Noch gestern veröffentlichte Sat.1 die jüngsten Zahlen und hatte
mit Zuwächsen in allen Segmenten geworben. Im Ergebnis hat jedoch RTL
das Rennen um den Marktführerplatz der TV-Sender gewonnen. Bereits zum
elften Mal in Folge hält damit das rheinische TV-Unternehmen die
größten Marktanteile, auch wenn die 15,1% aus dem letzten Amtsjahr
von Helmut Thoma nicht mehr erreicht wurden (2003: 14,9%). Dies mag an
der starken Konkurrenz liegen. So erreichten beispielsweise die Dritten
hinter der ARD 13,4% und reihen sich damit auf Rang drei ein. Pro7 und
Sat.1 hoffen nach den neuerlichen Zahlen auf dem Beginn einer
Trendwende. Kein leichtes Unterfangen im Sportjahr 2004. Olympia und
Europameisterschaft werden für ARD und ZDF wohl wieder die meisten
Quoten bringen.
Trotz einiger Turbulenzen in den vergangenen Wochen, hat der Saban
Sender Sat.1 positive Nachrichten zu vermelden. Erstmals seit 1993
konnte Sat.1 seinen Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr wieder
steigern. Der Anstieg beim Gesamtpublikum beträgt im Vergleich zu 2002
0,3 Prozentpunkte von 9,9 auf 10,2 Prozent. In der werberelevanten
Zielgruppe konnte man den Zuschaueranteil sogar auf 11,6 Prozent
steigern. Selbstbewusst hieß es folglich in einer Pressemitteilung,
man habe "als einziger großer Sender" seinen Marktanteil in
der Primetime bei den 14- bis 49-Jährigen in diesem Jahr steigern
können (plus 0,7 Prozentpunkte). Dies sei neben erfolgreichen
Neustarts wie "Die dreisten Drei - Die Comedy WG" und
"Genial daneben - Die Comedy Arena" vor allem den bewährten
Serien, TV-Movies und Comedy-Formaten sowie der breit angelegten
Event-Strategie zu verdanken. Auch das "Das Wunder von
Lengede" sei im Ergebnis das erfolgreichste eigenproduzierte Event
in der Geschichte des deutschen Privatfernsehens.
Thomas Kirch, Sohn des früheren Medienunternehmers Leo Kirch, wird
offenbar von der Staatsanwaltschaft in München gesucht. Gegen ihn ist
ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet worden. Der Gesuchte
wird zur Zeit in den USA vermutet, wo er ein Ferienhaus an der
Atlantikküste und eine Wohnung in Boston besitzt. «Wir würden ihn
gerne befragen, wenn wir die Möglichkeit dazu hätten», so
Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld. Vom Insolvenzverwalter
des zusammengebrochenen Kirch-Imperiums hat Thomas Kirch bereits einen
umfangreichen Katalog mit Fragen zu Einkünften aus Firmen seines
Vaters und zu Darlehen über 133 Millionen Euro erhalten. Keine
Ermittlungsverfahren plant die Staatsanwaltschaft jedoch gegen
Altbundeskanzler Helmut Kohl und den ehemaligen Bundesfinanzminister
Theo Waigel, die als Berater Kirchs fungierten. Über den genauen
Inhalt der Beraterverträge ist bis heute nichts Näheres bekannt.
Raphaël Berdugo soll künftig den französischen Verband der
Filmexporteure, den ADEF (das Pendant zum Verband
deutscher Film Exporteure, VDFE), leiten. Bei Roissy war er bereits
für eine Vielzahl nationaler und internationaler Produktionen
verantwortlich.
wo immer Ihr auch seid, wie auch immer Ihr die Weihnachtstage
begeht, mit der Familie, Freunden, mit Euch selbst, ob Ihr es
ungezwungen oder streng organisiert, glücklich oder auch nicht,
verbringt. Auch wenn sie Euch das schon seit Monaten einreden wollen,
das mit den Geschenken ist nicht die Hauptsache. Schaut Euch in die
Augen und nehmt Euch mal wieder Zeit für Einander oder für Euch
selbst.
Nachdem "No-Intelligence"-Fernsehformate wie
"Superstars" in den Zuschauerquoten langsam abstürzen,
besteht auch berechtigte Hoffnung, dass die Sender ihren Zuschauern
endlich wieder mehr echte Filme anbieten werden. Gute Geschichten und
starke Konzepte werden dann wieder gefragt sein. Und dann gibt's da
noch einen Traum von einer Oscarnacht mit einem deutschsprachigen Werk und der
stillen Hoffnung, dass gute europäische Filme auch in den jeweiligen
Nachbarländern die verdiente Anerkennung finden werden.
Wir wünschen Euch von ganzem Herzen ein angenehmes, ein
friedliches, ein sorgenfreies Weihnachten und für das neue Jahr 2004
vor allem Gesundheit, Freude, Zufriedenheit und jede Menge geniale
Filmideen.
Euer Movie-College-Team
23.12.2003
Länder vs. Bund
Keine gemeinsame Kulturstiftung
Zwei Jahre liefen die Verhandlungen zur Novellierung der
Kulturstiftung der Länder, jetzt hat die Bayerische Staatskanzlei zum
wiederholten Male die Gespräche scheitern lassen. Noch im Frühsommer
sah es so aus, als könnte die Vereinigung der 16 Kulturstiftungen mit
der jungen Bundeskulturstiftung gelingen. Doch die Forderungen des
Freistaates Bayern wollte Kulturstaatsministerin Christina Weiss nicht
akzeptieren. So forderte Bayern ein Vetorecht für jedes Land und die
Vereinbarung von Finanzierungsgrundsätzen, die vorsehen sollten,
welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden. Beides erschien dem
Bund als eine unzumutbare Einschränkung in der Handlungsfähigkeit.
Die Tür zur gemeinsamen Stiftung ist nach Aussage von
Christina Weiss zwar verschlossen, "aber der Schlüssel liegt im
München." Zunächst einmal hat jedoch die kleinkarierte Debatte
um föderalistische Macht die Konstitution der reichsten und größten
Kulturstiftung verhindert.
Der Vorstandschef des Filmproduzenten und - verleihers Senator
Entertainment Hanno Huth wechselt zurück in die Filmproduktion. Als
Grund für sein Ausscheiden führt der 50-Jährige den Wunsch an,
wieder Filme zu produzieren. "Ich kann nicht gleichzeitig
Vorstandsvorsitzender sein und so nebenher gute Filme machen", so
Huth. Im Sommer hatte die Deutsche Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz dem Vorstand "massive Managementfehler"
vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen des
Verdachts auf Kursmanipulation und Kapitalanlagebetruges. Huth sagte,
er sei guter Dinge, dass das Verfahren bald eingestellt werde. Der
Filmproduzent von "Das Wunder von Bern" und
"Stalingrad" wechselte 1983 zu Senator und hatte dort seit
1999 den Chefposten inne. Als Nachfolger ist der bisherige
Geschäftsführer der Senator Filmproduktion, Christopher Borgmann im
Gespräch.
Wie bereits im Movie-College berichtet wurde vor kurzem die
Flexplay-DVD entwickelt. Es handelt sich um eine Einweg-DVD die 24
Stunden nach erstem Öffnen der Verpackung unleserlich wird und damit
nur für einen begrenzten Zeitraum nutzbar ist. Bedingt wird dies durch
einen chemischen Prozess auf der Oberfläche, der durch die Luft in
Gang gesetzt wird, wenn das Medium aus der Verpackung genommen wird.
Entwickelt wurde diese DVD um damit besser gegen die starke
DVD-Piraterie vorgehen zu können. So zeigt sich die neue Technologie
nun das erste Mal bei der Verleihung des französischen Filmpreises
"César" in Anwendung. Der Verleiher "MK2" hat
seinen neuen Film "Elephant" von Gus Van Sant als Einweg-DVD
an die Juroren gegeben. So soll verhindert werden, dass der Film nicht
schon vor den offiziellen Kinostart in falsche Hände weiter gegeben
werden kann. So besteht nun die Chance, dass "Elefant"
mindestens bis zur "César"-Verleihung am 21. Februar 2004
unveröffentlicht bleibt.
Das französische Kino musste im ablaufenden Jahr einen Rückgang
der internationalen Zuschauerzahlen um 12 % verzeichnen. Während in
Ländern wie Japan, Russland oder England der Marktanteil sogar
deutlich stieg und in den USA zumindest konstant blieb, fiel er in den
direkten Nachbarländern, darunter auch Deutschland (-48%), dramatisch.
Dies gab Margaret Menegoz, Chefin von Unifrance, der Exportorganisation
des französischen Films in Paris bekannt.
"Good Bye Lenin" von Wolfgang Becker ist von Vertretern
der in Hollywood ansässigen Auslandspresse für den Golden Globe Award
in der Kategorie "bester nicht englischsprachigen Film"
nominiert worden. Neben dem deutschen Erfolgsfilm sind noch vier
weitere Filme im Rennen. "The Barbarian Invasions" aus
Kanada, "Monsieur Ibrahim" (Frankreich), "Osama"
(Afghanistan) und "The Return" (Russland). "Die
Nominierung durch die HFPA ist eine große Ehre für uns, und wir
danken unserem Weltvertrieb Bavaria Film International und dem
US-Verleiher Sony Pictures Classics für ihre außergewöhnliche Arbeit
und das große Engagement im Vorfeld", sagt der Produzent Stefan
Arndt von X Filme Creative Pool. Good Bye Lenin verzeichnet in
Deutschland mittlerweile rund 6,5 Millionen Besucher. Bavaria Film
International hat die Komödie inzwischen in insgesamt 65 Ländern
verkauft. Damit zählt der Film über die letzten Tage der DDR bereits
jetzt zu den erfolgreichsten deutschen Streifen im europäischen
Ausland. Die 61st Annual Golden Globe Awards Ceremony findet am 25.
Januar 2004 im Beverly Hilton Hotel statt. Die dort vergebenen
Auszeichnungen gelten als Barometer für die Oscar- Nominierungen im
April 2004.
Maria Simon wird deutscher Shooting Star 2004 und tritt damit ihrem
"Good Bye Lenin" Filmpartner Daniel Brühl in die
Fußstapfen. Die gebürtige Leipzigerin machte dieses Jahr durch ihre
Rollen in "Lichter" und "Lenin" auf sich
aufmerksam, wofür sie sogar mit einer Nominierung zum Deutschen
Filmpreis geehrt wurde. Die von der European Film Promotion geleitete
Initiative wird unterstützt vom MEDIA-Programm und einzelnen
Organisationen in verschiedenen europäischen Ländern, die für die
Nominierungen verantwortlich sind. In Deutschland übernimmt diese
Aufgaben die Export Union des Deutschen Films. Jedes Jahr werden so
junge Schauspieler, die in ihren Heimatländern schon einen gewissen
Bekanntheitsgrad erlangt haben durch Auftritt auf verschiedenen
Festivals, wie der Berlinale, auch auf internationalem Parkett
vorgestellt.
Ab Herbst nächsten Jahres soll in Helsinki der Pilotversuch zur
Übertragung von Fernsehprogrammen auf Handys gestartet werden, bei dem
zunächst 500 Nutzer den neuen Service testen werden. Beteiligt sind
die finnischen Rundfunkanstalten, die Mobilfunkgesellschaften
TeliaSonera und Radiolinja und der Handyhersteller Nokia, der für die
technische Ausrüstung verantwortlich sein wird. Starten wird man mit
drei Sendern, dem öffentlich-rechtlichen Senders YLE und die privaten
Sender MTV3 und Nelonen.
Der französische Schauspieler Jean Reno ist in Frankreich von
Staatschef Jacques Chirac mit dem Nationalen Verdienstorden
ausgezeichnet worden. Dabei wurden insbesondere die Errungenschaften
des Schauspielers herausgestellt. Reno sei "einer jener ganz
großartigen Schauspieler, die durch einen unsichtbaren Faden, ein
Einverständnis, eine Freundschaft mit dem Publikum verbunden
sind", so der Präsident zu dem inzwischen 55-Jährigen bei der
Auszeichnung in Paris. Der in Marokko geborene Reno gehört zu den
erfolgreichsten französischen Schauspielern. In Deutschland wurde er
durch "Im Rausch der Tiefe", "Leon - Der Profi" und
"Mission: Impossible" bekannt.
Gestern hat sich der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio
Ciampi, gegen das von Berlusconi am 5. Dezember beschlossene
Mediengesetz ausgesprochen. Völlig unerwartet teilte Ciampi dem
Parlament mit, seine Unterschrift, ohne die das Gesetz nicht
rechtskräftig wird, zu verweigern. Wie Ciampi begründete, würde der
Pluralismus in Italien, durch das Gesetz gefährdet werden. In den
vergangenen Wochen ist es in Italien selbst zu Demonstrationen
gekommen.
Der amerikanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Blake
Edwards, verantwortlich für Filmhits wie "Frühstück bei
Tiffany" (1960) und die Serie "Der rosarote Panther",
soll im nächsten Jahr bei der 76. Oscarverleihung den Ehrenoscar für
sein Lebenswerk erhalten. Als sein besonderer Erfolg neben
"Tiffany" gilt die Neuverfilmung der Ufa-Komödie
"Victor/Victoria" von 1982, in der seine Frau Julie Andrews
die weibliche, wie auch die männliche Hauptrolle übernahm. Weitere
seiner herausragenden Filme sind "Unternehmen Petticoat"
(1959), "Die Tage des Weines und der Rosen" (1962), "Das
große Rennen rund um die Welt" (1965) sowie "Was hast Du
denn im Krieg gemacht, Pappi?" (1966). Besonders beliebt in seinen
Filmen sind sein Wortwitz, Slapstick und die Verwechslungssituationen.
Seine Vorgänger in der Kategorie ‚Ehrenoscar' sind Stars wie Gene
Kelly, Harold Lloyd und Greta Garbo. Bei der vergangenen Verleihung
wurde Peter O'Toole mit dem Lebenswerk-Oscar geehrt. Für Edwards wird
es trotz seiner zahlreichen Filme der erste Oscar sein. Bisher erhielt
er lediglich eine Nominierung für das Drehbuch zu
"Victor/Victoria". Zu seinen letzten Taten in der Filmbranche
zählen bisher seine Regiearbeit 1993 zu dem Pink Panther-Sequel "Son
Of The Pink Panther" und die Komödie "The Birth Of The Pink
Panther" mit Steve Martin, zu der Blake Edwards das Drehbuch
schrieb und die 2005 anlaufen soll.
Der Sender Sat1 hat am Mittwoch erstmals über die Neubesetzung des
Sendeplatzes der Harald Schmidt Show gesprochen. "Die gigantische
Reaktion auf Harald Schmidts Rückzug hat uns dazu bewogen, seine
legendären Sendungen noch einmal auszustrahlen", sagte der neue
Sat1-Geschäftsführer Roger Schawinski. Im Grunde genommen ist der
Sender jedoch gezwungen, zur Konserve zu greifen, da ein
Nachfolgeformat kurzfristig nicht auf die Beine zu stellen ist. Die
Programmänderung gilt vorerst bis zum 16. April. Eine eventuelle
Schmidt-Nachfolge-Show wird dementsprechend nicht vor April an den
Start gehen. Für die Zukunft ist Schawinski jedoch optimistisch. Er
rechnet fest mit der Rückkehr des Entertainers zu Sat1 und werde sich
so bald wie möglich mit Harald Schmidt treffen. Nebenher macht sich
all der Wirbel um die Late Night Show für den Sender bezahlt. Am
Dienstagabend sahen mit 1,79 Millionen mehr Zuschauer als sonst die
"Harald Schmidt Show".
Politikerinnen aller Parteien melden sich zu der RTL-Serie "Der
Bachelor" zu Wort und fordern deren Absetzung. In der Sendung geht
es um einen Junggesellen, der angeblich Millionär sei und eine Frau
fürs Leben sucht. Zahlreiche Kandidatinnen werden ihm vorgestellt und
buhlen um seine Gunst, denn schließlich entscheidet er sich, wen er
zunächst in die engere Wahl nehmen und für welche letzte Frau er sich
dann entscheiden will. Gerade wie sich die jungen Frauen gegenseitig
auszustechen versuchen und sich dem Bachelor anbiedern, findet harte
Kritik bei den Politikerinnen. So findet Sabine Bätzing (SPD):
"Das Frauenbild, das dem Publikum vermittelt wird, ist
erschreckend und erinnert mich an den arabischen Kamelhandel."
Auch ihre Kollegin Katherina Reiche (CDU) sieht es ähnlich und glaubt
in der Show einen Rückschritt für die Frauenbewegung zu erkennen.
Alice Schwarzer habe umsonst gekämpft, wenn die Frauen in der
RTL-Sendung ein solches Selbstbewusstsein zeigen. Auch in Österreich
werden die Stimmen der Kritikerinnen in Politik und Gesellschaft
lauter. Es ist abzuwarten, ob und wie die Politik in den beiden
Ländern tätig werden kann.
Der Burda-Verlag, Nummer zwei der Verlagsbranche, rechnet nach den
neuesten Zahlen mit einem konstanten Betriebsergebnis. Für 2004 wird
kein nachhaltiger Konjunkturimpuls erwartet. Der Umsatz soll aber bei
stabilem Gewinn weiter steigen, so das Unternehmen. Insbesondere die
meisten großen Unternehmen der Branche hatten zuletzt durch die
Werbekrise in Deutschland einschneidende Verluste hinnehmen müssen.
Burda blieb dagegen relativ unbeschadet. Offenbar entwickeln sich
insbesondere die Titel "Focus", "Bunte" und
"Freizeit Revue" gut. Die drei etablierten sich zu den
Cash-Cows des Portfolios und sichern in vorderster Linie die
Deckungsbeiträge des Unternehmens. Allein das Wirtschaftsmagazin
"Focus Money" hat in der Vergangenheit Verluste geschrieben.
Am 16. Januar, wird an den britischen Schauspieler Sir Peter
Ustinov, der Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises vergeben. Der 82
jährige Peter Ustinov, hat in mehr als 40 Filmen mitgespielt und ist
zur Zeit im Kinofilm "Luther" zu sehen. Nun erhält er die
Auszeichnung, mit der auch Roman Polanski, im vergangenen Jahr geehrt
wurde.
Der kubanische Piano-Spieler Rubén González, Mitglied des Buena
Vista Social Club, ist im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer
schweren Arthrose in Havanna gestorben. 1919 in Santa Clara
(südöstlich von Havanna) geboren, galt González als einer der
legendärsten Figuren der kubanischen Musik. Einer Klavierausbildung an
der Musikhochschule von Cienfuegos sollte eigentlich eine Karriere als
Konzertpianist folgen, jedoch entschied sich González dann doch für
die kubanische Musik. 1941 musste er sein Medizinstudium wegen
wirtschaftlicher Probleme abbrechen, worauf er aber 1943 mit Arsenio
Rodríguez seine erste Schallplatte aufnahm, die ihn über die Grenzen
Kubas hinaus v.a. in Lateinamerika bekannt machte. 1996 begann er nach
seiner Ruhesetzung Ende der achtziger Jahre erneut Musik zu machen. In
hohem Alter und anfangs ohne Klavier schaffte er es diesmal zu
Weltruhm. Bald darauf erschien das Solo-Album "Introducing Rubén
González", wodurch der US-Pianist Ry Cooder auf ihn aufmerksam
wurde und die CD "Buena Vista Social Club", auf der González
zusammen mit Compay Segundo, den Chef des Buena Vista Social Club,
Ibrahim Ferrer, Omara Portuondo, Eliades Ochoa und einigen anderen
kubanischen Musikern spielt, produzierte. Der CD folgte der
gleichnamige Film von Wim Wenders, der González, der zu dieser Zeit
als einer der besten Pianisten weltweit galt, Compay & Company auch
in Europa bekannt und beliebt machte. Fast das gesamte Ensemble im
Rentenalter, gingen die Buena-Vista-Stars noch auf internationale
Tourneen. Zuletzt trat González 2002 in Mexiko und Kuba auf, worauf
sich sein Gesundheitszustand durch Lungen- und Nierenproblemen
zusätzlich rapide verschlechterte. Bereits im Juli dieses Jahres war
sein Kollege Segundo im Alter von 95 Jahren gestorben.
Nach der Oskarprämierung von Caroline Links "Nirgendwo in
Afrika" hat nun auch "Goodbye Lenin" seinen ersten
großen internationalen Erfolg eingefahren. Man muss natürlich
abwarten, wo die Welle der Filmpreise endet, aber das Prädikat
"bester europäischer Film" ist dem Regisseur Wolfgang Becker
nicht mehr zu nehmen. Die emotionale Rührung war in der Folge auch
offensichtlich. "Damals hätten wir beinahe aufgegeben, so
schrecklich waren die Dreharbeiten", sagte er. Insgesamt sahnte
der Film in insgesamt 16 Kategorien ab. Geehrt wurden u.a.
Drehbuchautor Bernd Lichtenberg, sowie Hauptdarsteller Daniel Brühl.
Die Publikumspreise gingen an Saß, Brühl und Becker. Den Preis für
die beste Regie erhielt Lars von Trier mit seinem
"Theaterklassiker" Dogville.
Der Schauspieler David Hemmings, bekannt aus Kultfilmen wie
"Blow-Up" mit Vanessa Redgrave und "Barbarella",
starb im Alter von 62 Jahren an einem Herzanfall während des Filmdrehs
zu seinem neusten Film "Samantha's Child" in Rumänien.
Angefangen hatte er als Kinderstar und Seifenoperdarsteller. Nach
seinen Erfolgen in den Sechzigern begann er als Regisseur und Produzent
von Fernsehsendungen, wie das "A-Team" und
"Airwolf". Erst in den letzten Jahren meldete er sich als
Schauspieler in Filmen, wie "Gladiator", "Gangs of New
York" und "Die Liga der außergewöhnlichen Gentelmen"
zurück.
Einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, Will Quadflieg, ist
bereits am 27. November im Alter von 89 gestorben. Am 15. September
1914 im rheinischen Oberhausen geboren, sammelte er schon als Gymnasist
Bühnenerfahrungen und vertiefte diese nach dem Abitur durch privaten
Schauspielunterricht. Sein erstes Engagement erhielt er 1933 in seiner
Heimatstadt, darauf folgten Gießen, Gera und Düsseldorf, bevor er
1937 an die Berliner Volksbühne und später ans Schiller-Theater ging,
wo er von Heinrich George weiter ausgebildet wurde. Nach dem Zweiten
Weltkrieg ging er bis 1964 ans Deutsche Schauspielhaus nach Hamburg.
Hier arbeitete er sechs Jahre lang mit Gustaf Gründgens u.a. An dessen
legendären "Faust"-Inszenierung, die bis heute zu den
Meilensteinen der Theatergeschichte zählt. In dieser Zeit trat er auch
häufig im Schauspielhaus Zürich auf und spielte zwischen 1952 und
1959 in Salzburg den "Jedermann". 1938 begann er mit seinem
Debüt "Der Maulkorb" (nach Heinrich Spoerl) auch Filme zu
drehen, während er, dem Theater immer noch treu, gleichzeitig auch
für "Maria Stuart" und dem "Urfaust" auf der
Bühne stand. Danach trat er vermehrt in zeitgenössischen Stücken,
wie Max Frischs "Die chinesische Mauer" (1965) und Peter
Shaffers "Equus" (1974) auf. Nach einer Pause Ende der
sechziger Jahre entdeckte ihn schließlich der Regisseur Rudolf Noelte
neu und sorgte für die künstlerische Rehabilitierung. Unter Jürgen
Flimm spielte er in den Neunzigern in "König Lear",
"Der Entertainer" und der "Wildente". Auch in
zahlreichen Fersehrollen, wie Dieter Wedels Mehrteiler "Der große
Bellheim", überzeugte er. Zuletzt war er am Hamburger Thalia
Theater engagiert, wo er sich 1999 von der Bühne verabschiedete. Bis
zu seinem Tod war Will Quadflieg nicht nur auf der Bühne engagiert. Er
nahm auch Stellung zu Umweltthemen, Tierversuchen, Kultur und Politik
und trat immer für die Pflege der deutschen Sprache ein. Als Pionier
der heutigen Hörbücher, sprach er in den sechziger Jahren
Interpretationen von Gedichten und andere literarische Texte für die
deutsche Grammophon Gesellschaft.
Der britische Schauspieler Robson Green, äußerte über sogenannte
"Reality TV Shows", dass sie billig und intellektuell karger
Ersatz für gutes Fernsehen seien. Green sagte weiter, dass die
Verbreitung und Vermehrung solcher Sendungen für das Land ungesund
wäre. Das Problem, so Green sind die Aktionäre, die nicht mehr bereit
sind in gute Programme zu investieren. Ihre Philosophie ist es
stattdessen, die Investition schnell wieder heraus zu bekommen. Und da
Reality Shows, wie Casting Sendungen in den Kosten billig sind und
durch ihren Erfolg, schnell, viel Geld erbringen, sind sie beliebtes
Investitionsgebiet.
Berlusconi, dem die drei größten privaten Fernsehsender Italiens,
sowie das größte Verlagshaus gehören, ließ ein neues Mediengesetz
verabschieden. Das mit Mehrheit angenommene Gesetz, regelt den Besitz
von Medienkonzernen neu und legt die Sparten Film, Verlagswesen, Print,
Rundfunk, Musik und Internet zusammen. Demzufolge, könnte Berlusconi
die Werbeeinnahmen seines Mediakonzerns, um eine Milliarde Euro
erhöhen, ohne mit bisher existierenden Gesetzen in Konflikt zu kommen.
Darüber hinaus, plant Berlusconi auch, den öffentlichen Fernsehsender
RAI zu privatisieren. Die Opposition, sieht das neue Gesetzespaket als
verfassungswidrig an und appeliert an den Staatspräsidenten Ciampi,
den Entwurf nicht zu unterzeichnen.
Auch das 52. International Filmfestival Mannheim-Heidelberg hat nun
seine Pforten geschlossen und die Gewinner bekannt gegeben. In
insgesamt acht Wettbewerben wurden 11 Preisträger ermittelt. Eine
Internationale Jury, bestehend aus Mitglieder aus Belgien, Kanada,
Deutschland und Ungarn, verlieh den Großen Preis von
Mannheim-Heidelberg in zwei Sparten. Bester Spielfilm wurde "Plastic
Tree" von Eo Il-Seon aus Korea und den Titel Bester Kurzfilm
erhielt "Perebisnes" von Andrus Tuisk aus Estland. Mit dem
Spezialpreis der Jury wurde der Schwede Daniel Lind Lagerlöf für
seinen Film "Miffo" geehrt. Den Rainer Werner Fassbinder
Preis gewann Matias Bize für den Film "Sábado" (Chile).
Lobend erwähnt wurden der Japaner Ryuichi Hiroki für
"Vibrator" und Blanca Lewin für den Film "Sábado",
ebenfalls aus Chile. DerPublikumspreis ging an Goran Rebic für
"Donau, Dunaj, Duna, Dunav, Dunarea" (Österreich). Eine
zweite Jury, die FIPRESCI-Jury, bestehend aus Mitglieder aus
Serbien-Montenegro, den USA, Schweden, Estland und Deutschland, verlieh
den Preis der Internationalen Filmkritik an "De arm van Jezus"
von dem Niederländer André van der Hout. Die Ökumenische Jury
(Schweiz, Deutschland, Dänemark) verlieh ihren Preis and den
iranischen Film "Khamoushiye" von Vahid Mousaian. Weiterhin
wurden "Levity" von Ed Solomon (USA), "Sábado" von
Mathias Bize und "Pod edno nebe" aus Bulgarien von Krassimir
Krumov von den Mitgliedern der Jury der Kinobesitzer empfohlen.
Die britische Schauspielerin Patricia Roc ist am vergangenen
Dienstag im Alter von 88 Jahren in Locarno an einem Nierenleiden
gestorben. Die Schauspielerin, die 1915 ihre Karriere im Theater
begann, war zwischen 1945 und 1950 in Großbritannien ein Star, lebte
aber zuletzt zurückgezogen in Minusio bei Locarno. Von 1938 bis 1960
spielte sie in rund 40 Filmen, zog sich aber bereits im Alter von 45
Jahren aus der Branche zurück. Ihren größten Erfolg hatte die
Darstellerin mit der Hauptrolle im Film "When the Bough
Breaks" von Lawrence Huntington (1947). Zuvor spielte sie in
britischen Kostümfilmen wie etwa "The Farmer's Wife" (1941)
und "The Wicked Lady" (1945).
Der Dokumentarfilm-Regisseur Francis Thompson ist nach
Zeitungsberichten am zweiten Weihnachtsfeiertag im Alter von 95 Jahren
an Lungenentzündung gestorben. Der Regisseur hatte 1965 einen Oscar
für seinen Film "To Be Alive!" gewonnen, der für die
Vorführung auf drei Leinwänden gedreht worden war. Zu Thompsons
herausragenden Arbeiten zählte auch der Film "N.Y., N.Y",
der einen Tag in der Metropole dokumentiert. Dabei filmte er Stadt und
Menschen vor allem durch Speziallinsen, Prismen und Spiegel. Mit seiner
Technik, parallel ablaufende Geschehnisse gleichzeitig auf mehreren
Leinwänden zu zeigen, gab der Regisseur wesentliche Anstöße für die
Entwicklung von Imax-Filmen, die dem Publikum das Gefühl vermitteln,
sich mitten in der Handlung zu befinden.
Der britische Komiker Rowan Atkinson, bekannt als "Mr. Bean",
hat wegen extremer Depression fünf Wochen in einer Prominentenklinik
in den USA zugebracht. Nach Zeitungsberichten hatten vor allem
schlechte Kritiken zu der Agentenkomödie "Johnny English"
die Lebenskrise ausgelöst. Wie es hieß, will Atkinson nach den
Verrissen ein Jahr lang nicht mehr arbeiten. Trotz der schlechten
Kritiken aus der Fachpresse war "Jonny English", ein Film
über einen tölpelhaften britischen Agenten, in den Kinos ein großer
Publikumserfolg.
Comedy Star Anke Engelke wird ab dem Frühjahr vier mal in der Woche
auf Sendung gehen und damit bei Brainpool TV die Nachfolge von Harald
Schmidt antreten. "Anke Engelke ist nicht nur Deutschlands
witzigster, sondern auch vielseitigster weiblicher Star", so der
neue Sat.1-Chef Roger Schawinski. "Von der ersten Stunde an war
sie auf unserer Wunschliste die klare Nummer eins - meine
Traumbesetzung." Engelke sei vor allem durch ihre großartigen
Interviews, perfekte Sketch-Comedy, sowie ihren Gesang die
Idealbesetzung für den Sendeplatz. Auch der Comedy Star selbst freut
sich auf den neuen Job. "In Sachen Entertainment ist Late Night
das Größte. Bislang war es eine heimliche Liebe, ein stiller
Traum." Vor Engelke war auch Sandra Maischberger (ARD) als
Schmidt-Nachfolgerin gehandelt worden. Harald Schmidt präsentiert
heute seine letzte Show nach acht Jahren bei Sat.1.
Der 20-jährige Jon Lech Johanson wurde am vergangenen Montag von
dem Vorwurf der Entwicklung und Verbreitung von
Kopierschutzknackprogrammen freigesprochen. "Die Revision wurde
abgelehnt", teilte Richter Skjeggestad der Presse mit. Erneut gab
damit ein Gericht dem Angeklagten Recht, daß die Anwendung der
Software DECSS für den privaten Gebrauch nicht gegen geltendes Gesetz
verstoße. Für die Motion Picture Association of America ist dies ein
schwerer Rückschlag. Die Branchenvereinigung zeigte sich in einem
Statement überaus enttäuscht und forderte den Gesetzgeber auf,
"diesen augenscheinlichen Defekt in Norwegens Gesetzen
schnellstmöglichst zu beheben". Verbraucherschützer sahen in dem
Urteil allerdings einen Sieg für die freie Meinungsäußerung und die
Bürgerrechte.
Ofcom, der Regulator der Medienindustrie, stellte gestern ein neues
Konzept, dass die Handelsabkommen zwischen Fernsehanstalten und
unabhängigen Produzenten regeln soll, vor. Mit den neuen Regulierungen
erhofft man sich die Finanzlage der Produzenten, durch mehr Macht bei
Verhandlungen mit Rundfunkanstalten, zu verbessern. Dazu gehört u.a.,
dass BBC, ITV, Channel Five, Channel 4 und S4C Preislisten für den
Ankauf der Rechte von Filmen erstellen müssen, die Premieren und eine
Anzahl von Wiederholungen umfassen. Regelungen, die Rundfunkstationen
die Rechte von Vertrieb an andere Länder und Premiere in
Großbritanien sichern, werden abgeschafft. Jedoch wird Ofcom nicht in
Debatten zwischen unabhängigen Produzenten und einer Fernsehanstalt
eingreifen. Sie schlugen vor Widersprüche durch Schlichtung oder
Vermittlung durch einen Nichtbeteiligten, der als Schiedsrichter
fungieren soll, vor. Die Vorschriften werden folgendes Jahr, sobald sie
von Ofcom offiziel genehmigt sind, in Kraft treten. John McVay,
Vertreter der unabhängigen Produzenten, zeigte sich zufrieden. Seiner
Meinung nach wäre es ein Schritt in die richtige Richtung. Auch Andrew
Zein von Tiger Aspect betonte, dass es vor allem für die kleinen
Produktionsfirmen, die die Mehrheit in Großbritannien ausmachen,
Verbesserungen bringen würde.
Die Landesmedienanstalten (DLM) haben gestern dem Abosender Premiere
die Genehmigung erteilt, Erotik Programme anzubieten. Damit wird
erstmals im deutschen Fernsehen legal und offiziell ein so genanntes
"Vollerotik"-Programm zu sehen sein. Der Start bei Premiere
wird nach Angaben aus Senderkreisen wohl im ersten Quartal 2004
erfolgen. Der Abosender plant mit "BlueMovie" und "Erothek"
gleich zwei Pornoangebote. Georg Kofler hatte sich seit langem dafür
eingesetzt, die Pornografie zum regelmäßigen Bestandteil seines
Programms zu machen, um die Attraktivität des Senders für neue
Abonnenten zu stärken. Er hat den Medienaufsehern wiederholt
zugesichert, für größtmöglichen Jugendschutz zu sorgen. Danach
lassen sich die Filme nur nach einem komplizierten und kostspieligen
Verfahren abrufen. Darüber hinaus benötigt der Nutzer zusätzlich zu
seinem Decoder eine weitere Smart Card, um sich vor dem Abruf der Filme
zu legitimieren.
Seit zehn Jahren existiert der Sportsender DSF und schrieb seither
kontinuierlich Verluste in Millionenhöhe. Im Jahr 2003 könnte der
Sender zum ersten Mal knapp die Gewinnschwelle erreichen. "Der
Break-Even ist 2003 zum Greifen nahe. Wenn das Jahr noch ein paar
wenige Tage hätte, würden wir die Gewinnschwelle erreichen", so
Senderchef Rainer Hüther. "Nächstes Jahr erreichen wir einen
deutlich siebenstelligen Gewinn im unteren mittleren Bereich",
kündigte er an. Der frühere Sportkanal von Leo Kirch wurde im Mai
2003 vom Handelskonzern Karstadt-Quelle übernommen. In diesem
Zusammenhang erwarb der Sportsender darüber hinaus die
Übertragungsrechte der Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga. Dadurch
hatte das DSF in der laufenden Saison zusätzliche Werbekunden und
Zuschauer gewonnen.
In der vergangenen Nacht haben tausende Cineasten den Kinostart von
der "Rückkehr des Königs" miterlebt. In zahlreichen
deutschen Städten, strömten als Elben und Hobbits verkleidete in das
finale Fantasyereignis der Triologie "Der Herr der Ringe".
Mit der Rekordauflage von 1330 Kopien, ist der Film nun täglich in
den deutschen Kinos zu sehen. Die ersten beiden Teile von Peter
Jackson, haben bisher 1,8 Mrd. US Dollar eingespielt. Für den dritten
Teil wird eine ähnlich positive Bilanz erwartet.
Die Hollywoodschauspielerin Jeanne Crain starb im Alter von 78
Jahren an einer Herzattacke vergangenen Sonntag in ihrem Haus in Santa
Monica. Besonders in den vierziger und fünfziger Jahren war sie in
vielen Filmen wie "The Gang's All Here", "Home in
Indiana" und "Winged Victory" u.a. neben Frank Sinatra
("The Joker is Wild"), Glenn Ford ("The Fastest Gun
Alive") und Kirk Douglas zu sehen und wurde 1949 für ihre
Hauptrolle in dem kontroversen Film "Pinky" von Elia Kazan
sogar für den Oscar nominiert. Darin spielte sie eine junge schwarze
Frau, die vorgibt weiß zu sein. Ihre Karriere begann 1945 als sie von
20th Century Fox in einem Schönheitswettbewerb entdeckt und unter
Vertrag genommen wurde. Sie heiratete Paul Brinkman und bekam mit ihm
sieben Kinder. In den Sechzigern zog sie sich von der Schauspielerei
zurück und arbeitete auf ihren beiden Farmen.
Die Kulturverbände in Italien haben zur Befreiung von der "Skalverei
des Fernsehens" aufgerufen. Unter dem Motto ein Buch statt einer
Soap Opera waren die Italiener somit aufgerufen, sich am vergangenen
Wochenende dem ersten TV-Streik im Land anzuschließen. "Wir
wollen den Leuten klar machen, dass es andere Wege gibt, um die Zeit zu
geniessen", so eine Sprecherin des Mailänder Kulturverbands. Das
Fernsehen sei nach Meinung des Verbandes der dominierende Grund für
Isolation und Schwerfälligkeit. Der Initiative schlossen sich Dutzende
von Restaurants, Kunstgalerien, Museen und Buchhandlungen an, die an
diesem Wochenende Vergünstigungen zwischen 20 und 40 Prozent anboten.
Experten schätzen nach ersten Analysen ein, dass sich rund 400.000
Italiener am Streik beteiligt haben. Nach einer Umfrage eines
Forschungsinstituts bezeichnen 68 Prozent der Befragten das Niveau der
italienischen Sender als "niedrig" oder sogar "sehr
niedrig". Auch die staatliche RAI kommt nicht gerade gut weg: Nur
rund 34 Prozent der Zuschauer halten die Programme für befriedigend.
Etwas besser sieht es da für Ministerpräsident Silvio Berlusconis
Mediaset-Gruppe aus. Mit den Sendern Canale 5, Rete 4 und Italia 1 sind
über 41 Prozent der Befragten zufrieden.
Ein Geschworenen-Gericht in Kalifornien hat den deutschen
Medienkonzern Bertelsmann am Donnerstag wegen Vertragsbruchs für
schuldig gesprochen. Danach muss der deutsche Medienkonzern zwei
früheren Beschäftigen über 200 Millionen Euro zahlen. Die Kläger
und ehemalige Beschäftigte von Bertelsmann Andreas von Blottnitz und
Jan Henric Buettner behaupten, ihnen sei eine Erfolgsbeteiligung
während ihrer Zeit bei der Bertelsmann AG (Gütersloh) zugesichert
worden. Von 1995 bis 1997 war Buettner Geschäftsführer von AOL
Deutschland. Von Blottnitz übernahm seinen Posten bis 1999. Als dieses
Versprechen ausblieb, hatten sie das Unternehmen auf einen "fairen
Anteil" an dem Erlös aus dem Verkauf der
50-Prozent-Bertelsmann-Beteiligung an AOL Europe verklagt. Ulrich Koch,
Chef-Syndikus von Bertelmann, bewertet die Höhe des verhängten
Urteils als viel zu überzogen und stellt in Aussicht, einen neuen
Prozess zu beantragen oder gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Die Nachrichten über Harald Schmidt überschlagen sich und täglich
häufen sich die Angebote für den Qualitäts-Showmaster (noch) von
Sat1. Nach dem ZDF zeigt sich nun auch die ARD, vertreten durch Günter
Stuve, daran interessiert, den Talkmaster zurück ins
öffentlich-rechtliche Fernsehen zu holen. So erklärte der
Programmdirektor des Ersten: "Harald Schmidt ist ein Kind der ARD,
wie es kaum ein anderes gibt. Wir hoffen, dass er seine Heimat
wiederfindet ." Dennoch sei noch kein offizielles Angebot an den
Late-Night-Quotenbringer gemacht worden. Dieser hält sich mit klaren
Aussagen zurück und wartet ab, nicht zu letzt, weil selbst bei Sat 1
noch alles offen ist. Hier hat der neue Geschäftsführer Roger
Schawinski noch nicht aufgegeben und will sich mit Schmidt in Ruhe
aussprechen. Zugleich erklärt sich auch die Bühne des Berliner
Ensembles durch Intendant Claus Peymann interessiert. An dem
Traditionstheater bietet man dem Moderator mit Theatererfahrung ein
Engagement an.
Noch hält sich WDR Chef Pleitgen vornehm zurück, aber bereits
wenige Tage nach der Verkündung vom Ende der Harald Schmidt Show
meldet der Intendant öffentlich Interesse an Schmidt an. Mit seinem
intellektuellen Anspruch sei der TV-Satiriker "für das
öffentlich-rechtliche Fernsehen wie geschaffen". Pleitgen
versicherte, er respektiere den offensichtlichen Wunsch Schmidts,
derzeit in Ruhe gelassen zu werden. Er werde aber auch nicht tatenlos
zusehen, wie der Entertainer von der Konkurrenz umworben wird. Auch das
ZDF will Schmidt an sich binden. "Interesse ist auf jeden Fall
da", sagte ein Sprecher des Mainzer Senders. "Es gibt bislang
keine Gespräche oder Kontakte." Hierfür sei es noch zu früh.
Generalsekretär Markus Söder unterstreicht jedoch den Nachdruck des
Senders. "Harald Schmidt statt ‚Blond am Freitag' wäre ein
Quantensprung in der Qualität." Hans Hermann Tiedje, Vorstand von
WMP EuroCom AG denkt in diesem Zusammenhang in ganz anderen
Dimensionen. "Wer Schmidt hat, kann was kriegen, z. B. leichter
eine Gebührenerhöhung."
Nach achtjährigem Bestehen der erfolgreichen "Harald Schmidt
Show", verkündete der Entertainer, dass es die Sendung im
kommenden Jahr nicht mehr geben wird. Wie Schmidt erläutert, braucht
er erst mal eine Kreativ- und Bildschirmpause. Gespräche über eine
neue Late-Night-Show sind schon im Gange. Roger Schawinski, der neue
Sat1 Chef, plant ein brandaktuelles Format a la David Letterman und Jay
Leno. Nach einem geeigneten Moderator wird augenblicklich gesucht. Die
letzte Sendung, Schmidts alt bewerter Show, wird am 23. Dezember
ausgestrahlt.
Fernsehen ist auch im medialen Zeitalter nicht bloße Unterhaltung.
Wer auf billige Shows setzt, statt dem öffentlichen Bildungsauftrag
nachzukommen, verfehlt die Ziele des medialen Systems. Zu dieser
Erkenntnis ist zumindest Stefan Arndt, Chef der Deutschen Filmakademie,
gekommen. So nett auch Shows wie "Unsere Besten" seien,
"es gibt eine Bildungspflicht der Öffentlich-Rechtlichen und wir
finanzieren dieses System." Aus diesem Grund, so Arndt, hätten es
die Deutschen auch schwer auf dem internationalen Markt. Wer
ausländische Projekte hierzulande nicht zeigt, braucht sich nicht zu
wundern, wenn der Absatz deutscher Projekte stagniert.
Haim Saban, neuer Besitzer des TV-Konzerns ProSiebenSat.1, räumt
völlig unerwartet den Vorstand des Unternehmens auf. Nachdem sich der
Konzern vor wenigen Wochen von TV-Vorstand Ludwig Bauer trennte, wurden
jetzt Sat1-Chef Martin Hoffmann und Nachrichtenvorstand Claus Larass
entlassen. Künftig wird der Schweizer Roger Schawinski, der u.a.
Tele24, den ersten landesweiten Privatsender in der Schweiz gegründet
hat, für Sat1 verantwortlich sein. Larass, dessen Posten nicht neu
besetzt werden soll, muss den TV-Konzern zum Jahresende entlassen. Den
Abschied von Larass, der früher als Chefredakteur und Herausgeber der
Bild tätig war, hatte man in der Branche erwartet, da Saban schon seit
längerem auf eine Vorstandsverkleinerung drängte. Bei Sat1 hatte
Larass die Integration von N24 und des früheren Sat1-
Nachrichtenbereichs maßgeblich geprägt. Als N24-Geschäftsführer
wird Torsten Rossmann sein Nachfolger. Rossmann war bislang
Konzernsprecher bei ProSiebenSat.1. Schawinskis Rauswurf ist hingegen
eine Überraschung, er sollte dem Sender helfen das kommende Jahr
wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Bereits nach der Übernahme
letzten Sommer hatte Saban die Personalpolitik zu ändern. Zunächst
schickte er Vertraute, wie den Belgier Guillaume de Posch, der jetzt
auch die operativen Geschäfte verantwortet, in den Aufsichtsrat.
Der aus Bern stammende Filmemacher und Drehbuchautor Carl Schenkel
starb vergangenen Montag im Alter von 55 Jahren überraschend an
Herzversagen. Angefangen hatte er nach einem Soziologiestudium mit
einem Werbefilm über Frankfurt. Danach folgten Assistenzzeiten bei
Wolfgang Staudte in Berlin und bei Sigi Rothemund und Harald Reinl
München. Bei der Kinderserie "Timm Thaler" fungierte er als
Regie-Assistent. Sein Filmdebüt hatte der Schweizer 1981 mit
"Kalt wie Eis". Der Fahrstuhl-Thriller "Abwärts",
den er 1984 drehte, wurde sein größter Erfolg und machte ihn über
Nacht zu dem Hoffnungsträger des deutschen Films. Götz George und
Wolfgang Kieling übernahmen darin die Hauptrollen und Hannes Jaenicke
war das erste Mal als Schauspieler zu sehen. Sein auf einer waren
Geschichte beruhendes Krebs-Drama "Zwei Frauen" wurde 1990
sogar für den Deutschen Filmpreis nominiert. Als letztes drehte er in
Deutschland den Krimi "Kalte Küsse" mit Marie Bäumer und
Jochen Nickel in den Hauptrollen und den Wirtschafts-Thriller
"Feindliche Übernahme" mit Klaus Löwitsch und Désirée
Nosbusch. Schenkel lebte seit Jahren in den USA, wo er u.a. den
Schach-Thriller "Knight Moves - Ein mörderisches Spiel" (mit
Christopher Lampert), "Tarzan And The Lost City" und den
Horrorfilm "Die Hexen von Bay Cove" drehte. In seiner
Wahlheimat Los Angeles war er aber vor allem fürs Fernsehen tätig. So
entstand der Thriller "Silhouette" mit Faye Dunaway. Die
TV-Version von Agatha Christies "Mord im Orient-Express"
wurde zu einem seiner letzten Projekte.
Die Erfolgsprognosen für das Fernsehen der Zukunft mit Video on
Demand haben sich in der Realität bisher noch nicht bewahrheitet. So
prognostizierten Analysten für das Jahr 2006 Umsätze von 2,5 Mrd. $
bei europaweit 8,5 Millionen Abonnenten. Von einem Massenmarkt für
Pay-per-View-Angebote kann derzeit jedoch keine Rede sein. Aus diesem
Grund liegt die Testphase der Telemünchen-Gruppe erst einmal auf Eis.
"Wir können jederzeit wieder starten. Aber nur gegen fixe
Lizenzgebühren", so ein Sprecher. Ein Erlös-Sharing-Modell, wie
in der Testphase praktiziert, rechnet sich für den Filmhändler nicht.
Seit Anfang November bietet T-Online in seinem Portal Spielfilme zum
Herunterladen an. Die Zugriffsberechtigung zum Preis von 3,50 bis 4
Euro pro Film gilt jeweils 24 Stunden. Das Ziel des T-Online Konzerns
sind 500 laufend aktualisierte Filme im Programm. Aber auch Konkurrent
Arcor ist mit dem Markt für Video on Demand unzufrieden. "Unsere
Umsatzerwartungen sind eher zurückhaltend. Der Markt befindet sich
noch im Aufbau."
Die Krise bei Disney hat sich durch vermehrte Kritik an der
Firmenpolitik des Vorsitzenden Michael Eisner durch Stanley Gold, einem
weiteren Mitglied des Aufsichtsrates, verschärft. Gold, der gestern
ebenfalls von seinem Amt zurücktrat, hielt Eisner in einem
fünfseitigen Brief schlechte Führung vor und kritisierte weitere
Mitglieder der Führungsspitze seine Entscheidungen nur noch
bestätigt, anstatt auch geprüft zu haben. Sein abrupter Entschluss
folgte dem Vorbild von Roy Disney, der Eisner Habgier und
Geldscheffelei vorgeworfen hatte. Beide waren sich in den letzten
Jahren über Kritik gegenüber Eisner immer einig und hatten sogar im
vergangenen Jahr versucht Eisner seines Amtes zu entheben. Jetzt riefen
beide zu Protesten der Aktionäre gegen Eisner auf. Jedoch ist es zu
bezweifeln, dass sie damit Erfolg haben werden, da der Konzern im
letzten Jahr, besonders durch "Fluch der Karibik", wieder
schwarze Zahlen verzeichnen konnte. Und gerade Eisner, seit 1984 in
seiner heutigen Position, verhalf dem Unternehmen und den Aktionären
zu großen Gewinnen. Trotzdem kündeten Disney und Gold an sich mit den
Aktionären zu treffen und über die derzeitige Führung des Konzerns
zu sprechen.
Letzten Sonntag legte Roy Disney sein Amt als Vize-Vorsitzender im
Aufsichtsrat von Walt Disney nieder. Es war weniger eine freiwillige
Entscheidung als vielmehr durch den Druck des Rates begründet, denn
man hatte dem 73 jährigen Neffen des verstorbenen Gründers Walt
Disney mitgeteilt, dass man die Regelung mit der Altersgrenze von 72
Jahren auch auf ihn anwenden werde. Damit verlässt das letzte
Familienmitglied den weltweiten Mega-Konzern. Er hatte seit 1954 für
das Unterhaltungsunternehmen gearbeitet und nimmt seinen Hut nicht ohne
deutliche Kritik an der Konzernführung. Es sei, laut eines Schreibens
von Disney, auch eigentlich der Vorsitzende Michael Eisner der gehen
müsse und nicht er selber. Der seit 1984 das Unternehmen führende
Eisner habe die Firmenpolitik so bestimmt, dass das Unternehmen nun in
der Öffentlichkeit als "habgierig, seelenlos und stets auf der
Suche nach dem schnellen Dollar" wahrgenommen werde. Auch die
wirtschaftliche Lage des Konzerns nach Filmflops, negativer Entwicklung
bei den Vergnügungsparks und Problemen bei dem eigenen TV-Sender ABC
seien Eisner anzurechnen. Dennoch war es Roy Disney selber gewesen, der
1984 mitgeholfen hatte, Michael Eisner an die Führungsspitze zu
bringen. Damals hatte Disney auch für wenige Monate den Aufsichtsrat
verlassen. War es einst nur ein Schachzug um Eisner zur Macht zu
verhelfen, so ist es heute ein definitiver Abschied im Streit mit eben
dieser Person.
Die BBC wurde gestern durch die Ankündung, dass Coca-Cola neuer
Sponsor der Musik Charts bei Top of the Pops wird, in harte
Diskussionen um die Werbung von Fast Food bei Kindern verwickelt.
Coca-Cola wird laut Vertrag die Single und Album Charts für zwei Jahre
sponsern. Deswegen wirft man der Firma vor, ihr Versprechen
hinsichtlich Werbung an unter 12jährige zu brechen. Die Zusicherung
die Werbung für ihre Getränke nicht an Kinder zu richten, brachte dem
Konzern damals viel Zulauf. Die BBC erlaubt als öffentlich bezahltes
Unternehmen kein direktes Sponsoring seiner Programme. Genehmigt sind
lediglich Erwähnungen von unterstützenden Firmen anderer Events und
Produkte.
Die ersten Filme für den Wettbewerb um den Goldenen Bär sind in
Berlin bereits eingetroffen. "Die Nacht singt ihre Lieder"
heißt der neue Film des deutschen Regisseurs Romuald Karmakar
("Der Totmacher"), der am Wettbewerb teilnehmen wird. Die
Liebestragödie, basierend auf einem Theaterstück des norwegischen
Autors Jon Fosse, spielt in Berlin und handelt von Enttäuschungen und
Erwartungen eines jungen Paares. Vom amerikanische Regisseur Ron
Howard, der dieses Jahr einen Oscar für "A Beautiful Mind"
erhielt, kommt der Western "The Missing", der auf Motiven von
Thomas Eidsons Roman `The Last Ride" beruht. In den Hauptrollen
spielen Tommy Lee Jones und Cate Blanchett. "La vida que te espera
("Your Next Life") von Manuel Gutierrez Aragón, der zu den
bekanntesten und renommiertesten Regisseuren Spaniens gehört, erzählt
eine tragische Liebes- und Familiengeschichte in der ländlichen
Abgeschiedenheit Nordspaniens. Aus Kroatien kommt mit "Svjedoci"
("Die Zeugen") von Vinko Bresan ebenfalls ein
Wettbewerbsbeitrag. Der Film hat in seinem Heimatland schon zahlreiche
Preise gewonnen und wurde für den Auslands-Oscar nominiert. Doch hat
er auch für Furore gesorgt, da er vor dem Hintergrund des
Jugoslawien-Krieges die fatalen psychischen Auswirkungen von Kriegs-
und Gewalterfahrung behandelt. Die dänische Regisseurin Annette K.
Olsen kommt mit ihrem zweiten Film "Forbrydelser" ("In Your
Hands") nach Berlin. Darin erzählt sie sensibel die Begegnung
einer jungen Pastorin mit den Insassen eines Frauengefängnisses.
Gestern Abend ging das Filmschulfestival mit der Preisverleihung,
bei der insgesamt zwölf Filme ausgezeichnet wurden, die von der
fünfköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Peter Sehr aus 77 Beiträgen
ausgewählt worden waren, zu Ende. Der VFF Young Talent Award für den
besten Film, dotiert mit 3000 Euro, ging an "Dremano Oko" von
Vladimir Perisic aus Frankreich. Den Student Camera Award für beste
Kamera (1000 Euro) erhielt Martijn van Broekhuizen als Kameramann in
dem niederländischen Film "Untertage" von Jiska Rickels.
Mihal Brezis und Oded Binnun wurden für ihr Drehbuch zu "Oneg
Shabat" (Sabath Entertainment) mit dem Luggi-Waldleitner-Preis,
gestiftet von der Familie Waldleitner ausgezeichnte. Oscar-Preisträger
Rolf Zehetbauer ("Cabaret") war eigens gekommen, um den nach
ihm benannten Preis für die beste Szenografie an "Machine"
von Jonathan Bentovim, mit einem Szenenbild von Emily Harris (London
Film School) zu überreichen. Der ESP-Förderpreis (Stipendium des
European Subsidy Program for Young Film Professionals für ein
Praktikum bei einer renommierten europäischen Kinoproduktion) erhielt
"Lidé z Autobusa" (Passengers) von Vaclav Kadrnka aus
Tschechien. Der ProSieben Nachwuchspreis für beste Regie eines
deutschen Films ging an Ulrike Grotes "Himmelfahrt".
"Fragile" von Sikander Goldau von der HFF München erhielt
den Panther-Preis für die beste Produktion eines deutschen Films. Der
Special Prize of the Jury ging an "Zwölf 1/2 Minuten" von
Joscha Douma. (Filmakademie Baden-Württemberg) und an
"Grauzone" von Karl Brettschneider und Christian Haake
(Universität für Musik und Darstellende Künste, Österreich).
Besonders erwähnt wurden "Excursion" von Cris Jones aus
Australien, "Lucie & Vera" von Julia von Heinz, Berlin
und "Sea Monsters" von Mark Walker aus Großbritannien.
Die Regensburger Kurzfilmwoche ist vorbei. Seit dem 19.11.2003
wurden Filme aus den unterschiedlichsten Ländern vorgestellt und von
einer Jury prämiert. Beim Internationalen Wettbewerb erhielt "Skazki
Na Bolote" (Russland 2002) von Mikhail Jeleznikov den
Kurzfilmpreis des Bayerischen Rundfunks. Den Kurzfilmpreis der Stadt
Regensburg gewann "Grauzone" (Österreich 2003) von Karl
Bretschneider. "Skazki Na Bolote" (Russland 2003) von Mikhail
Jeleznikov wurde besonders erwähnt. Zum Publikumsliebling wurde der
polnische Film "Kontroler" von Peter Vogt gekürt. Im
Deutschen Wettbewerb gewann "Ich und das Universum" (2003)
von Hajo Schomerus den Short Film Award, Andresa Hells "Auf
Historischer Mission - Eine Gutenacht-Geschichte" erhielt den
Regensburger BMW-Kurzfilmpreis und "Kleiner Havelländischer
Hauptkanal" von Dagie Brundert wurde mit dem
Max-Bresele-Gedächtnispreis geehrt. Publikumsliebling im Deutschen
Wettbewerb war "Finow" von Susanne Quester. Die
deutsch-französische Produktione "Rue du Paradis" von Stefan
Hofmarksrichter erhielt im Rahmen desRegionalfensters den
Regionalpreis. Eine besondere Erwähnung bekam dabei "Wiesbaden
Home Video" von Boris Kasbauer. Den Förderpreis des
FilmFernsehFonds ging an "Vergessen" von Adam Neumann.
Sikander Goldaus "Fragile" wurde besonders erwähnt.
Schauspieler und Regisseur Sean Penn, der sich bereits letztes Jahr
Dezember auf einer Friedensmission im Irak aufhielt, plant eine weitere
Reise dahin, um die Menschen und ihr Leben in dem von Krieg zerstörten
Land kennen zu lernen. Noch vorher will er seine Notizen von seiner
ersten Reise, bei der er Aufsehen erregte, weil er sich öffentlich
gegen den Krieg aussprach, im ‚San Francisco Chronicle'
veröffentlichen lassen. Derzeit ist er in einen $15 Millionen-Streit
mit dem Produzenten Steve Bing, mit dem er einen Film zusammen machen
wollte, verwickelt. Der Oscar-Nominierte ("Dead Man Walking",
"Sweet and Lowdown", "Ich bin Sam") behauptet, dass
Bing ihm seine Rolle wegen seiner Opposition gegen den Irakkrieg
verwehrt. Bing wiederum klagt Penn an, dass er ihn erpressen würde.
Ein Aufruf für einen Kurzfilmwettbewerb der ganz anderen Art wurde
unter dem Motto "Bush in 30 Sekunden" bekannt gegeben.
Hierbei sind junge Filmemacher angesprochen, einen 30 Sekunden Film zu
erstellen, der die Wahrheit über George W. Bush erzählt.
Einreichungen via Internet werden bis zum 05.12.2003 akzeptiert. Der
Beitrag des Gewinners wird schließlich in der Woche im Fernsehen
gezeigt, in der Bush seine nächste Rede zur Lage der Nation hält. Die
Jurymitglieder sind Michael Moore, Donna Brazile, Jack Black, Janeane
Garofalo, Margaret Cho und Gus Van Sant.
Der US-Senat hat in den USA die Stellung der Mediengiganten
entscheidend gestärkt und per Gesetz legitimiert, dass Medienkonzerne
Ihren Einfluss auf lokale Fernsehmärkte erhöhen dürfen. Dennoch
wurde in einem Kompromissvorschlag auch ein neues Limit festgesetzt,
wonach Medienanstalten in den USA maximal 39% der Öffentlichkeit
erreichen dürfen. Erst im Juni wurde ein Limit von 45% Prozent
zugelassen und damit die Macht der Mediengiganten vor allem auf lokalen
Ebenen gestärkt. Insbesondere von Seiten der Medien wird dieser
Einschnitt stark kritisiert. Erst im September diesen Jahres hatte der
Senat verboten, daß Medienkonzerne auch Einflüsse in Print und Radio
erhalten.
Die Schauspielerin Kellie Waymire, bekannt aus den Fernsehserien
"Ally Mc Beal" und Friends" ist am 13. November
verstorben. Sie starb in Los Angeles, durch einen angeblich
unentdeckten medizinisch schlechten Zustand. Die Autopsieresultate
gaben keine eindeutigen Hinweise. Kellie Waymire war unter Anderem
bekannt durch ihre Arbeit beim Theater wie in den Stücken
"Sylvia" oder "utterly irresistible". Ihre
Fernsehkarriere begann sie in Sendungen wie "One Life to
Live", "Seinfeld" und "Startrek: Voyager". Sie
wurde 35 Jahre alt.
In einer belgischen Radio und Fernsehsendung "Zwart of Wit"
(schwarz auf weiß), können die Teilnehmer Schönheitsoperationen wie
Brustoperationen gewinnen. Parlamentsabgeordnete Magda De Meyer,
kritisiert dieses Konzept des Talkshowmasters Jürgen Verstrepen aufs
heftigste. De Meyer will die Gewinne sogar verbieten lassen, denn sie
tragen zur Vorstellung bei, dass jemand ausschließlich auf Grund
seiner Äußerlichkeiten geachtet würde. Verstrepen sieht das alles
gelassen und freut sich über die kostenlose Werbung. Schließlich
haben sich nun schon 380 Personen in der Show beworben. Eine
vergleichbare Sendung gab es in Deutschland auch schon, bei der, der
Radiosender 89.0 RTL Schönheitsoperationen an flachbrüstige Frauen
verloste.
Der Titel der Sendung hatte bereits eine versteckte Programmatik.
"Raiot", das klingt beinahe wie riot, Aufstand. Dennoch gab
es dafür keine Gelegenheit. Die staatliche italienische Fernsehanstalt
RAI hat mal wieder eine regierungskritischen Satiresendung aus dem
Programm gestrichen und dies mit rechtlichen Problemen begründet.
Tatsächlich steckt natürlich mehr dahinter. In der ersten Folge hatte
die Komikerin Sabina Guzzanti mangelnde Informationsfreiheit in Italien
kritisiert und sich unter anderen als Ministerpräsident Silvio
Berlusconi verkleidet. Daraufhin wollte die RAI Führung alle weiteren
Sendungen rechtlich prüfen lassen. Der Sender RAI wird indirekt von
der Regierung Berlusconi kontrolliert. Allein im Vorjahr wurden zwei
Sendungen gestrichen.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat in diesem Jahr
elf Filme für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester
Animationsfilm vorgeschlagen, von denen letztendlich drei der elf Filme
nominiert werden. Über die Nominierung darf sich
auch Eberhard Junkersdorfs "Till Eulenspiegel" freuen. Nur
ein Problem gibt es noch: erst muss der Film rechtzeitig in den
USA in die Kinos kommen. Disney hat gleich vier Produktionen im Rennen,
neben "Bärenbrüder", "Das Dschungelbuch 2" und
"Ferkels großes Abenteuer" startet der große Favorit
"Findet Nemo", der einzige komplett am Computer entstandene
Film. Alle anderen Produktionen sind auf die traditionelle Art und
Weise entstanden. Japan schickt mit "Sennen joyu"
("Millennium Actress") und "Tokyo Godfathers" zwei
Filme ins Rennen. Die weitern Nominierten, die auf einen Academy Award
hoffen dürfen, sind "Looney Tunes: Back in Action", "Pokémon
Heroes", "Die Rugrats auf Achse" und "Belleville
Rendezvous". Die am Ende Nominierten werden zusammen mit allen
Kategorien am 27. Januar bekannt gegeben und die Verleihung wird am 29.
Februar 2004 stattfinden.
Der amerikanische Filmkomponist Michael Kamen, bekannt für seine
Soundtracks zu "Brazil" und "Leathel Weapon", ist
am Dienstag 55jährig an einem Herzinfarkt gestorben. Der Musiker und
Komponist litt seit 1996 an Multipler Sklerose. 1948 in New York
geboren, wurde er schon während seines klassischen Musikstudiums an
der Julliard-Schule mit seiner Band, dem New York Rock'n Roll Ensemble,
durch fünf veröffentlichte Alben bekannt. Danach arbeitete er in den
siebziger Jahren u.a. mit Bob Dylan und Pink Floyed zusammen und
fungierte 1974 sogar als musikalischer Direktor der "Diamond
Dogs"-Tour von David Bowie. Seinen ersten Einsatz als
Filmkomponist hatte er 1976 bei Richard C. Sarafians Spionage-Thriller
"The Next Man", wo auch Sean Connery mitspielte. Den
entgültigen Durchbruch in der Welt des Films hatte er aber erst 1985
mit seiner Komposition zu "Brazil" von Terry Gilliam. Weitere
Projekte waren die vier "Leathel Weapon"-Filme, wobei er bei
dem ersten mit Eric Clapton ("It's Probably Me")
zusammenarbeitete, "Stirb langsam" und 1992 "Robin
Hood". Die Ballade "(Everything I Do) I Do It For You",
die er als Titelsong zusammen mit Bryan Adams für den
Kevin-Costner-Film geschrieben hatte, brachte ihm seinen ersten Grammy
und eine Oscar-Nominierung ein. Erfolgreich wurde auch die Filmballade
"All For Love" für "Die drei Musketiere" (1995),
die unter der Zusammenarbeit mit Adams, Sting und Rod Steward entstand.
Ein zweites Mal wurde er mit "Have You Ever Really Loved A
Woman" ("Don Juan de Marco"), wieder eine
Adams-Kooperation, für den Oscar nominiert. Seinen zweiten Emmy gewann
er 2001 für das Album "S&M". Darauf ‚klassifizierte'
er als Dirigent des San Francisco Symphony Orchestra Songs der Rockband
Metallica.
Die Ergebnisse des 70. Mailänder Filmmarktes MIFED sind bei den
deutschen Vertretern mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden.
Während die Verkäufer überwiegend gute Abschlüsse vermelden
konnten, war die Stimmung der Einkäufer eher durchwachsen. So wurden
beispielweise die deutschen Beiträge "Hierankl " und
"Verschwende Deine Jugend " nach Mexiko verkauft. Ein
Verkaufshit war auch "Die Geschichte vom weinenden Kamel."
Als glückliche Einkäufer präsentierte sich lediglich die Falcom
Media Group. Sie erwarb "The Daltons vs. Lucky Luke" und
"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran". Im Ergebnis
wurde das Angebot jedoch als sehr mittelmäßig beurteilt. Die
interessanten Filme habe man schon von anderen Festivals gekannt und
seit langem verhandelt. Das MIFED-Angebot habe sich dieses Jahr durch
relativ teure Genreware und noch unbekanntere Autorenfilmer
ausgezeichnet, während die bekannten Namen eher enttäuschten. Das
Angebot der Dokumentarfilme sei dagegen so groß gewesen wie nie.
In Sachsen-Anhalt, Saarland, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und
Thüringen haben sich für diesen November und Dezember bereits rund
110.000 Schüler angemeldet. Laut Angaben des Instituts für Kino und
Filmkultur e.V. (IKF) erwartet man die Teilnahme von über 340.000
Schülern bis Jahresende. 170 Kinos werden währen der Filmwochen Filme
für Schüler von der Grundschule bis zur Abiturstufe in der
Unterrichtszeit zeigen. Jeder der Filme, wie "Das fliegende
Klassenzimmer", Billy Elliot" und "Good Bye Lenin"
wurden von der IKF den Altersstufen entsprechend empfohlen. "Gran
Paradiso" oder "Verrückt nach Paris" sollen den Kindern
und Jugendlichen im "Europäischen Jahr der Menschen mit
Behinderungen" das Thema näher bringen. Außerdem werden
Sonderveranstaltungen mit Regisseuren und Schauspielern, wie Peter
Lohmeyer, Kai Wiesinger und Martina Gedeck stattfinden. Für
teilnehmende Lehrer werden zur pädagogischen Vor- und Nachbereitung
Arbeitsmaterialien für den Unterricht ausgehändigt. "Dies ist
ein großer Erfolg und zeigt eindrucksvoll, dass hier ein Bedarf
besteht", sagte Horst Walther, der Leiter des Kölner Instituts,
das das Projekt initiert hat.
Wie schon am 14.11. berichtet wurde, haben sich etliche "Herr
der Ringe" - Fans zusammengetan und eine online - Petition
unterzeichnet. Bis heute konnten so 20.000 Unterschriften gesammelt
werden, die fordern, dass wenigstens die siebenminütige Kampfszene
zwischen Saruman und Gandalf in den dritten Teil "der Herr der
Ringe" Einzug erhält. Wenn die Petition allerdings nicht erhört
wird, müssen sich die Fans mit der DVD - Fassung begnügen, in der die
Szene erhalten geblieben ist.
Die Constantin Film AG hat im dritten Quartal 2003 einen Umsatz von
34,4 Mio. Euro erzielt. Damit stieg der Umsatz im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 3,2 Mio Euro. Einbrüche gab es dagegen im
Zeitraum Januar bis September 2003. Der Rückgang der Umsatzerlöse
beläuft sich hierbei auf Euro 24,3 Mio. Euro. und ist im Wesentlichen
auf das geringe Umsatzvolumen aus dem Kinobereich sowie auf die
reduzierten sonstigen Umsatzerlöse zurückzuführen. Die Bilanzsumme
der Constantin Film AG beläuft sich zum 30.09.2003 auf Euro 276,2 Mio.
(31.12.2002: Euro 233,0 Mio.) Die Investitionen in das Filmvermögen
stiegen im Vorjahresvergleich um 137 Prozent auf ein Gesamtvolumen von
Euro 79,0 Mio. und entfallen mit Euro 66,5 Mio. auf Eigenproduktionen
und Euro 12,5 Mio. auf Fremdproduktionen.
Harald Schmidt, Late Night Ikone von Sat.1, erhält den Hans Bausch
Mediapreis des Südwestrundfunks 2003. Als Laudator wird am 21.
November SWR-Intendant Peter Voß persönlich auftreten, um Schmidt
für seine Verdienste zu ehren. In der Begründung hieß es, Schmidt
gelinge es, "der Fernsehunterhaltung immer wieder frische Impulse
zu geben und gerade jüngere Zuschauer zu einem distanzierteren,
kritischeren und selbstkritischeren Umgang mit dem Medium Fernsehen
anzuregen."
Pro Jahr müssen 600 Stellen abgebaut werden um die 10%
Budgetkürzung aufzufangen. Die diversen Fachschaften an den
Universitäten fordern derweil die Studenten auf, gegen den Kahlschlag
Briefe an die Verantwortlichen zu senden. Bis es allerdings möglich
ist die Studiengebühren in Bayern einzuführen, muss das
Bundesverfassungsgericht über die Änderung des Hochschulrahmengesetz
entscheiden, in welchem das Verbot von Studiengebühren bislang noch
verankert ist. Wie Hartmut Beister, Sprecher der Landesvertretung
Akademischer Mittelbau äußerte, gibt es nur eine Möglichkeit den
steigenden Studentenzahlen an den Hochschulen gerecht zu werden:
"Den Ministerpräsidenten stoppen!".
ARD-Vorsitzender Jobst Plog forderte in einem Schreiben an die
Ministerpräsidenten von Bayern und Rheinland-Pfalz, die ARD an der
Diskussion über Strukturreformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
zu beteiligen. Noch diese Woche soll eine Ministerpräsidentenkonferenz
unter Vorsitz von Stoiber in München stattfinden. Plog hofft, dass man
den Intendanten der neun Landesrundfunkanstalten davor noch die
Möglichkeit gibt, zu den Vorschlägen der Ministerpräsidenten aus
Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern Stellung zu nehmen. Man
erwartet, dass die Strukturreform mit den ARD-Anstalten diskutiert
wird, bevor die Ministerpräsidentenkonferenz dazu Entscheidungen
trifft.
Insgesamt waren dieses Jahr für den Deutschen Kurzfilmpreis 2003
zehn Filme vom Kulturstaatsministerium nominiert wurden. Allein mit
dieser Nominierung ist eine Prämie von 12.500 Euro verbunden.
Ausgezeichnet mit dem Kurzfilmpreis in Gold wurden Edina Kontsek für
"Der Schüler" in der Kategorie ‚Laufzeit bis 7 Minuten',
Sven Taddickens "Einfach so bleiben" (‚Laufzeit 7-15
Minuten') und Oliver Husain für den Animationsfilm "Q". Für
diese Auszeichnungen erhalten die Filmemacher zusätzlich eine Prämie
von je 30.000 Euro. Das Preisgeld ist für alle Nominierten und
Preisträger an die Herstellung eines neuen Kurzfilms oder Films mit
künstlerischen Rang gebunden.
Die Ministerpräsidenten von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen
haben ein Papier zum Umstrukturierung des öffentlichen Rundfunks
vorgelegt. Dabei knüpfen die Politiker an die Forderung Edmund
Stoibers bei den Medientagen in München an, auch eine gemäßigte
Anhebung der Rundfunkgebühren nicht zu unterstützen. Die
Reformvorschläge der Ministerpräsidenten sehen in erster Linie
Kürzungen und Streichungen vor. So sollen neue Kredite in Zukunft
unter dem Posten "zusätzliche Sparmaßnahmen" laufen. Wer
also Schulden macht, muss im Ergebnis mehr sparen. Auch beim Personal
sind tiefe Einschnitte erforderlich. Zudem müsse die Zahl der
Rundfunksender von neun auf sechs reduziert werden. Kleinere Sender wie
Radio Bremen oder HR sollen mit großen zusammengehen. Entsprechendes
gilt jedoch für die Fernsehsender. So könnten die Kultursender ARTE
und 3Sat zusammengelegt werden. Prestigeträchtige teure
Digital-Programme wie beispielsweise der ZDF-Theaterkanal sollten sogar
ganz wegfallen. ZDF Chef Markus Schächter sprach in einem Interview
mit der Süddeutschen Zeitung von "massivsten Eingriffen in die
Rundfunkverfassung." Vor allem durch die Einschränkungen im
digitalen Bereich würden in erster Linie die privaten Sender aus Köln
und München profitieren. SWR Chef Peter Voß ging sogar noch einen
Schritt weiter und drohte mit dem Gang nach Karlsruhe.
Bereits diesen Donnerstag könnte das neue Filmförderungsgesetz im
Bundestag verabschiedet werden. Nachdem sich letzte Woche die
Kulturstaatsministerin Christina Weiss mit ARD und ZDF darüber
geeinigt hatte, dass die öffentlich-rechltichen Sender auf einen
zweiten, zuvor vehement verlangten Sitz in der Vergabekommission der
Filmförderungsanstalt (FFA) verzichten, sie die parteilose
Kulturstaatsministerin nun den Weg frei für ein erfolgreiches Beenden
des Gesetzgebungsverfahrens.
Tatsächlich stellt sich der Ministerin und dem neuen Gesetz keine
Partei oder Organisation mehr entgegen, denn kritische Stimmen
insbesondere aus dem Lager der Independent Filmer werden nicht
berücksichtigt. Hier mangelt es an einer Vereinigung der zahlreichen
unabhängigen Filmer zu einer starken Interessensvertretung.
Mehrheitlich bewertet man bei den Independents die neuen Richtlinien
der FFA als Sicherung des Zugangs zu Fördermitteln für Diejenigen,
die bereits über ausgiebige Mittel und Möglichkeiten verfügen,
während kleine Firmen und unabhängige Filmer weiter aus dem
Markt verdrängt werden könnten.
Teenager finden Sexszenen in Soaps, wie "EastEnders", zu
unrealistisch, da Beziehungen sich zu schnell entwickeln und immer zu
einem vorhersehbar moralistischen aber unwahrscheinlichen Resultat
führen: Schwangerschaft. BBC-Direktor Stephen Whittle gab zu, dass man
mit "EastEnders" in der Klemme stecke. Würde man es ‚realistischer'
machen und die weiblichen Darsteller würden nach Sex nicht immer
schwanger werden, käme es zu einem Aufschrei unter bestimmten Gruppen,
da Teenager oftmals Soaps als Leitbild in Fragen Beziehung und Sex
nehmen. Andere Jugendliche empfanden jedoch, dass der Realismus ‚moralischen
Botschaften' geopfert wurde und die Serien viel zu oft einen
predigenden Ton erhielten, der aus dem Mund von Sozialarbeitern stammen
könnte. Weiterhin beschwerten sich die Teenager, dass Affären
zwischen den Charakteren sich zu schnell und zu oft entwickelten nur um
etwas geschehen zu lassen. Auch erkannten sie, dass Treue, Respekt und
Vertrauen in den Beziehungen hervorgehoben wurden, und dass es immer
Konsequenzen hatte, wenn diese Werte verletzt wurden.
Ab Januar 2004 will Arte mit neuen Programmen und neuem
Programmschema mehr Zuschauer locken. Vor allem soll Dokumentationen
und Kurzfilmen ein größerer Senderplatz eingeräumt werden. Auch will
man sich vermehrt Magazinen, Kultur und Information widmen, bei denen
neue Moderatoren zur Zuschauerbindung beitragen sollen. Das Fernseh-
und Spielfilmangebot wird weiterhin ein Eckpfeiler des Arte-Programms
bleiben, so Programmdirektor Victor Rocaries. Neu sind der
Dokumentationssendeplatz "Arte Entdeckung", das
deutsch-französische Magazin "Karambolage", das tägliche
"Kulturjournal", die Sendung "Performing Arts", der
Kurzfilmsendeplatz "Medium" und das internationale
Nachrichtenmagazin "Arte Reportage".
Das Kino des New Hollywoods wird unter dem Titel "Trouble in
Wonderland" Thema für die Retrospektive der Berlinale im
nächsten Jahr. Es werden insgesamt 66 Filme von großen Regisseuren,
wie Martin Scorsese, Arthur Penn, Peter Bogdanovich und Francis Ford
Coppola und mit Schauspielern wie Robert De Niro, Al Pacino und Peter
Fonda aus der Umbruchperiode des amerikanischen Films zwischen 1967 und
1976 gezeigt. Die Studioära war zu dieser Zeit am Ende und der Film
wurde aus den Studios auf die Straße geholt. Die Retrospektive wird
vom Filmmuseum Berlin, unter der Leitung von Hans Helmut Prinzler,
organisiert.
Hast du das Zeug zu einem Pornostar? Dies ist keine unmoralische
Frage, sondern eine neue Show im amerikanischen TV. Geplant ist die
Sendung von Silhouette Productions in sieben Teilen auf diversen
pay-per-view channels. In jeder Folge werden vier Frauen für
Fotoaufnahmen, Interviews und andere "Überraschungen" nach
Los Angeles gebracht. Die Zuschauer wählen dann acht Kandidatinnen in
das große Finale zur Wahl der Pornoqueen. Die Produzenten betonen
dabei, dass es sich keinesfalls um eine Sendung handelt, die
ausschließlich Männer anspricht. Sie sei durchaus auch für Ehefrauen
oder Freundinnen geeignet, die sich für reality TV interessieren.
Die Dreharbeiten zu dem neuen Wallace & Gromit Film haben nun
nach zweijähriger Vorbereitungszeit begonnen. "Curse of the
Wererabbit" soll der Knetanimationsfilm
von Nick Park diesmal heißen. Zwei neue Figuren, Lady Tottington und
Lord Victor Quartermaine, werden von den Schauspielern Helena Bonham
Carter und Ralph Fiennes gesprochen. Peter Sallis wird erneut seine
Stimme Wallace leihen. Die Produktionszeit ist auf 18 Monate angesetzt.
Den Verleih des Films, der September 2005 in die Kinos kommen soll,
übernimmt Steven Spielbergs DreamWorks Pictures.
(Quelle: Movie-College) 05.11.2003
"Freakstars 3000"
In Berliner Kinos
"Freakstars 3000", ein Film bestehend aus noch ungesehenen
Szenen des VIVA-Formats, von und mit Behinderten, soll ab dem 20.
November mit drei Kopien regulär in die Berliner Kinos kommen. Das
ungewöhnliche Projekt, produziert von Royal Produktion und Filmgalerie
451, wurde bereits auf den Internationalen Filmtagen in Hof vorgestellt
und soll am 16. November an der Berliner Volksbühne Premiere feiern.
Am Montag wurde in Wien ein Vertrag unterzeichnet der einen
Testbetrieb für den digitalen Fernsehempfang über Antenne (DVB-T -
Digital Video Broadcast - Terrestric) regelt. Danach soll vom 1. April
bis 30. Juni 2004 in 150 Haushalten in Graz das digitale Fernsehen
über die Hausantenne mit entsprechenden digitalen Endgeräten
empfangen werden können. Es wird erwartet, dass die Verbraucher die
neue Technik bereitwillig annehmen werden. Hierfür spricht, dass
200.000 Österreicher bereits Angebote wie das vom ORF digital über
Satellit empfangen. Zu dem Projekt fanden sich neben dem ORF auch die
Telekom Austria, Siemens Österreich und die Rundfunk- und
Telekom-Regulierungs GmbH zusammen. Sie beschlossen auch für den
digitalen Sendebetrieb einen herkömmlichen analogen Kanal zu verwenden
und ihn in vier digitale aufzusplitten. Der ORF erhält zwei Kanäle,
ATVplus den dritten und der vierte bleibt zunächst reserviert für
neue technische Möglichkeiten.
Gerstern wurde erneut der Bambi des Münchner Burda-Verlags
verliehen. Mal wieder wurde dabei der Film "Good Bye Lenin"
geehrt. So wurden die Hauptdarsteller Daniel Brühl, Florian Lukas und
Katrin Saß in der Kategorie "Film National" ausgezeichnet.
Acht Tage vor seinem 100. Geburtstag wurde darüber hinaus
Schauspieler-Legende Johannes Heesters geehrt. Den Bambi für die beste
Moderatorin nahm Elke Heidenreich entgegen. Einen Bambi als
"TV-Ereignis des Jahres" erhielt auch "Das Wunder von
Lengede" und seine Hauptdarsteller Heino Ferch, Jan Josef Liefers,
Heike Makatsch, Armin Rohde und Nadja Uhl.
Die ägyptische Film-Pionierin und Schauspielerin Mary Queeny starb
90-jährig letzten Dienstag in ihrem Haus in Kairo an einer
Herzattacke. Geboren im Libanon, zog sie 1933 nach Kairo, wo sie die
Staatsbürgerschaft erhielt. Sie produzierte und spielte in mehr als 45
Filmen. Zu ihren bestbekanntesten gehören "The Seventh
Wife", "Sacrificing My Love" und "Prisoner No
17". 1944 gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Regisseur
Ahmed Galal eine Produktionsfirma, die Ägypten an die Spitze der
arabischen Filmindustrie brachte und vielen jungen Schauspielern und
Filmemachern zu ihrem Durchbruch in der Branche verhalf.
Gestern Abend wurde im Münchner ARRI-Kino mit dem Dokumentarfilm
"Die Geschichte vom weinenden Kamel" das 23. internationale
Festival der Filmhochschulen eröffnet. 77 Spielfilme, Dokumentationen
und Animationsfilme von 43 Filmschulen aus aller Welt werden bis
Sonntag im Filmmuseum der Öffentlichkeit präsentiert. Am
Sonntag werden die besten Filme von einer Jury, deren Vorsitz
Bundesfilmpreisträger Peter Sehr ("Kaspar Hauser",
"Love the hard way") übernommen hat, prämiert. Das
Movie-College ist live dabei und berichtet.
Der Tod des jungen Schauspielers Jonathan Brandis, war nach Angaben
des Bestatters ein Selbstmord. Brandis, der in Spielbergs "SeaQuest
DSV" mitspielte, starb am 12. November. Seine Fernsehkarriere
begann er mit sechs Jahren, wie Kellie Waymire
in der Soap "One Life to Live". Gastrollen hatte er unter
Anderem in "L. A. Law" und "Who's the Boss?". Für
das Kino spielte er Rollen in Filmen wie "Die unendliche
Geschichte 2" oder "Sidekicks" mit Chuck Norris. Er
wurde 27 Jahre alt.
Auf einem Begräbnis, dem der türkische Primeminister beiwohnte,
"maßregelte" der Polizeichef, Tayyip Erdogan, die örtliche
Presse, die Details zweier Selbstmordattentäter enthüllte. Diese
Indiskretion der Medien, brachte andere Mitglieder des Terror
Netzwerkes dazu fünf Tage später, ein zweites Attentat, diesmal auf
das britische Konsulat und die HSBC Bank auszuführen, behauptet
Erdogan. Durch die Enthüllung der Identitäten der ersten Terroristen,
konnten die des zweiten Attentates den Fingern des Sicherheitsservice
entgehen. "Im Namen der Pressefreiheit, mussten 27 Menschen
sterben" so Celalettin Cerrah, Führer des Sicherheitsservice.
Letzten Donnerstag weigerte sich Hari Kunzru, einer von
Großbritanniens vielversprechendsten jungen Autoren, einen von der ‚Daily
Mail' und ‚Mail on Sunday' gesponserten Preis anzunehmen. Den mit
£5,000 dotierten ‚Llewellyn Rhys' Preis, den er für sein Debütwerk
"The Impressionist" bekommen sollte, wies er wegen der
anhaltenten "Feindseligkeit der Zeitungen gegen schwarze und
asiatisch-stämmige Briten" zurück. Er hätte nicht gewusst, dass
seine Verleger sein Buch für den Preis eingeschickt hatten. Als Sohn
eines Immigranten spüre er die Vorurteile, die auch von der Presse
gefördert werden, nur zu deutlich. "Ich hege nicht den Wunsch
auch noch davon zu profitieren", begründete er. Der 33jährige
Autor nahm selbst nicht an der Preisverleihung teil und lies sein
Statement stattdessen von seinem Agenten Jonny Geller verlesen. Dieser
erklärte im Namen von Kunzru weiter, dass "The
Impressionist" ein Roman über die Absurdität einer Welt, in der
die Rasse der hauptbestimmende Faktor der Identität einer Person ist,
sei. Deswegen bat Kunzru darum das Preisgeld dem Flüchtlingsparlament
zu spenden. Peter Wright, Herausgeber der ‚Mail on Sunday' erklärte
sich bereits damit einverstanden. Gleichzeitig wurden sich die
Preisrichter und Sponsoren darüber einig, den Preis so schnell wie
möglich an einen anderen Autor zu verleihen. Außerdem forderten die
Herausgeber Kunzru auf die Artikel zu benennen, in denen die Zeitungen
Ausländerfeindlichkeit unterstützten, und selbst einen Artikel zu
verfassen, in dem er seine Meinung zu den Aktionen der Regierung in
Hinblick auf das Thema erläutert.
Trotz guter Zahlen bei Bertelsmann gibt es beim Medienkonzern
Querelen um eine gemeinsame Linie. In der Folge hat gestern
Aufsichtsratschef Schulte-Hillen seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Damit ist der 63-Jährige das letzte Opfer im Machtkampf um die Zukunft
des Unternehmens. Zentraler Streitpunkt bei Bertelsmann ist der
Handlungsfreiraum der Manager, der nach Meinung der Gründerfamilie
Mohn zu groß geworden ist. "Es ist gefährlich, Manager zu haben,
welche insgeheim ihre persönlichen Ziele im Unternehmen als vorrangig
bewerten", klagte Reinhard Mohn. Aus diesem Grund forderte er
wieder einen wachsenden Machtanspruch der Gründerfamilie, die 75% des
Unternehmens hält. Aus diesem Grund musste auch im Sommer 2002
Konzernchef Middelhoff, der Bertelsmann in die Internet-Ära geführt
und ihm Milliardengewinne verschafft hatte, gehen. Zu auffällig hatte
er wohl mit dem Gedanken geliebäugelt, den Familienkonzern zu einem
"ganz normalen" börsennotierten Unternehmen zu machen. Zum
neuen Gegner der Gründerfamilie wurde dann Aufsichtsratschef
Schulte-Hillen. Endpunkt der Auseinandersetzung war schließlich eine
geplante Fusion der Bertelsmann-Musiktochter BMG mit Sony Music. Als
einziger im Aufsichtsrat stimmte Schulte-Hillen gegen die Pläne.
Kabelnetzbetreiber Ish möchte in Zukunft dem Abosender Premiere
Konkurrenz machen. So bietet das Unternehmen als einer der ersten
Kabelnetzbetreiber in Deutschland digitale Programmpakete an -
inklusive Kinohits auf Bestellung. Zunächst beschränkt sich die
Reichweite des neuen Angebotes auf eine halbe Million Haushalte in
Düsseldorf, Köln, Bochum, Dortmund und Neuss. Im nächsten Jahr soll
die Kapazität auf vier Mill. Haushalte ausgebaut werden. Die
notwendige Box ist für drei Euro Monatsmiete zu haben. Pro Programm
wird dann ein Euro berechnet, bei mindestens drei Monaten
Mindestlaufzeit. Insgesamt bietet der Netzbetreiber 38 Pay-TV-
Programme.