf der Berlinale landet?
Es ist schon toll, weil es so ein kleiner Film ist, mit einem Mini-Budget. Wir waren auch immer nur zu viert unterwegs. Da ist es natürlich besonders, wenn man auf die Berlinale eingeladen wird. Das ist eine Auszeichnung. Ich glaube, dass es ein gutes Sprungbrett ist. Leben kann ich davon leider noch nicht.
![]() |
||||
|
|||||||||||||||