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Bayerischer Film als Exportschlager?Die Gesprächsrunde war mit illustren Vertretern der Filmbranche besetzt und hatte sich auf die Fahnen geschreieben, die mehr oder weniger brennende Frage zu beantworten, ob und wenn ja wie gut sich der bayerische Film exportiere. Josef Brandmaier, Georg Fahrenschön, Uschi Glas, Bettina Reitz, Dr. Klaus Schäfer, Frank-Oliver Schultz, Dr. Peter Sehr und Max Wiedemann diskutierten mit Hans Gerhard Stockinger über die Geschicke des bayerischen Films. Die Diskussion lief weitgehend am Thema vorbei und so mancher nutzte die Runde gar zur massiven Eigendarstellung. So ließ Regisseur Peter Sehr unzählige Male verlauten, dass sich sein neues Filmprojekt um König Ludwig drehe und versuchte darüber zu sinnieren, was denn Ludwig wohl zum bayerischen Film gesagt hätte. Auch Frank Oliver Schultz präsentierte seine Bavaria-Film & TV Studios als absolut Spielfilm-affin auch wenn dort mehrheitlich Fernsehen produziert wird. Max Wiedemann erläuterte gar, wie schön das Netzwerk der HFF ler funktioniere und nur deshalb sei Oscar-Gewinner und ehemaliger Studienkollege Henkel von Donnersmark mit dem "Leben der Anderen" zu ihnen gekommen. Dass den Film angeblich ganz jemand Anderer entwickelt hatte, nämlich Produzent Peter Rommel in Berlin, verschwieg er kurzerhand. Legendenbildung muss vielleicht ab und an auch unpassende Dinge ausblenden, sonst wären es ja eben keine Legenden.
Und überhaupt definierte man sich ständig im Vergleich mit anderen Standorten, wohl wissend, dass Berlin allein wegen der günstigeren Mieten viele der notorisch unterbezahlten Autoren, Regisseure und Schauspieler längst abgezogen hat. Klaus Schäfer vom FFF Bayern sprach Klartext. Die Kürzungen des Förderetats, der noch heute hinter dem Volumen von 1996 zurückbleibt, haben mit dazu beigetragen, dass Bayern nicht mehr der Filmstandort Nummer 1 ist. Bettina Reitz vom Bayerischen Rundfunk bekräftigte die gute Zusammenarbeit mit dem FFF und bedauerte ebenfalls, dass die Budgets zu klein seien. Letztlich ist die Politik gefordert, die Fördersummen aufzustocken und vergleichbare Gesamtbudgets wie in NRW zu ermöglichen. EmpfängeBeim anschließenden Empfang im Maximilianäum konnte dann etwas entspannter und näher an der Realität, über die Geschicke des heimischen Filmschaffens diskutiert werden. Vertreter-innen der Politik trafen auf Filmschaffende und zahlreiche Filmstudenten nicht nur von den Münchner Film & Medien Hochschulen.
Am Nachmittag dann der traditionelle arte-Empfang, freundliche und gelassene Atmosphäre auf der Isar-Terrasse am Forum der Technik. Besondere Anerkennung gilt dem Filmemacher E. aus München, der mangels Einladung kurzerhand einer Dame mit Einladung durch die Absperrung folgte und unter seiner Sonnenbrille in breitestem Englisch ein "I´m her guest" herauspresste. Die verdutzten Damen am Einlass schauten sich fragend an. "Wer war das?" Die Damen und Herren aus Strassburg sowie die arte-Redakteure in ARD und ZDF blieben noch lange über das avisierte Ende der Veranstaltung hinaus. Selbstverständlich zogen diverse Gäste in Karawane zu weiteren Empfängen, etwa dem der Bavaria. Einige haben während des Filmfestes einen so engen Terminkalender, dass sie gar keine Chance haben, überhaupt einen einzigen Film anzuschauen. FörderpreisMittwochabend dann die Verleihung des BR & Hypobankpreises.
FFF-Empfang
Dass die bayerische Film- und Fernsehförderung Mut hat, beweist sie unter anderem mit dem unverdrossenen Festhalten an Freiluft-Empfängen trotz dunkler Regenwolken am Horizont. Und das Risiko wurde belohnt, kurz vor Beginn der Veranstaltung hörte der Regen auf und belohnte die Gäste mit angenehmen Temperaturen. Selbstverständlich war das "Who is Who" der bayerischen Filmbranche zu Gast, darunter auch viele Nachwuchs-Filmschaffende, Schauspieler und Redakteure, vor allem des BR. Über Letzteren wurde viel getuschelt, noch immer kann man sich nicht wirklich erklären, wie der Sender ohne es zu bemerken, einen zweistelligen Millionenbetrag zuviel ausgegeben hat, der jetzt den Redaktionen bei anderen Vorhaben fehlt. Die bayerische Aushänge-Soap "Dahoam is Dahoam" soll angeblich Ursache des finanziellen Desasters gewesen sein, welches nun vermutlich diverse bereits für sicher erachtete Projekte zu spüren bekommen werden. Und Jene, die noch neue Projekte in der Tasche hatten, um sie den BR-Redakteuren vorzustellen, konnten sie getrost dort belassen wo sie waren,- vorerst geht wohl so gut wie gar nichts mehr...
Das tut aber nicht dem Umstand Abbruch, dass FFF-Chef Klaus Schaefer auch das abgelaufene Filmjahr als ein Erfolgreiches feiern und die schon traditionellen symbolischen Schecks mit Rückzahlungen von Förderdarlehen in Empfang nehmen konnte. Weitere Termine... |
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