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Aktuelle Meldungen zu Film und anderen Medien

Europäischer Filmpreis

Die Nominierungen für den europäischen Filmpreis, der am 9. Dezember verliehen wird, stehen fest. Mit deutschen Filmen sieht es eher mau aus...

"House of Cards" Drehstop

Die Dreharbeiten zur letzten Staffel wurden bis auf Weiteres eingestellt. Grund sind die Anschuldigungen gegen Kevin Spacey

Vermisster Kameramann war in Casino

Am Filmset einer ZDF Serie herrschte große Sorge. Man ließ den am Hamburger Hafen verschwundenen Kameramann von Polizei, Seenotrettung und Polizei suchen...

Academy prämiert VR Film

Die Oscar-Akademie vergibt erstmals einen Sonderpreis für einen VR Film, Carne y Arena von Alejandro G. Iñárritu

Tech-News

HTC Vive Focus

Auf seiner Entwickler-Konferenz hat der chinesische Hersteller seine erste Stand-Alone VR Brille (HMD) vorgestellt

Sharp 8K Camcorder

Überraschend wirft Sharp eine brandneue 8 K Kamera in den Ring, welche die Messlatte wieder etwas höher legt...

 

Szene in Hausflur

Szene in Hausflur mit Olaf Becker als Ben und Tom von der Isar als Vermieter Gäberle. Das Licht auf Ben (li) ist durch einen Styropor (links hinter der Tür) reflektiertes Tageslicht, welches hinter ihm durchs Fenster fällt.

Gleich der erste Drehtag im Innenmotiv, einem abrissreifen leer stehenden Haus ohne Türen und ohne Böden beginnt mit großen Herausforderungen. Das Set ist ein sehr enges Treppenhaus, in dem eigentlich gar kein Platz ist, um außer den Darstellern noch das notwendige Team unterzubringen. Die Schauspieler Anna Dietman (Lena), Olaf Becker (Ben) und Tom von der Isar (Herr Gäberle) unterstützen die Filmstudierenden der Macromedia München mit großem Engagement bei ihrem Drehworkshop.

 

Auch wenn das Licht durch die einfallende Sonne erfreuliche Unterstützung hat, muss natürlich das harte Sonnenlicht weicher gemacht und vor allem der wandernde Sonnenstand immer wieder berücksichtigt werden. Vorhänge, die an das Treppenhausfenster gehängt werden, helfen die Lichtmenge zu dosieren, ein großer Styropor reflektiert (bounced) das Sonnenlicht auf Olaf, einen der beiden Hauptdarsteller. Er verkörpert Ben, einen jungen Mann, der überraschend aus seiner Wohnung gekündigt wurde und der nun seinen Vermieter zur Rede stellt.

 

Tom von der Isar, der den Vermieter Gäberle verkörpert, bekommt von Innen aus einem Seitenraum direkt seitlich innen neben der Türe weiches Licht von einer Four-Bank Fluoreszenz Leuchte.

 

Stellproben

Szene in Küche

Szene in der Küche Gäberles, wo ein folgenschwerer Pakt geschlossen wird. Das Führungslicht der Szene wird von Außen mit einem 2,5 KW Daylight Scheinwerfer durch das Küchenfenster geleuchtet

In der Stellprobe, die eigentlich vor allem Positionen und Abläufe festlegen soll, bevor Kamera, Licht und Ton alles aufbauen und einrichten, werden bereits viele andere Dinge mit geprobt, Dialoge, Reaktionen etc. Wichtige Aufgabe für die Regie ist auch die Überprüfung der Dialoge, ob diese stimmig sind und wo man diese ändern, kürzen, feintunen sollte. Reagieren die Figuren aufeinander? Wo liegt die innere Wahrheit der Szene? Aber wie gesagt, derartige Feinheiten gehören eigentlich erst in die richtige Probe, später, wenn Licht und Technik bereit ist.

 

Überraschend werden viele Schlussklappen geschlagen,- ein potentielles Risiko, weil Kamera und Ton gerne mal nach dem "Aus" der Regie die Geräte abschalten und vergessen, dass ein Synchronpunkt mit der auf dem Kopf gehaltenen Filmklappe festgehalten werden muss. Die Postproduktionsstudenten werden fluchen...

 

Tag 3

Pause im Garten

Dank frühlingshaftem Wetter kann das Team das Catering im Garten zu sich nehmen. Noch ahnt Niemand, dass es am nächsten Tag schneien wird...

Der Drehtag beginnt mit einem Aussendreh und ausgerechnet dort, wo die Ben und Lena entlangeilen sollen, parkt ein Auto. Sicher, die Schilder mit der freundlichen Bitte hingen direkt an dem Zaun neben den Parkplätzen, doch wer sieht die schon? Also macht sich die Produktionsleiterin mutig auf, in alle den vielen Wohnhäusern rundum zu klingeln, und zu fragen, wem das Fahrzeug gehört und ob es weggefahren werden könnte. Kein angenehmes Unterfangen, morgens um 8:30. Doch sie schafft es und macht damit den Weg frei für ein stärkeres Bild.

 

Bei den parallel stattfindenden Stellproben fehlt das Tonteam. Die werden dann später nicht wissen, was wie abläuft und wo sie sich hinstellen müssen um zu angeln. Doch dann kommen sie doch und suchen sich ihre Position für die Tonangel. Die Regieassistentin ist sehr umsichtig und vorausschauend. Während auf der Hausseite gedreht wird, findet der Abbau vor dem Hauseingang statt, denn wir müssen anschließend umziehen an ein Außenmotiv,- den Münchner Rosengarten.

 

Umzüge können ein ziemliches Loch in das Zeitbudget reißen, ein bis zwei Stunden muss man da ansetzen, bis Fahrzeuge, Team und Darsteller umgezogen und vor allem am neuen Drehort eingerichtet sind. Doch es geht überraschend gut, bis auf das Problem, dass nicht wie vereinbart, das Tor zum Einfahren von Equipment in den Park verschlossen ist.

 

Und einmal mehr zeigt sich, dass ein anderes Team alle großen Frostrahmen und den Butterfly ausgeliehen hat. Mit einem winzigen Frostrahmen lässt sich bei Schauspielern die sich bewegen, einfach nicht die harte Sonne abschwächen. Der Dreh geht weitgehend konzentriert von statten, was bei den vielen Spaziergängern und Schaulustigen, nicht ganz einfach ist und es gelingt sogar, noch ein nicht vorgeplantes Bild am nahe gelegenen Isar-Kiosk spontan zu drehen. Hierfür wird nur leichtes Equipment mitgeführt, Reflektor, Handkamera und Ton.

 

Lesen Sie auch Teil 1 unseres Drehberichts